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Geschichte der Klassischen Philologie

Bei der Gründung im Jahr 1527 bestand die Marburger Universität aus vier Fakultäten: der Artistenfakultät, der Theologischen, einer Juristischen und einer Medizinischen Fakultät.
Die artes liberales, die in der Artistenfakultät gelehrt wurden, waren die Grundlage der universitären und wissenschaftlichen Bildung. Sie bestanden gemäß dem aus der Spätantike stammenden Unterrichtssystem aus vier mathematischen Künsten, dem sog. Quadrivium aus Arithmetik, Geometrie, Musik und Astronomie als Basis der philosophischen Bildung, und drei philologischen Künsten, dem sog. Trivium, Grammatik, Rhetorik und Dialektik, als Basis der Literaturwissenschaft.
In Marburg gehörten zu dieser Fakultät von Anfang an eine Professur für Griechisch und mehrere für Latein. Aus der Artistenfakultät entwickelten sich die heutigen philologischen Seminare: Das erste unter ihnen war in Marburg die Klassische Philologie, die 1811 als Philologisches Seminar gegründet wurde.
Von Anfang an wurde in Marburg die Tradition, dass die Klassische Philologie sowohl die Literatur als auch die Philosophie der klassischen Antike zu ihrem Gegenstand hatte, intensiv gepflegt. Dieses Erbe der alten Aritstenfakultät, in der Philosophie und Literatur zusammen die Grundlage des studium generale, der allgemeinen Bildung, waren, ist am heutigen Fachgebiet Klassische Philologie seit nunmehr gut 20 Jahren Programm - und zwar auch mit Blick auf die Bedeutung dieser wissenschaftsgeschichtlichen Grundlegung für die Philosophie- und Literaturgeschichte in Europa.

Besetzung der ordentlichen Professuren am Fachgebiet Klassische Philologie seit 1955

Klassische Philologie / Gräzistik

Klassische Philologie / Latinistik

Friedrich Müller (1955-1968) Carl Becker (1955-1963)
Wolfgang Kullmann (1964-1975) Walter Wimmel (1963-1987)
Otto Lendle (1977-1991) Joachim Adamietz (1988-1996)
Arbogast Schmitt (1991-2008) Jürgen Leonhardt (1997-2004)
Sabine Föllinger (seit 2011) Gregor Vogt-Spira (seit 2006)

Vakanzen bzw. Vertretungen sind hier nicht dargestellt.

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