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Kommentiertes Vorlesungsverzeichnis
zu den Lehrveranstaltungen im Sommersemester 2004

19.04.2004 bis 23.07.2004


Klassische Philologie

Änderungen gegenüber dem allgemeinen Personal- und Vorlesungsverzeichnis und gegenüber dem Kommentierten Vorlesungsverzeichnis sind mit gekennzeichnet.


Dr. Achim Heinrichs mit Studierenden der Klassischen Philologie:
Studienberatung für Erstsemester und Studienortwechsler

Dienstag, 20.04.2004, 14 Uhr c.t., WR D 512

Seminareröffnung mit Vorstellung des Lehrprogramms
Dienstag, 20.04.2004, 18 Uhr c.t., WR D 512, anschließend Feier zum Semesterbeginn.


10 101 PS Heinrichs, Achim: Einführung in die philologischen Arbeitstechniken II
Fr 9--11, WR D 511, Beginn: 23.04.2004; ECTS: 4 P

In dieser Veranstaltung wird an die Einführung I angeknüpft. Erarbeitet werden die verschiedenen Themenbereiche anhand von exemplarischen Texten, die jeweils in Kopie zur Verfügung gestellt werden. Im Zentrum stehen: methodisch kontrollierte Texterschließung; inhaltliche, stilistische, metrische Analyse von Texten; Arbeit mit philologischen Hilfsmitteln; zentrale Fragestellungen der Klassischen Philologie.


10 102 VL Thiel, Rainer: Einführung in die griechische und römische Philosophie
Di 11--13, WR D 512, Beginn: 27.04.2004; ECTS: 2 P

Die Vorlesung versteht sich als eine systematische Einführung in die Systembildungen der antiken Philosophie. Dies bedeutet, dass sie weder bloß einen Abriss der antiken Philosophiegeschichte, noch eine reine Problemgeschichte mit Doxographie der Lösungsansätze bieten will. Stattdessen sollen die systematischen Lösungen selbst im Vordergrund stehen, die die Hauptrichtungen der antiken Philosophie ausgehend von der Problemlage und in Abgrenzung zu Vorgängern und zeitgenössischen Gegnern gefunden haben.

Dabei steht der vielen Marburger Studierenden bereits bekannte Gegensatz zwischen der Platonisch-Aristotelisch-Neuplatonischen Philosophie einerseits und der (z. T. hinter Platon zurück auf die Vorsokratiker zurückgreifende) hellenistischen Philosophie im Vordergrund, der in Vielem eine Präfiguration des Gegensatzes zwischen moderner und mittelalterlicher Philosophie ist. Daneben wird der Polemik der hellenistischen Philosophenschulen untereinander, aber auch ihren Gemeinsamkeiten gegenüber Platon und Aristoteles, sowie der Rezeption der griechischen Philosophie in Rom und (in der römischen Kaiserzeit und Spätantike) im lateinischen Westen gebührende Aufmerksamkeit gewidmet. Nach einem kurzen historischen Überblick über den äußeren Verlauf der antiken Philosophiegeschichte unter Einschluss der Geschichte der Philosophenschulen in der ersten Sitzung geht die Vorlesung von den Vorsokratikern aus und behandelt zunächst den Aufbau des platonischen Systems in Auseinandersetzung mit Parmenides. Danach wird die hellenistische Abkehr von Platon und Aristoteles und die Entwicklung eines neuen Philosophiekonzeptes in den hellenistischen Schulen dargestellt.

Die Vorlesung richtet sich an alle, die ein Interesse an der antiken Philosophie haben. Infrage kommen insbesondere Studierende der Fächer Latein, Griechisch, Philosophie/Ethik und Theologie. Lateinische und griechische Sprachkenntnisse werden im Allgemeinen nicht vorausgesetzt.


Griechisch

10 104 HS Schmitt, Arbogast: Herodot
Di 18.30--20.00, WR D 511, Beginn: 27.04.2004; ECTS: 8 P

Herodot gilt einerseits zwar als 'der Vater der Geschichtsschreibung', andererseits wird ihm von den meisten die Fähigkeit, 'geschichtlich zu denken' abgesprochen, weil er zur Erklärung geschichtlichen Geschehens 'immer noch' auf mythisch-theologische Ursachen zurückgreife und Geschichte vom Handeln einzelner Personen her erkläre, statt es auf konstante bewegende Kräfte hin zu analysieren. Die Auseinandersetzung mit diesem Vorurteil ist gut geeignet, die besondere Weise des Geschichtsverständnisses bei Herodot herauszuarbeiten und gegen Formen des historischen Denkens abzugrenzen, wie es sich seit der Renaissance -- in Anknüpfung an hellenistische Vorgaben -- wieder entwickelt hat und unsere moderne Forschung fast vollständig beherrscht.

Wir beginnen mit der Lektüre des 7. Buches, um das dort besonders deutlich entwickelte 'tragische Geschichtsbild' später durch eine Reihe berühmter Beispiele, von denen Herodot berichtet, zu ergänzen: Kandaules und Gyges (I, 8--13); Kroisos (I, 26--91); Polykrates (III, 39--43; 120--125).

Zur Einführung müssen wir uns auch mit dem Verhältnis von menschlicher Selbständigkeit und göttlicher Lenkung bei Homer auseinandersetzen; ein Vergleich mit der Analyse tragischen Handelns in der attischen Tragödie (v.a. natürlich in den Persern des Aischylos) und der Theorie der Tragödie bei Aristoteles soll das Seminar abrunden.

