09.02.2026 Forschungsbau des DDK am Pilgrimstein mit akademischem Festabend eröffnet

Blick in den Vortragssaal des DDK-Forschungsneubaus während der akademischen Eröffnung am 23.1.2026
Christian Stein, Bildarchiv Foto Marburg
Blick in den Vortragssaal des DDK-Forschungsneubaus, Foto: Christian Stein, Bildarchiv Foto Marburg

Nach der offiziellen Schlüsselübergabe durch den hessischen Minister für Wissenschaft und Forschung am 22. Juli 2024 sowie dem Abschluss des aufwendigen zweiteiligen Büro- beziehungsweise Archivumzugs 2025 konnte das Deutsche Dokumentationszentrum für Kunstgeschichte – Bildarchiv Foto Marburg (DDK) am 23. Januar 2026 seinen Akademischen Eröffnungsabend im Kreis geladener Gäste festlich begehen. 

Der Festabend begann mit einem mehrteiligen Programm im Vortragssaal des DDK. Evelyn Korn, Vizepräsidentin der Philipps-Universität Marburg für Universitätskultur und Qualitätsentwicklung, eröffnete mit einem Grußwort und wies auf die wesentliche und wachsende Bedeutung von Gedächtnisinstitutionen für die Zivilgesellschaft hin, und zwar insbesondere auf die wissenschaftliche Forschung des DDK am und über das fotografische Bild.

Christian Stein, Bildarchiv FM
Hubert Locher begrüßt die Gäste bei der akademischen Eröffnung, Foto: Christian Stein, Bildarchiv Foto Marburg

Es folgten die Begrüßungen der Direktoren Hubert Locher und Christian Bracht.
Hubert Locher betonte die exzellente Leistung des Berliner Büros dichter Architekturgesellschaft, dessen Entwurf in idealer Weise die komplexe Aufgabe der Verbindung von Forschungsort und Archiv umsetzt und damit dem Programm des DDK in faszinierender Form architektonische Gestalt verleiht. 
Ausdrücklich wurde der engagierte Einsatz des gesamten hauseigenen Teams bei der Bewältigung des Umzugs hervorgehoben, wobei besondere Verantwortung für die fachgerechte und schadensfreie Umsetzung den Abteilungen Sammlung, Wissenschaftliche Dokumentation, Fotowerkstatt und Restaurierung zufiel. 
Christian Bracht schloss grundlegende Betrachtungen zur Aufgabe von Bildarchiven an und rückte die systematische Archivarbeit ins Licht, ohne die auch in Zeiten der Digitalisierung eine solche Institution nicht denkbar ist. 

Historische Kameras im Lichthof des DKK
Christian Stein, Bildarchiv FM
Ausstellung historischer Kameras im 1. Stock des Lichthofes vom DKK anlässlich der akademischen Eröffnung, Foto: Christian Stein, Bildarchiv Foto Marburg

Im ersten Festvortrag „Über die Sichtbarkeit des Unsichtbaren. Archive und Depots als architekturtypologische Unbekannte“ führte Matthias Noell, Professor für Architekturgeschichte und Architekturtheorie an der Universität der Künste Berlin, in die Terminologie und Typologie des Archivbaus seit der Frühen Neuzeit ein und konstatierte eine architekturtypologische Einordnung – in Abgrenzung zum Bibliotheks- oder Museumsbau – weitgehend als Desiderat. 
Florian Ebner, Chefkurator des Cabinet de la Photographie am Centre Pompidou in Paris, gewährte im zweiten Festbeitrag mit dem Thema „Für sich sein oder doch zusammen mit anderen Bildern?“ Einblicke in die Herausforderungen des eigenen Archivumzugs während der aktuellen Um- und Neubauarbeiten an dem berühmten Pariser Museum. Dabei hob er dezidiert auf die Frage nach den „idealen Räumen und Orten für das Ausstellen/Aufbewahren von Fotografie“ ab.
Susanne Hefti, Professorin am Lehr- und Forschungsgebiet Künstlerische Methoden der RWTH Aachen konnte von den Organisatoren für eine Künstlerische Intervention zum Forschungsneubau am Pilgrimstein gewonnen werden. Mit ihrem fotografischen „Transekt Archiv“, durchmaß sie den Neubau und seine Umgebung in einer Choreografie aus fotografischem Bild und Wort, und gewährte Team und Gästen auch ungewohnte Perspektiven auf die neue Wirkungsstätte des DDK.

Musik und Tanz als Teil des festlichen Abendprogramms, Foto: Christian Stein, Bildarchiv Foto Marburg
Christian Stein, Bildarchiv FM
Musik und Tanz als Teil des festlichen Abendprogramms, Foto: Christian Stein, Bildarchiv Foto Marburg

Das Vortragsprogramm mündete in ein festliches Abendprogramm, in dessen Verlauf die Gäste Gelegenheit hatten, den Forschungsbau unter fachkundiger Führung der Abteilungsleitungen Sammlung, Wissenschaftliche Dokumentation, Restaurierung, Informationstechnik und Fotowerkstatt kennenzulernen. Zudem wurden die Dr. Rolf H. Krauss-Forschungsbibliothek sowie die Klimatechnik vorgestellt.
Der Abend erfuhr musikalische Rahmung durch das Uwe Scherm Trio (Leipzig) und DJens, die Gestaltung der Lichttechnik erfolgte durch flashlight.  Dank freundlicher Unterstützung von Ahrens Gastronomie war auch für die kulinarische Verköstigung bestens gesorgt.
Der Akademische Eröffnungsabend hat mit zahlreichen Einblicken einen ersten Eindruck gegeben, wofür der Neubau des DDK am Pilgrimstein in der Forschungslandschaft steht: ein offenes Haus für Wissenschaft und Lehre sowie die interessierte Öffentlichkeit.