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Opfer am Khmer-Rouge Tribunal - The impact of the ECCC proceedings on victims in Cambodia

Verantwortlich: Prof. Dr. Christoph Safferling, Dr. Elisa Hoven

Leiterin des Projekts: Dr. Elisa Hoven

Die Beteiligung von Opfern an internationalen Strafverfahren hat in den letzten Jahren zunehmend an Bedeutung gewonnen. Am Khmer Rouge-Tribunal (ECCC) in Kambodscha ist es den Opfern erstmals gestattet, als Nebenkläger an den Verfahren mitzuwirken.

Ziel des Forschungsvorhabens ist es, die Vorzüge und Defizite der prozessualen Opferbeteiligung aufzuzeigen. Besonderheit der Studie ist es, dass nicht allein die Sichtweise der Nebenkläger erhoben, sondern auch die Perspektiven der übrigen Verfahrensbeteiligten einbezogen wurden. Auf diese Weise sollen die Erfahrungen mit der prozessualen Parteistellung von Opfern in einem hybriden Strafverfahren evaluiert werden.

Andrew Cayley
Andrew Cayley QC, Co-Prosecutor des Khmer-Rouge-Tribunals, bei seinem Vortrag zum Thema "Capacity Building".
Diskussionsrunde zum Thema „The Khmer Rouge Tribunal and its Contribution to Transitional Justice“
Diskussionsveranstaltung zum Thema „The Khmer Rouge Tribunal and its Contribution to Transitional Justice“, organisiert von Dr. Elisa Hoven in Kooperation mit der Harvard Humanitarian Initiative und der Harvard Law School. Im Uhrzeigersinn: Andrew Cayley, Dr. Patrick Kroker, Phuong Pham, PhD, Dr. Elisa Hoven, Mareike Feiler, Saskia Scheibel und Patrick Vinck, PhD.

Im Wege qualitativer Forschung wurden in Kambodscha im Sommer 2012 Interviews mit Opfern, Opferanwälten, Richtern und Anklägern geführt. Diese wurden von Dr. Elisa Hoven, Mareike Feiler und Saskia Scheibel im Rahmen eines Forschungsaufenthaltes an der Harvard Humanitarian Initiative ausgewertet und verschriftlicht. Die Ergebnisse der Studie werden im Rahmen eines Edited Volumes zur Opferbeteilung sowie einem Report voraussichtlich Mitte des Jahres 2013 veröffentlicht.


Ausgehend von den Ergebnissen der Studie sollen Denkanstöße für die Debatte einer sinnvollen Einbeziehung von Opfern in internationale Strafprozesse entwickelt werden.

Die Untersuchung in Kambodscha wurde finanziell unterstützt vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD); der Forschungsaufenthalt und die Veröffentlichung des Edited Volumes von der Fritz Thyssen Stiftung.

Als einen weiteren Teil des Projekts hat Frau Dr. Elisa Hoven in Kooperation mit der Harvard Humanitarian Initiative und der Harvard Law School eine Diskussionsveranstaltung mit dem Titel „The Khmer Rouge Tribunal and ist Contribution to Transitional Justice“ organisiert. Im Rahmen der Konferenz hat der internationale Co-Prosecutor des Khmer Rouge Tribunals, Andrew Cayley QC, einen Vortrag zu dem Thema „Capacity Building“ gehalten. Im Anschluss haben Dr. Elisa Hoven, Mareike Feiler und Saskia Scheibel die Ergebnisse der Studie präsentiert und gemeinsam mit Dr. Patrick Kroker, Phuong Pham PhD und dem Co-Prosecutor Andrew Cayley diskutiert.

 

Transitional Justice (in Kooperation mit dem Zentrum für Konfliktforschung)

Verantwortlich: Prof. Dr. Thorsten Bonacker, Prof. Dr. Eckart Conze, Prof. Dr. Christoph Safferling, Dr. Wolfgang Form


Transitional Justice (TJ) gehört zu den zentralen Konzepten der Friedenskonsolidierung in Nachkriegsgesellschaften, die seit Mitte der 1990er Jahre von der internationalen Gemeinschaft und der globalen Zivilgesellschaft entwickelt wurden, um nachhaltigen Frieden in Postkonfliktgesellschaften zu gewährleisten. Der Begriff umfasst Maßnahmen, mit denen vergangene Menschenrechtsverletzungen und Gewalterfahrungen geahndet und gesellschaftlich bearbeitet werden sollen. Dies kann sich auf internationale oder nationale strafrechtliche Verfahren, aber auch auf außergerichtliche Versöhnungsstrategien von Tätern und Opfern eines Konflikts, Reparationsleistungen (Rückerstattungen, Entschädigungen), auf die Demobilisierung von Tätern oder auf die Wahrheits- und Faktenfindung beziehen.

Der Übergang von einer Zeit massiver Menschenrechtsverletzungen, Völkermord und Kriegsverbrechen hin zu einer stabilen und friedvollen staatlichen, demokratischen Ordnung und friedlichen Koexistenz von Nachbarstaaten ist ein langer und schwieriger Prozess. Unter dem Oberbegriff „Transitional Justice“ erforschen verschiedene wissenschaftliche Einzeldisziplinen diese Übergänge mit dem Ziel, für zukünftige Situationen optimierte strukturelle Bedingungen anbieten zu können. Die Philipps-Universität Marburg besitzt mit dem Zentrum für Friedens- und Konfliktforschung (CCS) und dem Forschungs- und Dokumentationszentrum Kriegsverbrecherprozesse (ICWC) zwei Kompetenzeinheiten auf dem Gebiet der „Transitional Justice“. Während am ICWC vor allem die juristische Aufarbeitung von staatlich unterstützter Makrokriminalität im Vordergrund steht, beschäftigt sich das CCS mit soziologischer Forschung, politikwissenschaftlichen Fragestellungen und religiösen Aspekten von Konflikten und Post-Konflikt-Situationen.

Im Rahmen von Transitional Justice werden am ICWC derzeit drei Projekte verfolgt:

Zuletzt aktualisiert: 05.03.2013 · Kappeler Angela, Fb. 9

 
 
 
Philipps-Universität Marburg

ICWC, Universitätsstraße 7, D-35032 Marburg
Tel. +49 6421 28-26895, Fax +49 6421 28-26894, E-Mail: form@staff.uni-marburg.de

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