11.06.2024 Die ganze Welt von Julia Krause-Harder im Kunstmuseum

Präsentation ihrer großformatigen textilen Weltkarte und weiterer Werke

Textile Karte von Nordamerika bei der einzelne Länder stofflich voneinander unterschieden werden.
Foto: Axel Schneider und Atelier Goldstein

Drei Jahre lang nähte, knotete und strickte die Künstlerin Julia Krause-Harder an einer mehr als 250 m² großen Weltkarte. Für jedes Land wählte sie Farben und Muster, die sich auf Eigenschaften des jeweiligen Landes oder Gebietes beziehen, immer wieder ergänzt durch symbolhafte Applikationen oder gestickte Schrift. Das Kunstmuseum der Philipps-Universität Marburg realisiert in Kooperation mit dem Atelier Goldstein eine raumgreifende Installation, die nun in Marburg die gesamte Weltkarte der Frankfurter Künstlerin zeigt.

Die Ausstellung „Julia Krause-Harder – Die Weltkarte“ wird am Donnerstag, 16. Mai 2024, um 18 Uhr im Kunstmuseum, Biegenstraße 11, 35037 Marburg eröffnet. Nach einem Grußwort des Universitätspräsidenten Prof. Dr. Thomas Nauss erläutern die Künstlerin und der Museumsdirektor die Weltkarte in einem Dialog. Über die Entstehung des Werkes berichten Sophia Edschmid und Sven Fritz vom Atelier Goldstein.

Die Ausstellung ermöglicht das Eintauchen in eine neu geschaffene, textile Version der Welt. Gleichzeitig eröffnet diese Präsentation der Erde Fragestellungen nach dem eigenen Wissen und den Vorstellungen von Welt. Wie blicken wir auf unseren Planeten und auf einzelne Länder und Gebiete?

Julia Krause-Harders Werk ist durch eine starke Faszination für Paläontologie und Geografie geprägt. In ihrer künstlerischen Arbeit zeigt sich diese Faszination in ihrem Bestreben nach Übersicht sowohl in Bezug auf die Geschichte als auch auf die räumlichen, geopolitischen und kulturellen Aspekte der Welt, in der wir leben.

Julia Krause-Harder

Bunte Stoffe umgeben die Künstlerin Julia Krause-Harder
Foto: Atelier Goldstein
Julia Krause-Harder während der Entstehung der Weltkarte, 2018

Julia Krause-Harder ist seit 15 Jahren Künstlerin im Atelier Goldstein, einem Ort der Produktion zeitgenössischer Kunst in Frankfurt am Main. 2001 gegründet, vertritt das Atelier Goldstein Künstler*innen mit einer zugeschriebenen Behinderung, deren Zugang zu Kunst und den dazugehörigen Institutionen nicht selbstverständlich ist. Das Atelier Goldstein war mit einem eigenen Raum bei der documenta fifteen vertreten.
Julia Krause-Harder, 1973 in Kronberg im Taunus geboren, lebt in Frankfurt am Main und arbeitet seit 2009 im Atelier Goldstein. Seit 2017 ist sie zudem als Dozentin in der Goldstein-Akademie tätig.
Krause-Harders Werke waren u. a. im Kunstforum Wien, dem Lenbachhaus in München, dem Kunstforum Wien, im Dommuseum Frankfurt, der Pocorart World Exhibition in Tokyo, im MONA in Hobart (Australien) und im NKR Düsseldorf zu sehen. Sie ist vertreten in den Sammlungen Zeitgenössische Kunst des Bundes, Museum of Everything (London), Hannah Rieger (Wien) und Dommuseum Frankfurt.

Öffnungszeiten und Eintritt

Die Ausstellung „Julia Krause-Harder – Die Weltkarte“ ist vom 17. Mai bis zum 8. September 2024 im Kunstmuseum Marburg, Biegenstraße 11, zu sehen. Geöffnet ist das Museum von Mittwoch bis Montag von 11 bis 17 Uhr (dienstags geschlossen). Jeweils am letzten Donnerstag im Monat ist das Kunstmuseum bis 21 Uhr geöffnet.
Der Eintritt kostet 5 Euro (ermäßigt 3 Euro). Jugendliche bis 18 Jahre sowie Studierende der Philipps-Universität und Mitglieder im Verein der Museumsfreunde haben freien Eintritt.

Bilder-Dialog

Anlässlich der Marburger Ausstellung erscheint ein Künstlerbuch, das beim Bilder-Dialog am Donnerstag, 27. Juni 2024, um 18 Uhr im Museum vorgestellt wird. Enthalten sind hochauflösende fotografische Details der Weltkarte, ein umfangreiches Interview mit der Künstlerin und erschließende Textbeiträge der Schriftstellerin und Illustratorin Judith Schalansky und des Philosophen Martin Saar. Die Publikation ist gefördert durch die Hessische Kulturstiftung und die Freunde des Museums für Kunst und Kulturgeschichte Marburg e. V.

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