Forschungsprojekte
Übersicht:
Palaeogeographic and geoarchaeologic studies in the area of Mogador, Morocco
The Holocene evolution of the environs of Ullastret, Spain
Geoarchäologische und paläogeographische Studien im Bereich der antiken Küstensiedlung Lissos (N-Albanien)
Paläogeographische Untersuchungen zur Landschaftsentwicklung Akarnaniens (Nordwestgriechenland) in den letzten 10.000 Jahren
Geomorphologische Untersuchungen zum holozänen Küstenwandel im Umfeld des Poseidon-Heiligtums bei Akovitika am Messenischen Golf (Peloponnes, Griechenland)
Landschaftswandel im Umfeld der antiken Stadt Helike (nördl. Peloponnes, Griechenland)
Paläogeographisch-geoarchäologische Untersuchungen zu Landschafts-veränderungen in Umfeld des Sundes von Leukas (Nordwestgriechenland) seit dem Neolithikum
Geoarchäologische und paläogeographische Untersuchungen an den Küsten der Halbinseln von Taman (SW-Russland) und Kertsch (Ukraine) sowie am Nordufer des Asowschen Meeres bei Taganrog (SW-Russland)
Geoarchäologische Forschungen auf der Kertsch-Halbinsel im Umfeld der antiken Städte Nymphaion und Pantikapaion (Ukraine)
Bybassos
Geoarchäologische Forschungen zum Apollon-Delphinios-Heiligtum von Milet/Westtürkei
Stadt und Umland – Entwicklung früher urbaner Gesellschaften im Kontext einer sich wandelnden Umwelt: das Beispiel Milet
Geoarchäologische, sedimentologische und morphodynamische Untersuchungen im Mündungsgebiet des Großen Mäanders, Westtürkei
Kusaklı-Sarissa: Ausgrabungen einer hethitischen Stadtruine
Kayalıpınar
Geoarchäologische Studien im Umfeld des Tell Burak (Libanon)
Millennia-old beaches within Dubai Internet City, U.A.E.
Umweltrekonstruktion in der Oase von Tayma (Saudi-Arabien)
Projekte:
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Palaeogeographic and geoarchaeologic studies in the area of Mogador, Morocco
Prof. Dr. H. Brückner, zusammen mit Prof. Dr. D. Marzoli, DAI Madrid, und Dr. J. Eiwanger, DAI KAAK, Mitarbeiter: Julius Lucas. Finanzierung: DAI (laufend)
Mogador, eine kleine Insel an der marokkanischen Atlantikküste, wirdum die Mitte des 7. Jh. vor Chr. zu dem äußersten Außenposten der westphönizischen Koiné. Die seit 2006 laufenden geoarchäologischen Untersuchungen im Gebiet von Essaouira und Mogador statt sollen u.a. die Frage beantworten, ob die Insel zur Zeit der Phönizier an das Festland angeschlossen und damit über eine Landbrücke erreichbar war. Der lokale Landschaftswandel soll unter Verwendung geowissenschaftlicher Feld- und Laboranalysemethoden detailliert erfasst werden. Sehr aussagekräftig sind dabei die Talfüllungen der in den Atlantik entwässernden Wadis.
Prof. Dr. H. Brückner, zusammen mit Prof. Dr. D. Marzoli, DAI Madrid. Mitarbeiter: Dominik Brill.
Finanzierung: DAI (laufend)
Die geoarchäologischen Untersuchungen in der Umgebung von Ullastret,
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Geoarchäologische und paläogeographische Studien im Bereich der antiken Küstensiedlung Lissos (N-Albanien)
Finanzierung: DAI Berlin, Eigenmittel (laufend).
Das antike Lissos (das heutige Lezha) wurde im 4. Jh. v. Chr.
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Paläogeographische Untersuchungen zur Landschaftsentwicklung Akarnaniens (Nordwestgriechenland) in den letzten 10.000 Jahren
PD Dr. A. Vött, Prof. Dr. H. Brückner
Finanzierung: DFG, Philipps-Universität (laufend).
