29.04.2022 Rückblick auf die Eröffnung „Stadtgeschichte*n“

Foto: Markus Farnung
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Am Sonntag, den 24. April 2022 wurde die vom Fachdienst Kultur der Stadt Marburg und dem Museum für Kunst und Kulturgeschichte der Philipps-Universität entwickelte Ausstellung „Stadtgeschichte*n 1222-2022“ an drei zentralen Standorten eröffnet. Nach einer Begrüßung durch den Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies und einem Grußwort des Präsidenten der Philipps-Universität Prof. Dr. Thomas Nauss erläuterte Dr. Christoph Otterbeck, Direktor des Universitätsmuseums, das Konzept der neuen, dreiteiligen Geschichtspräsentation. Eine große Zahl interessierter Bürgerinnen und Bürger zog mit musikalischer Begleitung vom Rathaus über den Marktplatz zum Landgrafenschloss, um die drei neugestalteten Orte erstmals zu erkunden.

Den Auftakt der Ausstellung macht ein Zeitstrahl im großen Treppenaufgang des Rathauses, der ausgewählte Ereignisse der letzten 800 Jahre anschaulich bebildert. Nur wenige Schritte entfernt stellt die Brüder-Grimm Stube acht Objekte aus der Sammlung des Marburger Landgrafenschlosses vor, welche die Stadtgeschichte aus acht Jahrhunderten skizzieren. Zusätzlich zu weiteren Medienangeboten bietet der kleine Raum am Markt 23 den Einstieg zu kurzen Podcast-Episoden – den „Digi.tales“ –, welche auf kreative Art und Weise von vergangenen Lebenswirklichkeiten berichten.

© Will Greverus

Mit einem Standortwechsel zum Landgrafenschloss erreichte die Gruppe den letzten Teil und Höhepunkt des mehrteiligen Projektes. Die Ausstellung „Stadtgeschichten“ im Südsaal des Schlosses: Hier illustrieren 40 Exponate Teile der Geschichte Marburgs. Neben einem kleinen Reliquiar aus dem Marburger Elisabethhospital finden sich Besucher/innen hier fast auf Augenhöhe mit der originalen Figur der Justitia (Gerechtigkeit) vom Rathaus wieder, die dort aus konservatorischen Gründen vor vielen Jahren durch eine Replik ersetzt wurde. Neben Zeugnissen aus längst vergangenen Jahrhunderten zeigt die Ausstellung auch Objekte, die eine Auseinandersetzung mit der jüngeren Geschichte wagen, wie der Entwurf einer neuen Skulptur des Künstlers Will Greverus für den Marktbrunnen aus den 1960er Jahren, der eine Variante einer geflügelten Siegesgöttin zeigt, die aus groben Holz- und Metallteilen zusammengesetzt ist und einen harten Rückblick auf die Geschichte bedeutet.

In der Lutherischen Pfarrkirche fand im Anschluss an die Eröffnung eine Podiumsdiskussion mit Beteiligten der vielköpfigen Arbeitsgruppe zur Stadtgeschichte statt, während auf dem Marktplatz fand das ganztägige kulturelle, musikalische und geschichtliche Programm fortgesetzt wurde. 

Flankiert werden die „Stadtgeschichte*n“ vom Internetauftritt mit Vorlesefunktionen, Übersetzungen in Gebärdensprache und mit einem Geschichtspuzzle für Kinder. Entstanden ist außerdem das gedruckte Magazin „Marburg Stadtgeschichten“, das mit seinen geschichtlichen Betrachtungen weit mehr ist als ein Katalog zur Ausstellung ist sondern in mit unterschiedlichesten Texten und attraktiven Bildern zahlreiche Anregungen und Denkanstöße bietet. Es ist für 14 Euro im Marburger Landgrafenschloss, im Kunstmuseum und im Buchhandel erhältlich.