Text: OCT oder Teubner-Ausgabe

Kommentare: How, W.W. and Wells (Oxford 1912) und H. Stein (Berlin 1962/63 = 1856-62)

Sekundärliteratur: Walter Marg (Hg.), Herodot. Eine Auswahl aus der neueren Forschung, Wege der Forschung, Bd. 26, Darmstadt 1962; Kurt von Fritz, Die griechische Geschichtsschreibung I, Berlin 1967; Jörg Schulte-Altedorneburg, Geschichtliches Handeln und tragisches Scheitern, Frankfurt (u. a.) 2001 (dort auch weitere Literatur)


10 106 KO Schmitt, Arbogast / Janich, Peter: Aristoteles, Physik
Di 16--18, WR B 509, Beginn: 27.04.2004; ECTS: 8 P

An der aristotelischen Physik hat sich die europäische Naturforschung fast 2000 Jahre lang ausgerichtet. Beginnend mit dem 14. Jahrhundert entsteht eine neue Form der 'Naturwissenschaft', die sich auf die methodische Beobachtung der Einzelphänomene stützt und diese 'erklärt', indem sie sie 'analytisch' auf ihre Elemente zurückführt und durch 'Synthese' zu rekonstruieren versucht. Die Bedeutung dieser Wende wird meistens darin gesehen, dass durch sie eine deduktiv logische durch eine induktiv empirische Naturerklärung ersetzt worden sei. Durch diese überzogene und größtenteils unberechtigte Entgegensetzung ist neben manchem falschen Ansatz bei Aristoteles auch dessen gesamte wissenschaftstheoretische Grundlegung der Naturerkenntnis verworfen worden, obwohl z.B. kein Zweifel daran besteht, dass auch Aristoles empirischen Methoden einen hohen Stellenwert in der Physik zumisst.

Das Seminar versucht, die wichtigsten systematischen Voraussetzungen einer historisch korrekten Physikerklärung zu erschließen und diese mit den Bedürfnissen einer modernen systematischen Naturerklärung zu konfrontieren: Wie findet man die Prinzipien für die Erklärung natürlicher Vorgänge? Wieso stellen die vier Ursachen ein sinnvolles Interpretament für die Analyse dieser Vorgänge dar? Wie verhalten sich natürliche und technische Prozesse zueinander? Warum interpretiert Aristoteles diese Prozesse als kontinuierliche Prozesse und was bedeutet das? Wie sind bei Aristoles Raum und Zeit als Grundbeschreibungskategorien natürlicher Vorgänge analysiert und charakterisiert? (Evtl. auch: wie löst Aristoteles die/eine der Paradoxien Zenons?)

Zur Vorbereitung: Grundlegende Arbeitsinstrumente sind immer noch 1) Übersetzung und Kommentar von Hans Wagner, Darmstadt 1967; 2) W.D. Ross, Aristotle's Physics, Oxford 1936; 3) Wolfgang Wieland, Die aristotelische Physik, Göttingen 1962.

Als Text mit Übersetzung kann (mit Einschränkungen) auch die Ausgabe bei Meiner, Hamburg, benutzt werden. Für die, die griechische oder lateinische Texte lesen können, bieten die Kommentare von Themistios, Philoponos, Simplikios und Thomas von Aquin systematisch konsequent durchgeführte, ausgezeichnete Erklärungen (alle im Seminar für Klassische Philologie vorhanden, Apparat wird aufgebaut). Die arabische Physik-Erklärung ist jetzt in englischer Übersetzung zugänglich bei: P. Lettinck, Aristotle's Physics and its Reception in the Arabic World, Leiden, New York, Köln (Brill) 1994.

Neuere Sekundärliteratur zur Einführung: Titus Maria Horstschäfer, 'Über Prinzipien'. Eine Untersuchung zur methodischen und inhaltlichen Geschlossenheit des ersten Buches der Physik des Aristoteles, Berlin, New York (De Gruyter) 1998; Cees Leijenhorst, Christoph Lüthy, Johannes M. M. H. Thijssen (Hgg.), The Dynamics of Aristotelian Natural Philosophy from Antiquity to the Seventeenth Century, Leiden (u. a.), Brill 2002.


10 123 UE: Santozki, Ulrike: Zentrale Themen der stoischen Philosophie
Z. u. O. n. Vereinbarung

Die Stoa gehört zu den philosophischen Schulen, deren Grundgedanken die Entwicklung der Philosophie maßgeblich bestimmt haben und noch bestimmen. Sie unterscheidet sich in vielem wesentlich von der Philosophie Platons und Aristoteles: ein Faktum, das gerade in Marburg immer wieder betont wird. Am Anfang der Veranstaltung soll eine kurze Einführung in die wichtigsten Charakteristika, Themen und Vertreter der stoischen Philosophie stehen. Im Folgenden sollen dann griechische und lateinische Texte und Fragmente von Stoikern und solche über die stoische Lehre (z. B. Cicero) gemeinsam gelesen, übersetzt und diskutiert werden.

Die Veranstaltung möchte gerade für Studierende, die noch nicht so sehr mit philosophischem Gedankengut vertraut sind, eine Hilfe sein. Spezielle Vorkenntnisse sind also nicht erforderlich, da die Grundlagen gemeinsam anhand des Textmaterials erarbeitet werden sollen. Dennoch soll sie auch für Fortgeschrittene ein Diskussionsforum darstellen.

Geeignetes Textmaterial könnte ich bis zu Semesterbeginn in Form eines Readers zusammenstellen. Damit diese Arbeit nicht umsonst ist, wäre ich dankbar, wenn sich Interessenten bei mir per e-Mail vorher melden könnten: <usantozki@directbox.com>.

Textgrundlage: v. Arnim, H. (Hrsg.): Stoicorum Veterum Fragmenta, Leipzig 1903--1905 (Nachdruck Stuttgart 1964 u. ö.). Long, A. A./Sedley, D. N. (Hrsg.): The Hellenistic Philosophers. Bd. 1: Translations of the Principal sources with philosophical commentary. Bd. 2: Greek and Latin texts with notes and bibliography, Cambridge 1987 (eine deutsche Übersetzung gibt es im Metzler-Verlag).

Allgemeine Literatur zur Einführung und Vorbereitung: Forschner, M.: Die stoische Ethik. Über den Zusammenhang von Natur-, Sprach- und Moralphilosophie im altstoischen System, Darmstadt 21995. Pohlenz, M.: Die Stoa. Geschichte einer geistigen Bewegung, Göttingen 41970--72.