Die maximale Transgression an der akarnanischen Küste fand bereits im mittleren Holozän, im 7./6. Jt. v. Chr., statt. In den Küstenebenen von Boukka, Palairos, Mytikas und Astakos kam es in der Folge zur Ausbildung von Lagunen und Küstenseen, die durch Strandwälle vom offenen Meer abgetrennt waren. Für das Acheloos-Delta wurden unterschiedliche Phasen des Delta-Vorbaus ermittelt. Für alle untersuchten Gebiete wurden paläogeographische Szenarien für unterschiedliche Zeitscheiben der vergangenen 10.000 Jahre entworfen.
Ein Schwerpunkt der Arbeiten stellte die Paläoumweltrekonstruktion im Umfeld antiker Städte dar. Es konnte gezeigt werden, dass die antiken Städte Palairos, Alyzia und Astakos nicht, wie bisher vermutet, als Küstenstädte gegründet wurden, sondern seit jeher mehrere Kilometer landeinwärts lagen. Die Hafenstandorte der Städte konnten eng eingegrenzt werden. Für die Küstenebene von Mytikas und den antiken Glosses-Damm wurde eine bis ins 3. Jt. v. Chr. zurückreichende, bis dato unbekannte Landnutzung erfasst. Für die antike Stadt Oiniadai mit ihren berühmten Schiffshäusern aus klassisch-hellenistischer Zeit, die heute 9 km landeinwärts liegen, wurde auf der Grundlage sedimentologischer Evidenz eine ehemalige Anbindung an das Meer über ein Lagunensystem ermittelt. Zudem war die Stadt seit mykenischer Zeit über Flussarme des Acheloos erreichbar. Im Südosten der Siedlung wurde ein seit dem Frühhelladikum im 3. Jt. v. Chr. genutzter Hafen entdeckt.
Die Untersuchungen in Nordwestakarnanien haben zudem ergeben, dass die Küsten nicht nur graduellen Veränderungen unterworfen, sondern auch Extremereignissen ausgesetzt sind. Im Küstengebiet zwischen Lefkada und Aghios Nikolaos wurde eine Abfolge miteinander assoziierter Tsunami-Ablagerungen entdeckt, die auf mehrfachen Tsunami-Impakt innerhalb der vergangenen 3000 Jahre schließen lässt. Aus den Befunden kann ein relativ hohes Tsunami-Risiko für den gesamten nordwestgriechischen Raum abgeleitet werden.
Die Ergebnisse der Rekonstruktion von Paläoumweltbedingungen im Umfeld antiker Städte ermöglichen nun eine Neueinordnung archäologischer und alt-historischer Forschungsergebnisse in den damaligen naturräumlichen Kontext im besten Sinne einer interdisziplinären Kulturlandschaftsforschung, in der natur- und geisteswissenschaftliche Disziplinen eng vernetzt arbeiten.
Schriever, A., Vött, A., Handl, M., Herd, R., Brückner, H. (2006): Holozäner Küstenwandel im Bereich des Acheloos-Deltas (Akarnanien, Nordwestgriechenland). In: Bungenstock, F., Riexinger, S., Bittmann, A. (Hrsg.): Beiträge der 24. Jahrestagung des Arbeitskreises „Geographie der Meere und Küsten“, 27.-29. April 2006. Forschungszentrum Terramare Berichte 16: 75-82.
Vött, A., Brückner, H., Georg, C., Handl, M., Schriever, A., Wagner,
H.-J. (2008): Geoarchäologische Untersuchungen zum holozänen
Landschaftswandel der Küstenebene von Palairos (Nordwestgriechenland).
In: Lang, F., Freitag, K., Funke, P., Grüger, E., Jahns, S., Kolonas,
L., Schwandner, P., Vött, A. (Hrsg.): Interdisziplinäre
Landschaftsforschung im westgriechischen Akarnanien. Archäologischer
Anzeiger (im Druck).
Vött, A. (2007): Silting up Oiniadai’s harbours (Acheloos River delta, NW Greece) – geoarchaeological implications of late Holocene landscape changes. Géomorphologie: relief, processus, environnement 1: 19-36.
