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Willkommen im Fach Gräzistik!

 

Alle, die sich für die Sprache, Literatur und Kultur der griechischen Antike, aber auch für ihre Bedeutung in der europäischen und außereuropäischen Rezeption und als Grundlage unseres heutigen Denkens interessieren, sind herzlich willkommen in Marburg. Wie die gesamte Universität kann auch die Gräzistik auf eine reiche Tradition (vgl. Geschichte der Klassischen Philologie) zurückblicken. Gleichzeitig ist sie gegenwartsbezogen und zukunftsorientiert, indem sie neue Perspektiven und Methoden erschließt. Die Lebendigkeit der Gräzistik resultiert aus der engen Zusammenarbeit von Dozenten (siehe ‚Lehrende‘), den stets recht zahlreichen Doktoranden und den Studierenden.

Uns liegen Forschung und Lehre gleichermaßen am Herzen. Deshalb betreuen wir unsere Studierenden individuell. Als Fach sind wir in verschiedene Studiengänge eingebunden (Lehramt, B.A.-Studiengänge, Master, vgl. ‚Studium‘).  Darüber hinaus sind wir an der Erarbeitung eines neuen innovativen B.A.-Studienganges beteiligt, der ab 2019/20 beginnen soll (dazu werden Sie hier bald weitere Informationen finden).  Aufgrund unserer inhaltlichen und methodischen Vielfalt sind Studierende mit unterschiedlichsten Interessen gut bei uns aufgehoben.  Bei uns kommen sowohl sprachwissenschaftlich Interessierte auf ihre Kosten (zumal Marburg als eine der wenigen Universitäten noch über eine Vergleichende Sprachwissenschaft verfügt, siehe dort) als auch literaturwissenschaftlich und philosophisch Interessierte. Auch wer noch kein Griechisch gelernt hat, ist bei uns willkommen.  Denn Sie haben die Möglichkeit, in den von uns angebotenen griechischen Sprachkursen Griechisch zu lernen. Daneben gibt es in manchen Studiengängen (wie im Studiengang  B.A. Europäische Kulturen und im Rahmen des ab dem WS 2019/20 neu beginnenden B.A.-Studiengangs) die Möglichkeit, die griechische Literatur in Übersetzung kennenzulernen .

Wir verstehen die Gräzistik als ein Fach, das die Texte der griechischen Antike (7. Jhdt. v. Chr. – 5. Jhdt. n. Chr.) sowohl in ihren sprachlich-ästhetischen Besonderheiten als auch als Teil der antiken Kultur(en) untersucht. Aber auch die Frage nach ihrem Einfluss auf europäische und außereuropäische Kulturen und auf unser heutiges Denken ist Teil unseres Zugangs. In Lehre und Forschung deckt die Marburger Gräzistik ein breites Spektrum ab, das von der frühgriechischen Dichtung bis in die christliche Literatur der Spätantike reicht und alle Gattungen (Tragödie, Epos, Lyrik, philosophische Literatur, Fachliteratur, Roman u.a.) behandelt. Über die enge Zusammengehörigkeit mit der Latinistik hinaus ist durch die Einbettung in das ‚Marburger Centrum Antike Welt‘ ein interdisziplinärer Austausch mit anderen altertumswissenschaftlichen Fächern gegeben.  Aber auch mit anderen Fächern wie den neusprachlichen Disziplinen und der Philosophie ist eine enge Kooperation vorhanden. Dies liegt an den Forschungsschwerpunkten der Marburger Gräzistik. Ihr besonderes Interesse gilt zum einen der antiken Philosophie, Biologie und – dies ist ein Alleinstellungsmerkmal der Marburger Gräzistik – der Frage, auf welche Weise antike Philosophen über Ökonomie reflektierten. Dabei arbeitet die Gräzistik – auch dies ein Novum – mit der Marburger VWL zusammen, indem sie zum einen nach den historischen Zusammenhängen antiker und moderner Ökonomie fragt und zum anderen die antiken ökonomischen Texte von der Warte moderner Ökonomie aus beleuchtet.

Aber unser Fokus liegt auch auf der ästhetischen Gestaltung der griechischen Literatur. Dies gilt für philosophische Texte genauso wie für die Dichtung. So ist der Tragödie ein weiterer zentraler Schwerpunkt gewidmet,  in dessen Rahmen ein Projekt zu einer Neuübersetzung und Kommentierung von Aischylos‘ Orestie angesiedelt ist. Diese Tätigkeit macht deutlich, wie wichtig die Kenntnis der Originalsprache ist, um einen guten Transfer der Antike in die Moderne zu leisten.

Die Gräzistik ist in verschiedene inneruniversitäre sowie universitätsübergreifende nationale und internationale Kooperationen in England, Frankreich, Italien und den USA (zu anderen Möglichkeiten vgl. auch Klassische Philologie, Internationalität) vernetzt. Davon profitieren auch Studierende und Doktoranden, etwa durch ein Auslandsstudium oder durch die Teilnahme an Konferenzen.  Auch tragen wir dem Interesse Studierender an Berufsperspektiven Rechnung durch Informationen über mögliche Arbeitsfelder und Hilfe bei der Suche nach Praktika. Mit den Schulen und dem die Interessen der altsprachlichen Lehrer und Lehrerinnen vertretenden DAV (Deutscher Altphilologenverband) Hessen besteht eine enge Zusammenarbeit.