10 108 PS Radke, Gyburg: Homer, Ilias
Blockveranstaltung; s. besonderen Aushang; ECTS: 6 P


10 109 PS Heinrichs, Achim: Griechisches Proseminar für Lateinstudierende: Polybios
Mo 11--13, WR D 511, Beginn: 26.04.2004; ECTS: 6 P

Polybios aus Megalopolis, griechischer Historiker des zweiten vorchristlichen Jahrhunderts, dessen Bedeutung für ein Konzept "der" Geschichte, insbesondere der Geschichte Roms als Weltgeschichte kaum überschätzt werden kann, war unter anderem Freund und Weggefährte des Cornelius Scipio Aemilianus Africanus Numantinus (185/84--129 v.Chr.) von dessen 18. Lebensjahr an und erlebte im Stab dieses bedeutenden römischen Kriegskonsuls (147/6) die Einnahme und schließlich die erbarmungslose und völlige Zerstörung Karthagos. Seine Bewunderung für dieses militärisch perfekt funktionierende Staatswesen war ebenso grenzenlos wie prägend. Römisches Selbstverständnis, insbesondere imperiales Selbstbewußtsein wurde seitdem immer wieder mit Blick auf den griechischen Zeitzeugen und philosophierenden Schöpfer einer "pragmatischen" Geschichtsschreibung artikuliert. Das Imperium Romanum ist das -- zumindest vorläufige -- "Endziel" aller Weltgeschichte. Roms Herrschaft liegt seit jeher im Plan der geschichtsmächtigen Tyche: "Dies nämlich ist das Besondere der von uns behandelten Geschichtsepoche und das Erstaunliche an unserer Zeit, daß, wie die Tyche dem gesamten politischen Geschehen in der Welt Richtung auf einen Punkt hin gegeben und alles gezwungen hat, sich auf ein und dasselbe Ziel hinzuwenden, ebenso auch unsere Darstellung den Leser die Lenkung des gesamten Geschehens durch die Tyche, mit der sie es zu vollständiger Einheit geführt hat, ineins muß zusammenschauen lassen" (Polybios 1, 4, 1-2, Übersetzung Hans Drexler).

Für die Studierenden des Lateinischen ist eine Beschäftigung mit Polybios, insbesondere mit seinen Ausführungen zur Verfaßtheit des römischen Staates in politisch-gesellschaftlicher, religiöser und militärischer Hinsicht, also mit dem 6. Buch seines Geschichtswerkes dringend geboten.

Aus diesem und auch anderen Büchern wird ein Reader in der ersten Hälfte der Semesterferien erstellt und zur Kopie ausgelegt.

Zielgruppe: Studierende des Lateinische (Lehramt/Magister), die das Graecum absolviert haben.

Text: Teubneriana von Th. Buettner-Wobst, insbesondere vol. II, libri IV--VIII, Stuttgart 1967.

Kommentar: F. W. Walbank, A historical commentary on Polybius (3 Bde.), insbesondere Bd. 1, Oxford 1957

Übersetzung: Hans Drexler, Polybios, Geschichte, Zürich und Stuttgart 1961; W. R. Paton, Polybius (Loeb, 6 Bde), Cambridge, Mass. und London 1922 (versch. Nachdrucke, vorh. 1979)

Über die Art des Leistungsnachweises wird in der ersten Sitzung entschieden.


10 111 UE Schmitt, Arbogast: Klausurenurs zur Examensvorbereitung
Z.u.O.n.V.

Wer schon einmal ausprobieren will, wie eine Examensarbeit aussieht und wie sie korrigiert wird, kann in dieser Übung eine Reihe von Texten bearbeiten, die unter Examensbedingungen geschrieben und dann -- nach der Korrektur und Benotung -- gemeinsam besprochen werden.


Syntax und Stilistik:

10 112 UE Fiedler, Wilfried: Vorkurs zu den griechischen Stilübungen: Repetitorium der griechischen Formenlehre mit Übersetzungsübungen
Do 10--11, WR D 512, + 1 Stunde n. V., Beginn: 22.04.2004; ECTS: 6 P

Die Erfahrung zeigt, daß mangelnde Sicherheit in Deklinationen, Konjugationen, Stammformen, Akzentsetzung und Wortkunde den Start in die griechischen Stilübungen erschwert, daß sich darüber hinaus diese Defizite auch nur schwer beseitigen lassen und die "Freude" an den Stilübungen generell trüben.

In dieser Übung wird die Möglichkeit geboten, die angesprochenen Bereiche systematisch aufzuarbeiten und das Gelernte in Kurztests und mündlicher Kontrolle zu überprüfen und zu sichern, kurz: in einem Paukkurs für die Stilübungen fit zu werden.

Hilfsmittel: Die bisher benutzte Griechischgrammatik; A. Kaegi, Repetitionstabellen zur kurzgefaßten griechischen Schulgrammatik, 24. Aufl. Berlin 1950 u. ö.; eine Wortkunde nach Absprache.

Leistungsnachweis: entfällt.


10 113 UE Fiedler, Wilfried: Syntax und Stilistik: Mittelstufe
Do 13.30--15, WR D 511, Beginn: 22.04.2004; ECTS: 6 P

Die Übungen behandeln aufbauend auf der Unterstufe weitere Schwerpunkte der griechischen Syntax, insbesondere Infinitiv- und Partizipialkonstruktionen, Adverbialsätze, Negationen.

Voraussetzung für die Teilnahme ist die bestandene Abschlußklausur der Unterstufe oder ein gleichwertiger Leistungsnachweis.

Leistungsnachweis: Abschlußklausur

Lehrbücher: Die im Unterkurs verwendeten Hilfsmittel werden weiter benutzt.


Lektüre:

Grundstudium:

10 114 UE Schmitt, Arbogast: Euripides, Medea
Mi 9--11, WR D 511, Beginn: 21.04.2004; ECTS: 4 P

Die 'Medea' des Euripides galt in der Antike als das klassische Leidenschaftsdrama. In der neueren Forschung ist das wiederholt bestritten worden, auch im allgemeinen wirft man Euripides vor, zu einer 'echten' Gefühlsdarstellung nicht fähig gewesen zu sein. Dazu sei er zu rationalistisch und zu rhetorisch.

In dieser Übung wollen wir zuerst den ganzen Text miteinander zu lesen und zu verstehen versuchen, dabei aber die Frage, wie Euripides die Gefühle der Medea darstellt und wie bei Medea Leidenschaft und rationales Kalkül zusammenwirken und -- gemeinsam -- zum tragischen Scheitern ihres Handelns beitragen, zur Leitfrage der Einzelinterpretation machen.