Vött, A., Schriever, A., Handl, M., Brückner, H. (2007a): Holocene
palaeogeographies of the eastern Acheloos River delta and the Lagoon of
Etoliko (NW Greece). Journal of Coastal Research 23/4: 1042-1066.
Vött, A., Schriever, A., Handl, M., Brückner, H. (2007b): Holocene
palaeogeographies of the central Acheloos River delta (NW Greece) in
the vicinity of the ancient seaport Oiniadai. Geodinamica Acta 20/4:
241-256.
Vött, A., Brückner, H. (2006a): Versunkene Häfen im Mittelmeerraum. Antike Küstenstädte als Archive für die Kultur- und Umweltforschung. Geographische Rundschau 58 (4): 12-21.
Vött, A., Brückner, H., Handl, M., Schriever, A. (2006a): Holocene palaeogeographies and the geoarchaeological setting of the Mytikas coastal plain (Akarnania, NW Greece). Zeitschrift für Geomorphologie N.F. Suppl. Vol. 142: 85-108.
Vött, A., Brückner, H., Schriever, A., Luther, J., Handl, M., Borg, K. van der (2006b): Holocene palaeogeographies of the Palairos coastal plain (Akarnania, NW Greece) and their geoarchaeological implications. Geoarchaeology 21 (7): 649-664.
Vött, A., Brückner, H., Handl, M., Schriever, A. (2006c): Holocene palaeogeographies of the Astakos coastal plain (Akarnania, NW Greece). Palaeogeography, Palaeoclimatology, Palaeoecology 239: 126-146.
Vött, A., May, M., Brückner, H., Brockmüller, S. (2006d): Sedimentary evidence of late Holocene tsunami events near Lefkada Island (NW Greece). In: Scheffers, A., Kelletat, D. (Eds.): Tsunamis, hurricanes and neotectonics as driving mechanisms in coastal evolution. Proceedings of the Bonaire Field Symposium, March 2-6, 2006. Zeitschrift für Geomorphologie N.F. Suppl. Vol. 146: 139-172.-
Geomorphologische Untersuchungen zum holozänen Küstenwandel im Umfeld des Poseidon-Heiligtums bei Akovitika am Messenischen Golf (Peloponnes, Griechenland)
Prof. Dr. H. Brückner, gemeinsam mit Dr. M. Kiderlen (Freiburg).
Mitarbeiter: Dipl.-Geogr. Max Engel.
Finanzierung: Gerda Henkel Stiftung (laufend).
Die geoarchäologischen Untersuchungen im Umfeld des
Poseidon-Heiligtums von Akovitika konzentrieren sich auf die Rekonstruktion der mittel- bis spätholozänen Landschaftsgeschichte unter gezielter Fokussierung der Küstenlinienmigration. Durch die Anwendung geowissenschaftlicher Feld- und Analysemethoden soll der Landschaftswandel zur Laufzeit des Heiligtums (ca. frühes 10. Jh. – 350 v. Chr.) hoch aufgelöst rekonstruiert werden. Damit wird auch die Beantwortung wichtiger Fragen der Archäologie zur Standortwahl und –aufgabe sowie zur regionalen und lokalen kulturellen Entwicklung unterstützt.
Brückner, H., Engel, M. & M. Kiderlen (2006): Geoarchäologische Studie über das Poseidon-Heiligtum von Akovitika in Messenien. – Archäologischer Anzeiger 2006/1: 189-202; Berlin.
Engel, M., Brückner, H., Kiderlen, M.
& J.C. Kraft (2006): Built near the sea, buried by the river. The
Poseidon sanctuary of Akovitika. – Forschungszentrum Terramare Berichte
Nr. 16: 83-86; Wilhelmshaven.
Engel, M., Brückner, H., Kiderlen, M., Knipping, M. & J.C. Kraft (in press): /Geoarchaeological research at Akovitika - reconstructing Early Bronze Age and Early Iron Age landscapes of the southwestern Peloponnese/. - In: Katsonopoulou, D. (ed.): The Early Helladic Peloponesos. Proceedings of the 4^th International Conference on Ancient Helike and Aigialeia, 1-3 September 2007, Egio, Greece.
