Monumentalfigur (Abguss) einer sitzenden Gottheit |
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Der Diplomat und Amateurarchäologe Max
Freiherr von Oppenheim (1860-1946) entdeckte die Statue im Verlauf
seiner Tell Halaf-Grabungen und nannte sie "große thronende Göttin".
Die Originalfigur war aus Basalt und hatte ein Gewicht von ca. 4
Tonnen. Die Funde Oppenheims wurden 1930 in das eigens gegründete Tell
Halaf-Museum in Berlin verbracht. Bei einem Fliegerangriff im November
1943 wurden die meisten Stücke des Museums zerstört, darunter auch das
Original der "großen thronenden Göttin". Alle Gipsabgüsse und Formen
verbrannten. Der Abguss, der 1932 in die Marburger Religionskundliche
Sammlung kam, somit das einzige gut erhaltene Exemplar, das den
Erhaltungszustand von 1913 zeigt, also noch bevor die Statue in Syrien
nach Abreise des Grabungsteams von Unbekannten beschädigt wurde. Die
Zöpfe, Nase und der Rand der Opferschale wurden stark in
Mitleidenschaft gezogen.
Der Marburger Abguss von 1913, also vom noch perfekt erhaltenen Stück, wurde für die Restauration der stark beschädigten Originalstatue des Vorderasiatischen Museums Berlin herangezogen und Teilstücke des Abgusses vom Steinrestaurator des Berliner Museums abgeformt. Die mit Hilfe des Marburger Abgusses wiederhergestellte Figur kann nun im Pergamonmuseum in Berlin bewundert werden (28.1.-14.8.2011): http://www.gerettete-goetter.de/ Der Tell Halaf hatte seine Blütezeit in der frühen Zweistromland-Kultur, ca. 5050 - 4300 v.Chr. Im 9. Jh. v. Chr. war der Tell Halaf ein Stadtstaat, der dem Assyrer-König Adad-nirari II. Tribut zahlte. 808 v.Chr. wurde der Tell Halaf durch die assyrische Herrscherin Semiramis geplündert und ins assyrische Imperium eingegliedert. Im alten Syrien und Kleinasien wurden verstorbenen hochstehenden Personen reiche Opfergaben dargebracht. Die Begräbnisstätte war prunkvoll gestaltet und mit Statuen und Stelen ausgestattet. Herrscher wurden nach ihrem Tod "zu Göttern". Die Statuen vermittelten zwischen Lebenden und Toten. Oppenheims Vermutung, es handle sich bei der Basaltfigur um eine Göttin, ist daher nicht abwegig. Ob hier allerdings die "große Göttin" Hepet dargestellt ist, die der assyrischen Ischtar entspricht, ist fraglich. |
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Maße: H. 180 cm, B. 82 cm, T. 95 cm Signatur: Bm005 Literatur: Cholidis, Nadja und Martin, Lutz: Der Tell Halaf und sein Ausgräber Max Freiherr von Oppenheim. Mainz: Verl. Philipp v. Zabern. 2002. Teichmann, Gabriele und Vögler, Gisela (Hrsg.): Faszination Orient. Max von Oppenheim, Forscher, Sammler, Diplomat. Köln: DuMont. 2003. (bes. S. 204ff). |
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