Text: OCT (Diggle, auch der Text von Murray geht noch); gut für Anfänger: A. Elliott, Euripides: Medea, Oxford University Press 1969.

Sekundärliteratur: J. J. Clauss und S. I. Johnston (Hgg.), Medea: Essays on Medea in Myth, Literature, Philosophy and Art, Princeton (University Press) 1997; B. M. W. Knox, The Medea of Euripides, Yale Classical Studies 25, 1977, 193--225; Arbogast Schmitt, Leidenschaft in der senecanischen und euripideischen Medea, in: U. Albini, Mondo anticoý (Festschrift N. Gigante), Neapel 1995 (kann im Seminar in Kopie erworben werden)


Hauptstudium:

10 115 UE Radke, Gyburg: Sophokles, Aias
Blockveranstaltung; s. besonderen Aushang; ECTS: 4 P


Grund- und Hauptstudium:

10 116 UE/KO Fiedler, Wilfried: Ausgewählte Texte zum Sport und den olympischen Spielen in der Antike
Mo 16--18, WR D 511 (+ 1 Stunde n. V.), Beginn: 26.04.2004; ECTS: 5 P

Im Sommer der Olympischen Spiele in Griechenland bietet es sich in unserem Fach an, einen Blick in die literarischen Quellen zu werfen, die uns ein Bild vom Sport und seiner Bedeutung im antiken Griechenland vermitteln und über Ursprung und Durchführung der Olympischen Spiele, ihre Sieger und deren Ansehen in der Gesellschaft berichten. Folgende Texte aus einer recht umfangreichen Überlieferung sollen dabei im Zentrum stehen:

Homer, Ilias 23, 257--897 (Leichenspiele für Patroklos), Homer, Odyssee 8, 97--265, 367--384 (Phäakenspiele), Pindar, zwei Oden (eventuell 7. und 10. Ol. Ode), Dion von Prusa, (Diogenesreden und Melankomasreden) Pausanias, Bücher 5--6 (Elis und Olympia), Lukian, Anacharsis, Philostrat, Gymnastik.

Die angegeben Texte - größtenteils werden wir sie nur in Auszügen gemeinsam lesen -- liegen, verbunden mit weiteren weniger umfangreichen Stellen (etwa Xenophanes, fr. 2 D., Euripides, Autolykos (fr. 282) u. a.) und einer einführenden Literaturliste zum antiken Sport, ab Ende März 04 als Reader (teilweise mit deutscher Übersetzung) aus.

Sollte Interesse bestehen, kann (zusätzlich?) das Thema Faustkampf in der griechischen Dichtung (Homer, Ilias und Odyssee; Theokrit, Id. 22; Apollonios Rhodios, Argon. 2, 1--97; Quintus Smyrn., Posthom. 4, 284--404 sowie Nonnos, Dionysiaca 37, 485--545) und Prosa (Dion von Prusa, Melankomasreden) als Schwerpunkt behandelt werden.

Begonnen wird mit der Lektüre von Philostrat, Gymnastik.


Griechische Sprachkurse:

SK Blumenthal, Sieghild v.: Griechisch für Anfänger
Mo, Do 8--9; Di, Mi 8--10, AU 304

SK Blumenthal, Sieghild v.: Griechisch für Anfänger (Intensivkurs)
Mo--Fr 8--11.30 (30.08.--01.10.2004), AU 304


10 117 SK Fiedler, Wilfried: Griechisch für Fortgeschrittene
Mo 13.30--15.00, Mi, Do 8--10, WR D 512, Beginn: 19.04.2004

Lehrbücher: Kantharos, Griechisches Unterrichtswerk, hrsg. v. Ellinger, Fink, Heil, Meier, Stuttgart: Klett, 1982 u. ö. -- Ars Graeca, Griechische Sprachlehre, hrsg. v. Mehrlein, Richter, Seelbach, Leggewie, Paderborn: Schöningh, 51981 u. ö. oder evtl. auch eine andere Grammatik.


10 118 SK Fiedler, Wilfried: Klausurenkurs (Graecumsvorbereitung)
2 St., 14-tgl., Z. u. O. n. V.


Latein

10 120 VL Heinrichs, Achim: Augustinus, De civitate Dei
Di 9--10, Do 11--12, WR D 512, Beginn: 22.04.2004; ECTS: 2 P

Bei der Betrachtung und Interpretation eines derart umfangreichen, komplexen und bedeutenden Werkes ist -- allein wegen der gebotenen Reduktion auf das Leistbare -- die Wahl eines bestimmten Aspekts unerläßlich. Mir wird es vor allem um die refutatio, also um die widerlegende Auseinandersetzung mit den paganen Denktraditionen Roms gehen. Aber auch dabei ist Beschränkung gefordert, denn Augustinus bekämpft die nach der Eroberung Roms durch die Goten Alarichs (24.8.410) mehr denn je aufgebrachte heidnische Opposition auf nahezu allen Feldern: Geschichtsschreibung und -deutung, Philosophie, Staats- und Rechtstheorie, Religion, Mythologie sind Themenkreise, in denen der umfassend gebildete, selbst in einem langen Prozeß bekehrte Kirchenlehrer seine Gegner mit deren eigenen Waffen schlagen will. Am prägnantesten hat das Ergebnis dieser Auseinandersetzung wohl Henri-Irénée Marrou formuliert: "Saint Augustin et la fin de la culture antique" lautet der Titel seines 1938 erschienenen berühmten Buches (Deutsch: H.-I. M., Augustinus und das Ende der antiken Bildung. Übers. von L. Wirth -- Poelchau in Zsarb. mit W. Geelings. Hrsg. von J. Götte. Paderborn, München, Wien, Zürich 1982, 19952).

Wir werden also diese refutationes auf einigen Gebieten nun unsererseits kritisch prüfen. Dabei geraten letzten Endes mehr Texte aus der vor- und nichtschristlichen römischen Welt in den Blick, als man bei dem angekündigten Vorlesungstitel denken sollte.

Wir beginnen mit einer ausführlichen Interpretation der Praefatio dieses Riesenwerkes. Zugrundegelegt wird die zweibändige Teubneriana von Dombart/Kalb.