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Landschaftswandel im Umfeld der antiken Stadt Helike (nördl. Peloponnes, Griechenland)
Prof. Dr. H. Brückner zusammen mit Dr. S. Soter (New York) und Prof. Dr. D. Katsonopoulou (Athen). Mitarbeiterin: Katrin Boldt. Finanzierung: Helike Project (laufend).
Die geoarchäologischen Arbeiten in der Helike-Ebene, gelegen amsüdlichen Ufer des Golfes von Korinth, dienen der Rekonstruktion der Landschaftsgeschichte der letzten 6000 Jahre, mit Fokus auf Delta-Vorbau, Meeresspiegelveränderungen und räumlich-zeitlicher Verschiebungen der Küste. Dabei stehen diejenigen Sedimente im Mittelpunkt der Studien, die bedeutende paläoökologische Veränderungen in Bezug auf Erdbeben und Tsunami signalisieren, die die klassisch-griechische Stadt Helike 373 v. Chr. zerstörten. Neben Geländearbeiten und Laboranalysen tragen 14C-Datierungen, mikrofloristische und –faunistische Untersuchungen zur Entwicklung der Landschaftsszenarien bei.
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Paläogeographisch-geoarchäologische Untersuchungen zu Landschafts-veränderungen in Umfeld des Sundes von Leukas (Nordwestgriechenland) seit dem Neolithikum
PD Dr. A. Vött, Dipl.-Geogr. S. Brockmüller, Prof. Dr. H.
Brückner
Finanzierung: Gerda Henkel Stiftung (laufend)
Brockmüller, S., Vött, A., May, S.M., Brückner, H. (2007): Palaeoenvironmental changes of the Lefkada Sound (NW Greece) and their archaeological relevance. In: Gönnert, G., Pflüger, B., Bremer, J.-A. (Hrsg.): Geographie der Meere und Küsten. Coastline Reports (im Druck).
Vött, A., Brückner, H., Brockmüller, S., May, M., Fountoulis, I., Gaki-Papanastassiou, K., Herd, R., Lang, F., Maroukian, H., Papanastassiou, D., Sakellariou, D. (2008a): Tsunami impacts on the Lefkada coastal zone during the past millennia and their palaeogeographical implications. In: Papadatou-Giannopoulou, H. (Ed.): Proceedings of the International Conference Honouring Wilhelm Dörpfeld, August 6-9, 2006, Lefkada (im Druck).
Vött, A., Brückner, H., Brockmüller, S., Handl, M., May, S.M., Gaki-Papanastassiou, K., Herd, R., Lang, F., Maroukian, H., Nelle, O., Papanastassiou, D. (2008b): Traces of Holocene tsunamis across the Sound of Lefkada, NW Greece. Global and Planetary Change (im Druck).
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Geoarchäologische und paläogeographische Untersuchungen an den Küsten der Halbinseln von Taman (SW-Russland) und Kertsch (Ukraine) sowie am Nordufer des Asowschen Meeres bei Taganrog (SW-Russland)
Prof. Dr. H. Brückner, Mitarbeiter: Dipl.-Geogr. D. Kelterbaum,
Dipl.-Geogr. O. Marunchak. Gemeinsam mit PD Dr. O. Dally und Dr. U.
Schlotzhauer (DAI-Berlin), Dr. D. Zhuravlev (Moskau), Dr. A. Porotov
(Moskau).
Finanzierung: Gerda-Henkel-Stiftung, DAI, Ernst-Kirsten-Gesellschaft,
PUM (laufend).
Die Forschungen in Russland und der Ukraine stehen in enger Beziehung zu den Untersuchungen des Deutschen Archäologischen Instituts (DAI Berlin) in SW-Russland. Sie haben als Zielsetzung die paläogeographsiche Situation zum Zeitpunkt der griechischen Kolonisation im Zeitraum 7.-5. Jh. v. Chr. zu rekonstruieren. Der Schwerpunkt liegt auf den in der Antike von den Griechen dicht besiedelten Halbinseln Taman und Kertsch bzw. im Norden des Asowschen Meeres auf den griechischen Kolonien Taganrog und Tanais mit ihren jeweiligen Poleis.
