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Urbanität und Vielfalt: Biodiversität durch bürgerschaftliches Engagement – seltene heimische Wildpflanzen im Garten und auf dem Balkon

"Urbanität und Vielfalt" ist ein Verbundprojekt, mit drei weiteren Partnern, das ihnen die Möglichkeit bietet, unkompliziert und individuell im Naturschutz aktiv zu werden. In Marburg kümmert sich "Urbanität und Vielfalt" um 50 selten gewordene typische Wildpflanzenarten des Borstgrasrasen, einer speziellen Ausprägung des regional vorkommenden nährstoffarmen Wirtschaftsgrünlandes (Magerrasen). Zu den typischen Arten zählen das namensgebende Borstgras, das gelbe Sonnenröschen sowie das Wald-Läusekraut. Grund für ihr allmähliches Verschwinden ist der Verlust von Lebensräumen. Dazu zählen Bebauung, die Umwandlung in stark gedüngtes Grünland oder Verbuschung infolge von Nutzungsaufgabe.

Gemeinsam mit uns helfen Sie bedrohten Wildpflanzen und lernen zugleich mehr über den Schutz und die Erhaltung der Artenvielfalt in unserer Region. Neben der nachhaltigen Erhaltung des Magerrasens, soll vor allem das Bewusstsein der Bevölkerung für den Schutz dieses Vegetationstypus, als notwendiger Lebensraum für die Bestäuber unserer Kulturpflanzen, gestärkt werden. 

Die 50 Projektarten wurden in Zusammenarbeit mit den zuständigen Landesbehörden ausgewählt. Bei den Pflanzen handelt es sich um typische Arten der Borstgrasrasen-Gesellschaften. Deren Populationen sind stark bedroht und ihr Erhalt bedarf der Unterstützung durch den Menschen. Die Vermehrung einiger Arten wird, wegen der Gefahr der Einkreuzung von Kulturvariationen, durch den Botanischen Garten der Philipps-Universität Marburg übernommen.

Neben dem Botanischen Garten der Philipps-Universität Marburg haben sich der Botanische Garten der Universität Potsdam, das Späth-Arboretum der Humboldt-Universität zu Berlin und das Umweltzentrum Dresden zu einem Projektverbund zusammengeschlossen. Jeder Projektstandort kultiviert die für seine Region typischen und gefährdeten Wildpflanzen.

Das Projekt wird im Rahmen des Bundesprogramms Biologische Vielfalt durchgeführt. Gefördert wird es mit 540.000 € (6 Jahre Laufzeit) vom Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und nuklearer Sicherheit sowie der Stadt Marburg.