Zur Einführung empfohlen: P. Brown, Augustinus von Hippo (Übers. 19822, englische Originalausgabe Berkeley/Los Angeles 1967); K. Flasch, Augustin. Einführung in sein Denken. Stuttgart 1980, 19942; Chr. Horn (Hrsg.), Augustinus, De civitate dei, Berlin 1997 (Einleitung, S. 1-23); J. Kreuzer, Augustinus. Frankfurt, Main/New York 1995


10 121 HS Spahlinger, Lothar: Ciceros "Brutus" und die Geschichte der lateinischen Literaturgeschichtsschreibung
Do 16-18, WR D 511, Beginn: 22.04.2004; ECTS: 8 P

Im Mittelpunkt des Seminars steht mit Ciceros "Brutus" eine der kürzeren rhetorischen Schriften, die aber gleichwohl deshalb besondere Aufmerksamkeit für sich beanspruchen kann, weil sie den Versuch darstellt, die Geschichte der Redekunst lateinischer Sprache von ihren Anfängen bis in die Gegenwart Ciceros zu beschreiben. Sie ist somit ein Stück lateinischer Literaturgeschichtsschreibung.

Das Seminar soll sich vor allem mit diesem Umstand auseinandersetzen und neben Struktur und Aufbau der Schrift die Intention ihres Autors, die Kriterien seiner Klassifizierungen und Bewertungen und ihre Wirkung behandeln. Einen zweiten Schwerpunkt wird die Geschichte der lateinischen Literaturgeschichtsschreibung bilden: Hier sollen verwandte frühere Texte analysiert werden, die zeigen, daß das Bedürfnis nach Ordnung und Klassifizierung des literarischen Bestandes schon früh mit der literarischen Produktion parallel läuft und auch bei Cicero selbst bereits vor dem "Brutus" seinen Niederschlag gefunden hat.

Empfohlener Text: Ciceronis Rhetorica II (=OCT); da eine vollständige Kenntnis des Textes bereits zu Veranstaltungsbeginn wünschenswert ist, sei weiterhin auf die lateinisch-deutsche Ausgabe von Bernhard Kytzler (Cicero, Brutus. München/ Zürich 1990) aus der Sammlung Tusculum verwiesen. Weiterführende Literatur: Jürgen Paul Schwindt, Prolegomena zu einer "Phänomenologie" der römischen Literaturgeschichtsschreibung. Von den Anfängen bis Quintilian. Göttingen 2000 (= Hypomnemata 130).


10 122 PS Göbel, Johannes: Plinius, Briefe
Mi 13.30--15, WR D 511, Beginn: 21.04.2004; ECTS: 6 P

Die Briefsammlung des jüngeren Plinius (61/62 n.Chr.--vor 117) hatte bis in die Neuzeit Modellcharakter. Dazu trägt zum einen ihre stilistische Brillianz und zum anderen die essaystische Form vieler Briefe sowie deren außergewöhnliche (aber offenbar wohlgeordnete) Themenvielfalt bei. So findet sich hier z.B. Autobiographisches wie die berühmten Briefe über den Ausbruch des Vesuv im Jahre 79 (immer wieder Schullektüre), die nicht weniger bekannten Christenbriefe (Plinius bittet Kaiser Trajan um Befehle für das Verfahren mit dieser Religionsgruppe), ekphrastische Texte (d.h. Beschreibungen etwa von Villen und Kunstgegenständen), viele Informationen zum zeitgenössischen Kulturleben, Anekdotisches (der berühmte "Gespensterbrief") und auch Philosophisches (etwa die Briefe zur Neubewertung des otium). In dieser Veranstaltung soll zunächst versucht werden, dieses weite thematische Spektrum durch ein möglichst großes Quantum an Lektüre kennenzulernen. Ein besonderer Akzent soll dabei auf Plinius' Briefen zu seinem Lieblingsthema, der zeitgenössischen Literatur, liegen. Dabei wird es in unseren Analysen vor allem um die raffinierte rhetorisch-stilistische Durchgestaltung der Briefe gehen.

Ausgaben: Der Besitz einer kritischen Textausgabe (bitte im Seminar keine zweisprachigen Ausgaben verwenden!) wird vorausgesetzt. In Frage kommt hier die Teubneriana von R. Hanslik / M. Schuster (3/1958, Nachdruck 1992) oder die Oxford-Ausgabe von R.A.B. Mynors (1966 u. ö).

Einführende Literatur: K. Zelzer: Zur Frage des Charakters der Briefsammlung des jüngeren Plinius, Wiener Studien 77 (1964), S. 144--161; A. Weische: Plinius d. J. und Cicero. Untersuchungen zur römischen Epistolographie in Republik und Kaiserzeit, ANRW 2, 33, 1, S. 375--386; H. Philips: C. Plini Secundi Epistulae (in Auswahl), Paderborn u. a. 1986 (Edition ausgewählter Briefe mit ausführlichem Kommentar).

Erste Sitzung: Bitte Brief 1, 1 vorbereiten und zur Einführung folgenden Aufsatz, der ab sofort als Kopiervorlage in der Seminarbibliothek ausliegt, lesen: A. N. Sherwin-White: Pliny, the Man and his Letters, G&R 16 (1969), S. 76--90.

Schein: Die Veranstaltung kann sowohl als PS I als auch als PS II besucht werden. Details in der ersten Sitzung.

Tutorium: Zum Proseminar wird ein einstündiges studentisches Tutorium angeboten (Leitung: Sina Kampmann). Terminabsprachen in der ersten Sitzung.


Syntax und Stilistik:

10 124 UE Unterstufe: Göbel, Johannes
Di 14--16, WR D 511, Beginn: 27.04.2004; ECTS: 6 P

Jeder, der eine Sprache erlernt, macht die Erfahrung, daß gerade die Übersetzung muttersprachlicher Texte in die Fremdsprache einen ungeahnten Zuwachs an Einsicht in diese Sprache und deren Möglichkeiten bringt. Deutsch-lateinisches Übersetzen findet trotzdem in der Schule aller Erfahrung nach nur ausnahmsweise statt. In den lateinischen Stilübungen der Unterstufe fangen wir deshalb hier bei Null an: Anhand von ins Lateinische zu bringenden Einzelsätzen wird die Nominalsyntax behandelt (das sind die Paragraphen 105--181 in der Grammatik von Rubenbauer/Hofmann/Heine, s. unten "Lehrbücher"). Vorausgesetzt werden allerdings gute Kenntnisse in der lateinischen Formenlehre (gegebenenfalls empfiehlt sich also eine Wiederholung der §§ 20--104 der genannten Grammatik). Bitte veranschlagen Sie auch für Vor- und Nachbereitung dieses stofflich sehr dichten Kurses genügend Zeit in Ihrer Semesterplanung.