Des Weiteren sollen die Untersuchungen einen Beitrag zu den Meeresspiegel-veränderungen des Schwarzen und des Asowschen Meeres innerhalb der letzen sieben Jahrtausende liefern.
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Geoarchäologische Forschungen auf der Kertsch-Halbinsel im Umfeld der antiken Städte Nymphaion und Pantikapaion (Ukraine)
Prof. Dr. H. Brückner, Dipl.-Geogr. O.Marunchak, zusammen mit Dr. V.
Zin’ko (National Academy of Sciences of Ukraine)
Ziel der geplanten geoarchäologischen Untersuchungen im Bereich der
antiken Städte Nymphaion und Pantikapaion (Ukraine) ist es, den Landschaftswandel des in der Antike bedeutenden Kulturraums der Kertsch-Halbinsel am Kimmerischen Bosporus (heute: Straße von Kertsch) zu erforschen. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Rekonstruktion der paläogeographischen Situation zum Zeitpunkt der griechischen Kolonisation um 700-500 v.Chr. und des in den folgenden Jahrhunderten daraus hervorgegangenen Bosporanischen Reiches. Außerdem sollen die Studien zur Klärung archäologischer und paläogeographischer Fragen beitragen, die bisher äußerst kontrovers diskutiert werden und deren Beantwortung nur mit dem interdisziplinären Ansatz der Geoarchäologie möglich sein wird.
Prof. Dr. H. Brückner und Dr. M. Müllenhoff gemeinsam mit Dr. A.
Herda (Berlin)
Finanzierung: DFG, Philipps-Universität (11/2002 – 04/2007).
The Agora of Miletus with the famous sanctuary of Apollon Delphinius was one of the most prominent places of the ancient city. Situated at the southern fringe of the Lion Harbour embayment, it had acted as market place at least since Archaic times. A still pending question concerning its archaeological and architectonical background is whether or not the so-called Hippodamian grid of Miletus – installed after the destruction of the city by the Persians in 494 BC – was a consequence of planning and rebuilding activities starting in the area of the Agora already in Archaic times. Furthermore, mode and extend of the Archaic reorganisation of the area is not yet known. From a geoarchaeological point of view, the geographical and ecological setting under natural conditions and the subsequent environmental and palaeogeographical changes in space and time from the first settlement in Late Chalcolithic times until the Archaic epoch are of special interest.
Müllenhoff, M., Herda, A. & Brückner, H. (2007): Geoarchaeology in the City of Thales - Deciphering Palaeogeographic Changes in the Agora Area of Miletus. – Marburger Beiträge zur Geoarchäologie, 1 (Philippika). Marburg/Lahn (in press).-
Stadt und Umland – Entwicklung früher urbaner Gesellschaften im Kontext einer sich wandelnden Umwelt: das Beispiel Milet
Prof. Dr. H. Brückner, Dr. A. Müller-Karpe, Dr. M. Müllenhoff.
Förderung: Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst,
Philipps-Universität (abgeschlossen).
Im Zentrum des Forschungsvorhabens stand die Untersuchung des
Landschaftswandels im Gebiet der antiken Stadt Milet am Südrand der Mäander-Ebene (Westanatolien, Türkei) und der Auswirkungen dieses Wandels auf die Entwicklung der Stadt in den letzten 6 Jahrtausenden. Besondere Aufmerksamkeit galt der Land-Meer-Verteilung in verschiedenen historischen Epochen, die durch natürliche (z.B. Meeresspiegelschwankungen) oder anthropogen induzierte (z.B. Bodenerosion, verstärkter Deltavorbau des Mäanders) Ursachen gesteuert wurde. Mit Hilfe der geowissenschaftlichen Auswertung der abgelagerten Sedimente in und um Milet konnten diese Ursachen kausal und quantitativ eingeordnet werden. Mittels moderner GIS- und Visualisierungsmethoden war es schließlich möglich, die antiken Landschaften der Stadt und ihres Umlands anschaulich zu rekonstruieren.
