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Erwerb von methodischen Kenntnissen

Die methodischen Kenntnisse spielen im Berufsleben eine immer größere Rolle und sind daher auch im Studiengang der Geographie in Marburg sehr stark vertreten. Sie lernen Theorien praktisch anzuwenden, Zusammenhänge in der Praxis zu erkennen und diese auch darstellbar zu machen. Darüber hinaus erlernen Sie das Erheben von Daten sowie deren Auswertung und Präsentation.

 

Die Vorlesung Einführung in das Studium der Geographie und die dazugehörige Übung bieten Ihnen im ersten Semester einen Überblick über die Teilgebiete der Geographie. In jeder der wöchentlich stattfindenden Vorlesungen stellt ein anderer Dozent Ihnen sein Teilgebiet vor (z.B. Bevölkerungsgeographie, Biogeographie). In der Übung erhalten Sie eine Einführung in die Methoden und Techniken des wissenschaftlichen Arbeitens (z.B.: Wie schreibe ich eine Ausarbeitung? Wie zitiere ich richtig? Wie fertige ich eine Präsentation an?). Sie bearbeiten selbstständig allein oder in der Gruppe ein Projekt im Raum Marburg und präsentieren die Ergebnisse Ihren Kommilitonen und Dozenten.


In der Übung Datenmanagement lernen Sie den Umgang mit Daten. Hierzu gehört das Verwalten, Managen und Präsentieren der gewünschten Daten. Sie eignen sich dazu den Umgang mit Excel, Access und SPSS an. Nach Besuch der Übung sind Sie in der Lage, selbstständig Datenbanken zu erstellen, zu verwalten und im Hinblick auf eine bestimmte Fragestellung auszuwerten.


Die Übung Methoden der empirischen Sozialforschung zeigt Ihnen Techniken, Methoden und Probleme quantitativer und qualitativer empirischer Sozialforschung. Ebenso lernen Sie den idealtypischen Ablauf eines empirischen Forschungsprozesses kennen sowie die Grundregeln der Datenerhebung mittels mündlicher und schriftlicher Befragung. Sie erstellen in der Übung selbstständig einen Fragebogen, diskutieren diesen in der Gruppe und führen anschließend eine Erhebung im Gelände durch und werten diese aus. Somit sind Sie fähig, eigene Erhebungen zu konzipieren und diese durchzuführen (beispielsweise für Ihre Projektarbeit im fünften und sechsten Semester).

Die Vorlesung topographische und thematische Kartographie macht Sie mit den Haupttypen von Kartenabbildungen (Kartenprojektionen, Gauß-Krüger’sches Koordinatensystem) vertraut. Sie lernen Techniken, um raumbezogene Daten darstellen zu können, wie auch die Methoden der thematischen Kartographie und die Inhalte topographischer Karten kennen. Nach Besuch dieser Vorlesung haben Sie Grundwissen über die verschiedenen Kartentypen und –darstellungsformen erlernt und können Ihnen vorgelegte Karten in ein Projektionssystem einordnen. Neben methodischen Kenntnissen erlangen Sie in dieser Vorlesung auch fachliche Kenntnisse.


In der Übung Karteninterpretation lernen Sie human- und physisch-geographische Inhalte topographischer Karten zu interpretieren. Sie werden vertraut gemacht mit den verwendeten Symbolen in Karten und lernen die größtmögliche Information aus den Karten zu lesen.


Die Übung Computerkartographie vermittelt Ihnen, wie Sie mithilfe ausgewählter Softwarte (z.B. MapInfo, Freehand) digitale Karten erstellen können. Ebenso erfahren Sie hier die Möglichkeiten und Grenzen der Computerkartographie. Im Anschluss sind Sie in der Lage, selbstständig thematische Karten anzufertigen.

In der Übung Statistik findet zu der Vorlesung ein wöchentliches Tutorium statt. Hier werden Übungsaufgaben gerechnet und Fragen geklärt. In Statistik lernen Sie Stichprobenverfahren, Häufigkeitsverteilungen, lineare und nicht-lineare Regressionsanalysen sowie die Korrelations- und Kontingenzanalyse kennen. Diese Verfahren benötigen Sie vor allem bei der Datenerhebung und –auswertung. Nach Besuch der Übung Statistik sind Sie in der Lage diese anhand der gelernten Vorgehensweisen und Formeln eigenständig anzuwenden.