Teilnahmevoraussetzung: Bestandene Propädeutik- bzw. Befreiungsklausur.

Lehrbücher: Bitte anschaffen: H. Rubenbauer/J. B. Hofmann/R. Heine: Lateinische Grammatik, Bamberg--München 12/1995 (unerläßlich für alle drei Syntax-Kurse); H. Menge, Repetitorium der Lateinischen Syntax und Stilistik, bearb. von A. Thierfelder, 11. Aufl., zuletzt Darmst´tadt 191990. Letzteres ist trotz der Neubearbeitung nach wie vor das Werk der Wahl zur lateinischen Syntax; Benutzung ist spätestens im Oberkurs unerlässlich, rechtzeitige Anschaffung (nur antiquarisch möglich) daher dringend empfohlen..

Schein für regelmäßige Teilnahme, Hausaufgaben, Zwischenklausur, Abschlußklausur.


10 125 UE Mittelstufe: Kappl, Brigitte
Mo 9--11, WR D 511, Beginn: 26.04.2004; ECTS: 6 P

Aufbauend auf dem Stoff des Unterkurses werden im Mittelkurs zunächst der Gebrauch der Tempora und Modi im Lateinischen, sodann die einzelnen Nebensatzarten behandelt (RHH §§ 205--264).

Teilnahmevoraussetzungen: Erfolgreich absolvierter Unterkurs.

Lehrbücher: Rubenbauer/Hofmann/Heine (siehe Unterstufe unter Lehrbücher) und Menge, Repetitorium.

Leistungsnachweis: Regelmäßige Teilnahme, regelmäßige Abgabe von Hausaufgaben, Zwischenklausur, Abschlußklausur.


10 126 UE Oberstufe: Thiel, Rainer
Do 14--16, WR D 612, Beginn: 27.04.2004; ECTS: 6 P
(Hinweis: In Abstimmung mit allen Interessenten auf der Seminareröffnung am 20.4.2004 kommt auch eine Verlegung des Termins in Betracht)

Der Oberkurs der lateinischen Stilübungen dient dazu, die Fähigkeit zu erwerben oder zu vertiefen, deutsche Texte aus dem Umkreis der antiken Kultur sprachrichtig und stilistisch befriedigend ins Lateinische zu übertragen. Diese Fähigkeit ist nicht nur die unabdingbare Voraussetzung dafür, aus einer sicheren Kenntnis der Ausdrucksmöglichkeiten des Klassischen Lateins heraus die stilistische Eigenart klassischer und nichtklassischer lateinischer Texte beurteilen zu können; sie ist auch eine Schlüsselkompetenz des künftigen Lateinlehrers, der in der Praxis des Unterrichts immer wieder vor der Aufgabe steht, sprachrichtige Übungs- und Klausurentexte auf dem jeweiligen Niveau seiner Schüler zu verfassen.

In der ersten Semesterhälfte soll in einem Durchgang durch wichtige lateinische Prosagattungen (Rede, Geschichtsschreibung, philosophische Schriften, Epistolographie) anhand eigener Übertragungen ins Lateinische jeweils der Stil eines klassischen und eines nichtklassischen Autors (Cicero--Plinius, Caesar--Livius, Cicero--Seneca, Cicero--Plinius) verglichen werden. In der zweiten Semesterhälfte konzentrieren wir uns auf Ciceros philosophische Schriften, aus denen auch die Abschlussklausur stammen wird. Statt einer Mittelklausur wird eine Hausarbeit stehen, in der ein Übungstext auf mittlerem Lehrbuchniveau zu verfassen ist.

Teilnahmevoraussetzung: Erfolgreich bestandener Mittelkurs oder gleichwertige Qualifikation an einer anderen Universität. Die sichere Beherrschung der Formenlehre sowie des Stoffes von Unter- und Mittelkurs (entsprechend Rubenbauer-Hoffmann-Heine §§ 105--264, also unter Einschluss von § 184--204) wird vorausgesetzt. Es wird dringend empfohlen, sich vor Beginn des Kurses die Stammformen der lateinischen Verba RHH § 80, § 83, § 84 b), § 86 b), § 87 b), § 89, § 90, § 93 und § 95 sicher zu vergegenwärtigen.

Lehrbücher: Rubenbauer-Hofmann-Heine und "alter" Menge (ab der 11. Aufl.; vgl. auch Unterstufe unter Lehrbücher), Lateinische Phraseologie von Otto Schönberger. Genaue bibliographische Angaben sind der im Unterkurs ausgeteilten Übersicht über "Hilfsmittel zu den lateinischen Stilübungen und zur lateinischen Sprache und Stilistik" zu entnehmen, die auch unter <http://www.uni-marburg.de/klassphil/Stil/Hilfsmittel.pdf> zum Download bereitsteht.


Lektüre:

10 127 UE Wimmel, Walter: Texte zum römischen Bürgerkrieg (Fortsetzung der Veranstaltung des WS)
Z. u. O. n. V.; ECTS: 4 P

Die Lektüre (alle Semester) befaßt sich mit den Reden zu Ciceros politischem Lebenslauf. Für das Sommersemester sind als Thema Ciceros sog. philippische Reden geplant (seine Angriffe gegen Antonius, die Ciceros Ermordung zur Folge hatten).


Grundstudium:

10 128 UE Kappl, Brigitte: Propädeutische Lektüre mit Repetitorium der Formenlehre. Cicero
Mi, Fr 11--13, WR D 512, oder n.V., Beginn: 21.04.2004; ECTS: 7 P

Der Kurs richtet sich speziell an Studienanfänger. Er dient der Wiederholung und Vertiefung der Grammatik und soll Studierende der Latinistik auf die eigenständige Lektüre vorbereiten.

