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Beschreibung des Projekts

Im Gegensatz zu Geistes- und Kulturwissenschaften verfügen Naturwissenschaften über empirisch fun­dierte Basiskategorien, die entweder klar definierbar sind (z. B. Atom, Molekül, Valenz in der Che­mie) oder die, auch wenn sie nicht bzw. letztlich nur zirkulär definierbar sind, so klar für Teil-Objekt­be­reiche abgrenzbar sind, dass sie exakte Formalisierungen erlauben (z. B. Masse in der Physik). Sol­che empirisch fundierten Basiskategorien ermöglichen die Entwicklung exakter, fal­si­fizierbarer Theo­rien. Die Sonderstellung der Linguistik im Konzert der Wissenschaften ergibt sich daraus, dass Tei­le ihres Objektbereichs historisch-kontingent sind (z. B. Wort­schatz; pragmatische und textuelle Kon­ventionen), andere hingegen eine klare, kognitiv sehr langfristig verfestigte Struk­tu­rierung auf­wei­sen (= Fundamentalbereich der linguistischen Kompetenz). Ge­ra­de hinsichtlich der Erforschung des Fundamentalbereichs der linguistischen Kompetenz sind in den letzten Jahr­zehn­ten so rasante Fort­schritte zu verzeichnen, dass hier die wissenschaftliche Auseinander­setzung mit der empirischen Fun­die­rung von Basiskategorien aussichtsreich und für den weiteren Fortschritt der Sprach­wissen­schaft notwendig erscheint.

Für diesen innovativen Ansatz bietet die Marburger Linguistik ideale Voraussetzungen und Mög­lich­kei­ten, da sie sich durch die einzigartige Verbindung einer avancierten theoretischen Lin­guis­tik mit sprach­wissenschaftlichen Disziplinen auszeichnet, die empirische Forschung in einer neuen Qualität er­mög­lichen: Das sind einerseits Disziplinen, die eine Direktbeobachtung der Sprachkognition erlau­ben (Neu­rolinguistik, Klinische Linguistik: Analyse von Sprachstörungen und Spracherwerb), und an­de­rer­seits die Sprachdynamikforschung (Regionalsprachenforschung und Sprachhistorie), die im letz­ten Jahrzehnt neuartige Instrumente ("sprach­dy­na­misches Testlabor") geschaffen hat. Mit diesen Instru­men­ten lässt sich die Wirkung sprachkognitiver Basis­kate­go­rien und Parameterkonstellationen in Raum und Zeit mit einer weltweit sonst nicht möglichen Exaktheit verfolgen. Das Forschungsziel ist am­bitioniert, aber erste klare Forschungserfolge sprechen zweifelsfrei dafür, dass es erreichbar ist: Der beantragte Forschungs­schwer­punkt dient dem Ziel, die Basiskategorien, die im Bereich der bei­den Zentralleistungen der menschlichen Sprachkognition wirken, empirisch valide zu fundieren: Dies sind 1. die Produktion und das Verstehen des Einzelzeichens in der gesprochenen Sprache (= das pho­nologische Wort; metaphorisch das linguistische Molekül) und 2. die Verknüpfung der Zei­chen in einer Weise, die komplexe Bedeutungen entstehen lässt (= Syntax/Semantik-Schnitt­stel­le; me­ta­pho­risch die linguistische Molekülverbindung).

Zuletzt aktualisiert: 31.01.2012 · droegea

 
 
 
Fundierung linguistischer Basiskategorien

Fundierung linguistischer Basiskategorien, Deutschhausstraße 3, 35032 Marburg
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