Archiv der Philipps-Universität Marburg
Das Universitätsarchiv verwahrt das in der laufenden Verwaltung der Universität nicht mehr benötigte Schriftgut, erschließt es und macht es für die Forschung, aber auch für die Universität selbst nutzbar. Zur Zeit umfasst das Universitätsarchiv knapp 500 Urkunden und mehr als 2000 lfd. Regalmeter Amtsbücher und Akten aus der Zeit vom 13. Jahrhundert bis in die unmittelbare Gegenwart.
Seit 1890 sind die Bestände als Depositum im Hessischen Staatsarchiv Marburg untergebracht. Am 1. März 2006 hat die Universität mit der Einstellung einer Archivarin die Einrichtung selbst übernommen (vgl. Nachricht vom 24. April 2006). Akten und Urkunden blieben aber im Staatsarchiv und können dort im Lesesaal eingesehen werden. Seit dem 1. Februar 2010 zählt das Archiv zu den Zentralen Einrichtungen der Universität.
Die besondere Archivalie: Eine Urkunde aus dem Jahr 1397 mit restauriertem Wachssiegel
Die Urkunden des Universitätsarchivs Marburg reichen weit in die
Zeit vor Gründung der Universität zurück. Dies verdankt sich der
Begüterung der Universität aus dem Besitz der von Landgraf Philipp
aufgehobenen Klöster. Mit ihrem Besitz gelangten auch ihre Urkunden,
die häufig Besitztitel verbrieften, an die Universität. Die älteste
dieser Urkunden im Bestand des Universitätsarchivs stammt aus dem Jahr
1270. Sie wurde von dem Abt des Klosters Fulda für das St. Georgsstift
in Homberg ausgestellt. Im Rahmen eines Projektes zur Verzeichnung,
Verpackung und Digitalisierung des Urkundenbestandes des
Universitätsarchivs war es möglich, die beschädigten Siegel von 18
Urkunden von der Restaurierungswerkstatt des Hessischen Staatsarchivs
restaurieren zu lassen. Die digitalen Abbilder der Urkunden sollen
künftig über die Archivdatenbank
HADIS zugänglich sein. >>>
Die unten abgebildete Urkunde vom 10. Februar 1397 dokumentiert den
Verkauf einer Gülte (Zinszahlung) von einem Haus am Marburger
Kilianskirchhof durch den Marburger Schöffen Happel Hasehard an Henne
zu Holzhausen. Urkunde und Gülte gelangten später an das
Dominikanerkloster und kamen von dort in den Besitz der Universität.
Besiegelt wurde die Urkunde von Happel Hasehard und Wenzel Kannegießer.
Dessen Siegel war in mehrere Teile zerbrochen, die nun wieder
zusammengefügt werden konnten.

