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Diskriminierung und geschlechtsbasierte Gewalt im Hochschulkontext am Beispiel der Philipps-Universität Marburg

Marion Näser-Lather

Das Projekt untersucht am Beispiel der Philipps-Universität Marburg (UMR) aus intersektionaler Perspektive, inwiefern Studierende, insbesondere Angehörige marginalisierter Gruppen (Frauen, LGBTQII, ethnisierte/rassifizierte Personen, Menschen mit Disability, sozial benachteiligte Studierende), im akademischen Bereich von geschlechtsbasierter Peer-Gewalt betroffen sind, welche Rolle dabei Fachkulturen spielen und wie Betroffene, Zeug*innen und die Universität als Institution mit diesen Vorfällen umgehen.

Hochschulen werden häufig als Orte der egalitären Beteiligung und als ‚aufgeklärte‘ Organisationen wahrgenommen. Dennoch ist auch die Universität nicht frei von Diskriminierung und geschlechtsbasierter Gewalt. Ein Ergebnis bisheriger Studien ist ein höheres Risiko marginalisierter Gruppen für Stigmatisierung und Viktimisierung. So sind Studentinnen wesentlich häufiger als ihre männlichen Kommilitonen sexuellen Übergriffen ausgesetzt, und Studierende, die als Angehörige von Minderheiten gelesen werden, sind stärker von Diskriminierung und sexualisierter Gewalt betroffen.

Die Forschung zu geschlechtsbasierter Gewalt an deutschen Hochschulen, insbesondere zur strukturellen Bedingungen und Peergewalt, steht jedoch bislang noch am Anfang. Bislang noch unerforscht sind zudem veränderte infrastrukturelle Bedingungen, wie sie insbesondere im Zuge der COVID-Pandemie auftreten. Digitale Formate bedingen neue und erweiterte Formen von Diskriminierung und Gewalt, beispielsweise Cyber-Mobbing, heimliches Filmen, oder Shitstorms in sozialen Medien.

Um diese Zusammenhänge zu beleuchten, sollen mittels einer quantitativen online-Befragung und themenzentrierten Interviews die Erfahrungen von Studierenden dreier Fächer erhoben werden. Die Ergebnisse sollen genutzt werden, um die Beratungs- und Unterstützungsarbeit der Ansprechstellen (Gleichstellungsbeauftragte, Antidiskriminierungsstelle für Studierende, Vertrauensrat) an der Philipps-Universität zu optimieren und gemeinsam mit diesen sowie mit der Universitätsleitung eine Sensibilisierungs- und Informationskampagne zu Diskriminierung und geschlechtsbasierter Gewalt zu erarbeiten

Das Projekt ist am Zentrum für Konfliktforschung und am Zentrum für Gender Studies und Feministische Zukunftsforschung angesiedelt.

Projektlaufzeit: Juli 2021 bis Dezember 2022

Förderung: Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst, Forschungsschwerpunkt „Dimensionen der Kategorie Geschlecht – Frauen- und Geschlechterforschung in Hessen“

Projektleitung:
Prof.in Dr.in Annette Henninger

Mitantragstellerinnen/Ansprechpartnerinnen:
Dr.in Denise Bergold-Caldwell
PDin Dr.in Marion Näser-Lather (Projektdurchführung)

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