22.11.2017 ICTY verkündet Urteil im Fall Ratko Mladić

Am 22. November 2017 verurteilte das Jugoslawien-Tribunal den ehemaligen Oberbefehlshaber der Streitkräfte der Republika Srpska zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe.

Mladić musste sich seit 2012 wegen des Vorwurfs des Genozids, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Verstößen gegen Gesetze und Gebräuche des Krieges vor dem International Criminal Tribunal for the former Yugoslavia (ICTY) verantworten. Nach 530 Prozesstagen wurde der ehemalige Oberbefehlshaber der Streitkräfte der Republika Srpska nun zu lebenslanger Haft verurteilt. Ihm wird unter anderem eine maßgebliche Verantwortung an Verbrechen im Rahmen sogenannter ethnischer Säuberungen, bei der Belagerung von Sarajevo, dem Massaker von Srebrenica und der Geiselnahme von UN-Truppen zugeschrieben. Ein Haftbefehl gegen Mladić lag bereits 1995 vor, er konnte aber erst im Mai 2011 in Serbien verhaftet werden.

Ratko Mladić ist neben dem bereits im März 2016 verurteilten Radovan Karadžić und dem 2006 in Haft verstorbenen ehemaligen jugoslawischen Präsidenten Slobodan Milošević einer der bekanntesten Angeklagten vor dem ICTY. Der Schuldspruch gegen Mladić stellt das letzte Urteil des Jugoslawien-Tribunals dar. 

Weiterreichende Informationen zum Prozess gegen Ratko Mladić finden sie auf der Website des ICTY, für eine Zusammenfassung des heutigen Urteils gegen Ratko Mladić folgen Sie diesem Link

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