Brückner, H. (2003): Delta evolution and culture - aspects of geoarchaeological research in Miletos and Priene. – In: Wagner, G.A., Pernicka, E. & H.P. Uerpmann (eds.): Troia and the Troad. Scientific approaches. – pp. 121-144. Springer Series: Natural Science in Archaeology. Berlin, Heidelberg, New York.
Brückner, H., Müllenhoff, M., Gehrels, R., Herda, A., Knipping, M. & Vött, A. (2006): From archipelago to floodplain – geographical and ecological changes in Miletus and its environs during the last six millennia (Western Anatolia, Turkey). – Z. Geomorph. N.F., Suppl.-Bd., 142: 63-83; Berlin, Stuttgart.
Müllenhoff, M. (2005): Geoarchäologische, sedimentologische und morphodynamische Untersuchungen im Mündungsgebiet des Büyük Menderes (Mäander), Westtürkei. – Marburger Geographische Schriften, Bd. 141; Marburg/Lahn (Dissertation).
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Geoarchäologische, sedimentologische und morphodynamische Untersuchungen im Mündungsgebiet des Großen Mäanders, Westtürkei
Dr. M. Müllenhoff, Prof. Dr. H. Brückner.
Finanzierung: DFG, Philipps-Universität (abgeschlossen).
Die Mündungsebene des Büyük Menderes war in historischer Zeit von der
Meeresbucht des Latmischen Golfs ausgefüllt, die im Zuge des nacheiszeitlichen Meeresspiegelanstiegs entstand. Der Deltavorbau des Flusses ließen die Bucht im Laufe der letzten Jahrtausende fast vollständig verlanden. Ziel des Projekts war die Rekonstruktion der fluvialen Dynamik und der damit verbundenen Verlagerung der Küstenlinie auf der Basis von weit mehr als 100 Rammkernsondierungen, die mit geowissenschaftlichen, geoarchäologischen und chronostratigraphischen Feld- und Analysemethoden ausgewertet wurden. Zusammen mit Erkenntnissen aus der Archäologie und der Auswertung historischer Quellen war eine detaillierte Rekonstruktion der Paläogeographie in verschiedenen Zeitschnitten möglich.
Brückner, H., Müllenhoff, M. Handl, M. & Uncu, L. (2002): Palaeogeographic evolution of the Büyük Menderes deltaplain in the vicinities of Priene and Myous. In: T.C. Kültür Bakanlığı Anıtlar ve Müzeler Genel Müdürlüğü (Hrsg.): 17. Arkeometri Sonuçları Toplantısı, 28.05.-01.06 2001; Ankara, S. 11-20.
Müllenhoff, M., Wullstein, A. & Brückner, H. (2003): Holozäne Küstenverlagerung und paläo-geographischer Wandel im Umfeld der antiken Städte Myous und Milet (Westanatolien/Türkei). In: Daschkeit, A. & Sterr, H. (Hrsg.): Aktuelle Ergebnisse der Küstenforschung. 20. AMK-Tagung Kiel, 30.5.-1.6.2002. Berichte Forschungs- und Technologiezentr. Westküste der Univ. Kiel, Nr. 28, Büsum, S. 151-163.
Müllenhoff, M., Handl, M., Knipping, M. & Brückner, H. (2004): The evolution of Lake Bafa (Western Turkey) – Sedimentological, microfaual and palynological results. In: Schernewski, G. & Dolch, T. (Hrsg.): Geographie der Meere und Küsten. 22. AMK- Tagung Rostock-Warnemünde, 28.-30.04.2004. Coastline Reports 1/2004, Warnemünde, S. 55-66.
Müllenhoff, M. (2005): Geoarchäologische, sedimentologische und morphodynamische Untersuchungen im Mündungsgebiet des Büyük Menderes (Mäander), Westtürkei. Dissertation zur Erlangung des Doktorgrades der Naturwissenschaften (Dr. rer. nat.) am Fachbereich Geographie der Philipps-Universität Marburg. Marburger Geographische Schriften, 141, Marburg/Lahn.
Knipping, M. & Müllenhoff, M. & Brückner, H. (2007): Human induced landscape evolution around Lake Bafa (Western Anatolia, Turkey). In: Veget. Hist. Archaebot., Berlin (in press).
