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Bibliothek Marcel Reich-Ranicki

Die Bibliothek des berühmten Literaturkritikers ist über die Vermittlung von Professor Dr. Thomas Anz im Laufe der letzten Jahre an die Universität Marburg gegangen.

2006 konnten noch im Beisein von Marcel Reich-Ranicki die ersten 1.000 Bände bei ihm in Frankfurt abgeholt werden. Hierbei handelte es sich vor allem um Titel aus der deutschen und fremdsprachigen Literatur (in deutscher Übersetzung). Diese erste Schenkung ist im Online Katalog der Universitätsbibliothek (OPAC) recherchierbar unter dem Einstieg "Klassifikation" mit dem Suchwort "Privatbibliothek Reich-Ranicki".

Nach seinem Tod verfügte sein Sohn Professor Andrew Ranicki, dass die Bibliothek seines Vaters, so wie dieser es schon zuvor angekündigt hatte, an die Universität Marburg gehen sollte.  Hierbei handelt es sich um Werkausgaben zur deutschsprachigen Literatur - Goethe, Schiller, Hölderlin, Kleist, Fontane, Thomas und Heinrich Mann, Bert Brecht u.a.- aber auch um zahlreiche Titel aus der Gegenwartsliteratur, zur jüdischen Geschichte, der Malerei und der Musik. Der umfangreichere Teil der Bibliothek wurde, wie schon bei der ersten Schenkung, zunächst in der Bibliothek Germanistik und Medienwissenschaft und ein kleinerer Teil in der Universitätsbibliothek aufgestellt. Hierunter befinden sich aber alle Rezensions- und Widmungsexemplare, die nur im Lesesaal der Universitätsbibliothek eingesehen werden können.

Diese größte und letzte Schenkung aus der Privatbibliothek von Marcel Reich-Ranickis wird nach den neuesten Regeln zur Provinienzerschließung im Katalog aufgenommen und ist mit der Kategorie "Provinienzen, Herkunft von Medien" und dem Stichwort "Privatbibliothek Reich-Ranicki" recherchierbar.

Mit dem Bezug der neuen Universitätsbibliothek, in die auch die Bestände der Bibliothek Germanistik und Medenwissenschaft aufgenommen werden, sind nun alle Bücher der Privatbibliothek an einem Standort zusammengeführt. Ein großer Teil davon ist ausleihbar.

Für weitere Informationen zum Nachlasses von Marcel Reich-Ranicki, insbesondere zur "Arbeitsstelle Marcel Reich-Ranicki für Literaturkritik" steht Professor Anz zur Verfügung (E-Mail: anz@staff.uni-marburg.de). Zur Nutzung des Buchbestandes können Sie sich an die zuständige Fachreferentin, Dr. Lydia Kaiser (lydia.kaiser@ub.uni-marburg.de) wenden.

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2. Juni 2020: 100. Geburtstag Marcel Reich-Ranickis: Sonderbeilage und Berichterstattung in FAZ.net