Die Vorlesung Fernerkundung und die Übung Digitale Bildverarbeitung (DBV) vermitteln Ihnen Kenntnisse zu der Erhebung, der Verwendung und der Auswertung von Fernerkundungsdaten (Satellitenbilder). So gibt die Vorlesung beispielsweise einen Überblick über die Geschichte der Fernerkundung, macht Sie mit den wichtigsten physikalischen Gesetzen vertraut und zeigt den Aufbau von Satelliten. In der Übung DBV lesen Sie jede Woche Texte zu bestimmten Themen wie der Landnutzungsklassifikation und wenden diese praktisch in Beispielen an. Nach Absolvieren dieses Moduls können Sie selbst Fernerkundungsdaten auswerten und beispielsweise thematische Karten aus diesen Daten erstellen oder Veränderungen der Landnutzungsfläche im Laufe eines Zeitraums darstellen.

Die Vorlesung und die Übung Geographische Informationssysteme (GIS) vermitteln Ihnen informationstechnische Grundlagen der räumlich orientierten Geoinformatik. Sie lernen die Anwendung von Geoinformationssystemen in der Human- und in der Physischen Geographie kennen. So können Sie beispielsweise mittels Informationen aus alten Karten der Insel Sylt ein 3D-Modell erstellen und dieses mit dem heutigen Erscheinungsbild von Sylt vergleichen, um die Veränderungen zu analysieren. Ebenso erwerben Sie hier methodische und technische Kenntnisse im Bereich räumliche Informationssysteme, die zu den grundlegenden berufsqualifizierenden Kompetenzen von Geographen und anderen mit räumlich verteilten Daten arbeitenden Berufen gehören.

Bei Ihrem Berufspraktikum wenden Sie das erlernte fachliche und methodische Wissen in einem Berufsfeld an. Hierbei erwerben Sie zusätzlich berufsfeldbezogene Zusatz- und Schlüsselqualifikationen sowie Beurteilungskriterien für die zielorientierte berufsqualifizierende Ausrichtung Ihres weiteren Studiums. Im besten Falle knüpfen Sie zudem Kontakte zu potenziellen Arbeitgebern. Das Praktikum kann im In- oder Ausland absolviert werden. Der Fachbereich Geographie arbeitet hier mit öffentlichen Institutionen, Betrieben oder Organisationen im In- und Ausland zusammen.

Beim Abschlussmodul im sechsten Semester erwerben Sie die Fähigkeit, ein abgegrenztes Thema nach wissenschaftlichen Methoden innerhalb eines vorgegebenen Zeitraums selbstständig zu bearbeiten. Ebenso müssen Sie hierbei eigenständig Analysieren und Argumentieren. Im Abschlussmodul erarbeiten Sie Ihre Bachelorarbeit und bereiten sich auf ein Kolloquiums vor.

Bei der Geländerarbeit setzen Sie spezifische Geländemethoden praktisch um. Sie erwerben dabei fachspezifische Kenntnisse im Hinblick auf physisch-geographische Berufsanwendungen. Das von Ihnen bearbeitete Projekt kann im Rahmen der Bachelorarbeit ausgebaut werden. Für das Modul Geländearbeit besuchen Sie ein Spezialseminar bzw. eine Spezialvorlesung, bereiten ein Referat vor und präsentieren dieses, nehmen an der Geländearbeit teil, bereiten die praktische Arbeit vor und nach und erstellen einen Abschlussbericht.

Die Projektarbeit zeigt Ihnen, wie komplexe Arbeitsabläufe vom Projektdesign bis zur Durchführung und Auswertung aussehen. Dies geschieht anhand konkreter Beispiele aus dem Forschungs- oder Anwendungsbereich der Physischen Geographie. Sie konzipieren und managen dabei selbstständig Forschungs- oder Anwenderprojekte, führen Geländearbeiten durch, erfassen raumbezogene Daten und werten diese aus. Anschließend präsentieren Sie Ihre Ergebnisse. Das bearbeitete Projekt kann im Rahmen der Bachelorarbeit weiter ausgebaut werden. Zum Modul gehören der Besuch des Spezialseminars, die Vorbereitung und Präsentation des Projektkonzepts im Seminar, die Durchführung und Auswertung der Feldarbeiten, der Besuch der Methodikübung sowie die Vorbereitung und Präsentation de Abschlussberichts.