Anhand von Cicero-Texten soll die Syntax wiederholt werden; daneben werden durch entsprechende Übungen die Kenntnisse in der Formenlehre gefestigt.

In der ersten Sitzung (21.4.) wird zu diesem Kurs eine sog. Befreiungsklausur angeboten; wer sie besteht, muss nicht an der Propädeutik teilnehmen, sondern kann sofort alle anderen Veranstaltungen des Grundstudiums besuchen.

Text: Zu Beginn des Semesters wird eine Kopiervorlage mit ausgewählten Cicero-Texten bereitgestellt.

Lehrbücher: Dringend empfohlen wird die Anschaffung der lateinischen Grammatik von H. Rubenhauer/J. B. Hofmann/R. Heine, Bamberg--München 12/1995, die man für die Übungen zur Syntax und Stilistik ohnehin benötigen wird. Ferner wird der Grundwortschatz Latein nach Sachgrupppen, bearb. v. E. Hermes u. H. Meusel, Stuttgart (Klett) 1993 zur Anschaffung empfohlen.


10 129 UE Heinrichs, Achim: Cicero, Cato maior (De senectute)
Do 9--11, WR D 511, Beginn: 22.04.2004; ECTS: 4 P

Der "alte" Cato (M. Porcius Cato Censorius, 234--149 v. Chr.), homo novus wie Cicero, der ihn zum Protagonisten seiner Schrift über das Alter gewählt hat, ist eine beeindruckende Gestalt und keineswegs auf sein stereotypes Ceterum censeo zu reduzieren. Politisch und militärisch überaus erfolgreich, von festem, unbestechlichem Charakter, dabei intelligent und vielseitig, bietet dieses Denkmal der -- wie Cicero es sieht -- "guten alten Zeit" zwischen dem 2. und dem 3. punischen Krieg eine Fülle von Facetten, die fast ein wenig irritiert. Dies gilt auch für seine literarische Tätigkeit: Medizin, Rhetorik, Kriegswesen, insbesondere Landwirtschaft sind ebenso Gegenstände ausgeprägter Schriftstellerei wie römische Alltagsmoral, der er ein Carmen widmet; berühmt sind seine Reden; für die historiographische Literatur Roms waren die Origines geradezu innovativ. Heutigen Bildungspolitikern vermutlich völlig unverständlich sein dictum: Verstehst Du die Sache, kommen die Worte von selbst: Rem tene, verba sequentur.

Cicero, der wie kein anderer die lateinische Sprache für griechisches Denken geschmeidig gemacht hat, hätte vielleicht die Skepsis des alten Cato gegen die Hellenisierung der römischen Zivilisation nicht so hart verurteilt wie das Lexikon der Alten Welt (s. v. Cato, S. 558): "Sein Kampf gegen den griech. Kultureinfluß war der letzte Versuch einer engstirnigen Reaktion, der zum Scheitern verurteilt war".

Der Cato, den Cicero über vor allem die Vorteile des Alters reden läßt, spricht bei offensichtlicher Belesenheit in Literatur utriusque linguae schönste rhetorisch-philosophische Kunstprosa und kommt unter anderem zu dem -- heutigen Verhältnissen kaum entsprechenden -- Schluß: "Alter? Das bedeutet mehr Ansehen und Einfluß, dabei weniger Arbeit." Autorität ist geradezu die natürliche Krone des Alters: apex est autem senectutis auctoritas (De senectute 60).

Diese kleine Schrift Ciceros, geschrieben im Umfeld bedeutender philosophischer Werke des damals über 60jährigen, nur wenige Monate vor Caesars gewaltsamen Tod und etwa 2 Jahre vor seiner eigenen Ermordung, soll uns in ihrer ausgefeilten sprachlichen Gestalt und mit ihren prägenden Inhalten beschäftigen.

Zielgruppe: Studierende des Lateinischen (Lehramt/Magister) im Grundstudium

Text: Teubnerausgabe von K. Simbeck (1917), zuletzt 1997; aber auch alle anderen vollständigen Ausgaben dieser wenig umfangreichen Schrift (ca. 40 Teubnerseiten) sind geeignet.

Kommentar: Cicero, Cato maior de senectute, edited with introduction and commentary by S. G. F. Powell, Cambridge, 1988).

Empfehlung zur Vorbereitung: Powell, l. c., Introduction, S. 1--30; Karl Büchner, Cicero, Bestand und Wandel seiner geistigen Welt, Heidelberg 1964, S. 398--408.


Hauptstudium:

10 130 UE Spahlinger, Lothar: Ovid, Epistulae Heroidum
Fr 11--13, WR D 511, Beginn: 23.04.2004; ECTS: 4 P

Ovids Heroiden-Briefe stellen eine Gruppe von Gedichten dar, die gewissermaßen die Liebeselegien mit den großen mythologischen Dichtungen verbinden. In dieser Zwischenform können sie als Weiterentwicklung der elegischen Gattung besondere Aufmerksamkeit beanspruchen. Die Veranstaltung soll eine möglichst große Auswahl aus dem Werk berücksichtigen, sowohl aus der ersten Gruppe von Einzelbriefen wie auch aus der späteren Erweiterung der Doppelbriefe. Dabei werden auch Paralleltexte aus den übrigen Werken Ovids herangezogen, die die unterschiedliche Behandlung eines mythischen Stoffs je nach Gattung und dichterischer Intention deutlich werden lassen.

Empfohlener Text: Text wird gestellt


10 131 UE Latta, Bernd: Horaz, Episteln Buch 2, 1f.
Do 19--21, WR D 512, Beginn: 22.04.2004; ECTS: 4 P

s. besonderen Aushang


Fachdidaktik:

10 132 UE Heinrichs, Achim: Schulpraktische Studien I
Mi 11--13, WR D 511, Beginn: 21.04.2004; ECTS: 5P+2P
+ schulbezogene Blocklektüre im Umfang von 1 SWS, Z. u. O. n. V.