Seit 1992 ist die Ruine der
untergegangenen hethitischen
Provinzhauptstadt Sarissa in der
Berglandschaft des östlichen
Kappadokien/Türkei Forschungsanliegen. Die intensiven archäologischen
Tätigkeiten förderten nicht nur Schriftquellen zu Tage, sondern
erhellen darüber hinaus große Teile der ehemaligen Bebauungsstruktur.
Das von der DFG geförderte Projekt verfolgt unter Einbeziehung
verschiedenster Forschungsbereiche (wie z. B. Geophysik, Archäobotanik,
Osteologie, Geographie und Dendrochronologie) einen interdisziplinären
Ansatz, um ein möglichst umfassendes Bild der vergangenen urbanen
Gemeinschaft des 2. Jahrtausends v. Chr. zu erlangen.
Unweit von Kusaklı befindet sich die hethitische Stadtruine von
Kayalıpınar am Nordufer des Flusses Kızılırmak. Nach dem Fund eines Tontafelfragmentes 1999 fanden dort flächige geophysikalische Prospektionen statt, die auf die Existenz mehrerer monumentaler Gebäude im Bereich des Südosthügels hinwiesen. Seit 2005 stehen diese im Mittelpunkt jährlich stattfindender Ausgrabungen, die durch kontinuierlich fortgesetzte Prospektionen ergänzt werden. Auch an den Forschungen in Kayalıpınar sind Vertreter unterschiedlichster Fachrichtungen beteiligt, die zu den Naturwissenschaften (etwa Geophysik, Dendrochronologie, Anthropologie) wie den Kulturwissenschaften (z. B. Philologie) gehören.
(Prof. Dr. H. Brückner, gemeinsam mit Prof. Dr. H. Sader).
Finanzierung: DAI Berlin, American University of Beirut
(abgeschlossen)
Prof. Dr. H. Brückner, Dr. A. Zander.
Finanzierung: Department of Tourism and Commerce Marketing in Dubai,
Ludwig-Maximilians-Universität München, Philipps-Universität
(abgeschlossen).
The site of Al Sufouh 2 within Dubai Internet City (U.A.E.) has become famous for its thousands of dromedary bones that had been slaughtered here in the first half of the 2nd millennium BC. The reconstruction oif the palaeogeographic evolution of this area revealed extended mangrove swamps ca. 6000 BC and a complex tidal creek system during the 2nd mill. BC. It was possible to find modern-day analogues along the present coast of the Arabian Gulf for the past ecosystems. OSL dating was a vital tool for the establishement of the chronostratigraphy.
Gruber, C., Ayoub, S., Brückner, H., von den Driesch, A., Manhart, H., Qandil, H., Werner, P. & A. Zander (2005): The site of Al Sufouh 2 within Dubai Internet City (U.A.E.). Preliminary report on four campaigns of excavation (03/2001-11/2002). – In: Hellyer, P. & M. Ziolkowski (eds): Proceedings of the 1st Annual Symposium on Recent Palaeontological and Archaeological Discoveries in the Emirates. Emirates Cultural Heritage Vol. 1: 47-69; Zayed Centre for Heritage and History; Al Ain (ISBN 9948-06-130-6).
Zander, A. & H. Brückner (2005): Chronology and evolution of submerged mangrove swamps buried in the subsoil of Dubai. – Tribulus 15 (2): 10-16; Abu Dhabi.
Zander, A., Degering, D., Preusser, F., Kasper, H.U. & H. Brückner (2007): Optically stimulated luminescence dating of sublittoral and intertidal sediments from Dubai, UAE: Radioactive disequilibria in the uranium decay series. – Quaternary Geochronology, 2: 123-128.
Prof. Dr. H. Brückner, zusammen mit Prof. Dr. R. Eichmann, Dr. T.
Götzelt, Dr. A. Hausleiter, DAI Berlin. Mitarbeiter: Dipl.-Geogr. J.
Bosch, Dipl.-Geogr. M. Engel.
Finanzierung: DFG, DAI Berlin (laufend)