Mit den Schulpraktischen Studien I wird das im WS 03/04 durchzuführende Praktikum vorbereitet. Dies erfolgt in verschiedenen Themenbereichen: 1. Grundlagen und Vorgaben für die unterrichtliche Praxis in Hessen; 2. Lehr- und Lernmittel; 3. Grundfragen altsprachlichen Unterrichts; 4. Didaktik und Methodik; 5. Unmittelbare Praktikumsvorbereitung. Für jeden dieser Bereiche stehen verschiedene Einzelthemen (Referate) zur Wahl. Die entsprechende Liste liegt ab Beginn der Semesterferien zusammen mit der Teilnehmerliste aus. Bitte achten Sie darauf, daß für die Vorbereitung und wissenschaftliche Begleitung des Praktikums der Besuch der Schulpraktischen Studien I und II verbindlich ist.

Zielgruppe: Studierende des Lateinischen und des Griechischen im Hauptstudium (Studiengang Lehramt), die das pädagogische Blockpraktikum schon absolviert haben.


Lateinische Sprachkurse:

10 134 SK Thiel, Rainer: Lateinkurs I
Di 14--16 und Fr 9--11, WR D 512, Beginn: 20.04.2004
Achtung! Am Freitag, dem 23.4.2004 findet der Kurs ausnahmsweise im Hörsaalgebäude (Biegenstr. 14), HS 4 (Erdgeschoss hinten) statt.


10 135 SK Grannemann, Sascha: Lateinkurs III (Lektüre)
Mi 17--20.30, WR D 512, Beginn: 28.04.2004

In dem Kurs werden ausgewählte Passagen aus einer Rede Ciceros sowie aus einer der beiden historischen Monographien Sallusts (voraussichtlich dem bellum Iugurthinum) behandelt. Zum Einstieg werden in der ersten Sitzung zwei Texte behandelt, die gestellt werden. Alles Weitere wird in der ersten Sitzung besprochen.


Ferienkurs:

10 135 SK Kappl, Brigitte: Lateinkurs II
Di, 27.07.--Fr, 13.08., jeweils Mo--Fr 9--13 Uhr, WR D 512


Neugriechische Sprache und Literatur

10 139 SK Dimitroulia-Kohlhaas, Theodora: Neugriechisch I (für Anfänger)
Di 17.00--18.30, WR D 612, Beginn: 20.04.20042004; ECTS: 4P

Ziel/Inhalt: Die ersten Kenntnisse des Neugriechischen werden in Schrift und Sprache vermittelt. Großer Wert wird darauf gelegt, Grammatik, Syntax und Wortschatz in Konversationsübungen anzuwenden.

Zielgruppe: Die Veranstaltung ist für Hörerinnen und Hörer aller Fachbereiche gedacht. Sie richtet sich vor allem auch an solche Interessentinnen und Interessenten, die sich wegen ihres Studiums oder ihrer wissenschaftlichen Weiterbildung mit der Neugriechischen Sprache und Kultur befassen wollen.

Lehrbuch: Es wird gearbeitet mit dem Lehrbuch: *ELLHNIKA/ TW/RA 1+1, Nostos Verlag, Athen 2002


10 140 SE Dimitroulia-Kohlhaas, Theodora: Neugriechische Literatur der Nachkriegszeit (1944-1974) II
Di 18.30--20.00, WR D 612, Beginn: 20.04.2004; ECTS: 8 P

Das Seminar widmet sich weiter der Dichtung der Nachkriegszeit ab 1945 bis Mitte der 70er Jahre.

Wir werden uns weiter mit dem lyrischen Werk von Dichtern wie Manolis Anagnostakis, Aris Alexandrou, Titos Patrikios, Michalis Katsaros und anderen beschäftigen.

Unsere Arbeit wird von der Prosa derselben Jahre begleitet. Wir befassen uns mit Schriftstellern wie Dimitris Chatzis, Stratis Tsirkas, Andreas Frangias, Th. Valtinos und anderen.

Die Diskussion über die Geschichte Griechenlands nach dem Krieg, vom Juni 1944 (Befreiung von der deutschen Besatzung) bis zur Militärjunta, April 1967 - Juli 1974 wird unser Verständnis- und Empfindungsvermögen bereichern.

Die Dichter und Schriftsteller der Nachkriegsperiode, die in einer politisch turbulenten und wirtschaftlich harten Zeit produzieren, haben nicht zufällig die Bezeichnungen "Generation der Niederlage", aber gleichzeitig auch "Poeten des Wesentlichen" und "Dichter der poetischen und politischen Ethik" bekommen.

Zielgruppe: Alle Interessentinnen und Interessenten, die ihre Kenntnisse im Neugriechischen und in der neugriechischen Literatur verbessern und vertiefen möchten.

Lehrmaterial: Die Texte werden in Photokopie geliefert. Gelegentlich werden auch Musik und Filme eingesetzt.


Veranstaltungen anderer Institute

Lateinische Philologie des Mittelalters und der Neuzeit

10 160 VL Könsgen, Ewald: Lateinische Dichtung des früheren Mittelalters (6.--9. Jh.)
Di 9--11, WR C 115; ECTS 2 P

10 162 SE Könsgen, Ewald: Gregor von Montesacro. "Die geistige Kultur Süditaliens unter Friedrich II."
Mi 11--13, WR C 115; ECTS 5 P

10 163 LK Könsgen, Ewald: Lateinische Liebesbriefe
Mo 14--16, WR C 115; ECTS 4 P

10 164 UE Könsgen, Ewald: Einführung in die mittellateinische Sprache anhand ausgewählter historischer Texte (25 Teilnehmer)
Di 14--16, WR C 115; ECTS 3 P

10 165 PS Rener, Monika: Mittelalterliche Visionsberichte
Do 9--11, WR C 115; ECTS 4 P

10 166 SE Rener, Mo (mit Prof. Dr. W. Winterhager): Musensitz Marburg. Helius Eobanus Hessus / Euricius Cordus. Politische Dichtungen.
Zeit steht noch nicht fest; ECTS 5 P

10 167 LK Rener, Monika: Petrarca, Africa
Mi, Fr 14--16, WR C 115; ECTS 3 P

10 168 VL Rener, Monika: Nostro exilio Graecia Alpes transvolavit. Humanismus nördlich der Alpen
Fr 9--11, WR C 115; ECTS 2 P


Zuletzt aktualisiert: 01.11.2005 · Dieteric

 
 
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