Direkt zum Inhalt
 
 
Bannergrafik (Genderzukunft)
 
  Startseite  
 
Sie sind hier:» Universität » Gender Studies » Studium » Studienführerin Gender » Kleine Geschichte der Institutionalisierung feministischer Wissenschaft
  • Print this page
  • create PDF file

Kleine Geschichte der Institutionalisierung feministischer Wissenschaft im deutschsprachigen Raum

Feministische Wissenschaft und Gender Studies sind mittlerweile auch an deutschsprachigen Universitäten vielfältig verankert. Seit der Einrichtung der ersten Professuren für Frauen- und/oder Geschlechterforschung zu Beginn der 1980er Jahre haben sich immer mehr Universitäten und Fachdisziplinen der „feministischen Herausforderung“ (Schenk 1992) gestellt. Inzwischen sind über 100 Professuren in der Bundesrepublik für den Bereich Frauen- und/oder Geschlechterforschung voll- oder teil-denominiert[1] und es existieren zahlreiche Zentren, Institute oder Forschungseinrichtungen und -gruppen, die sich disziplinär oder interdisziplinär der Erforschung von Geschlechterverhältnissen widmen.

Gleichzeitig haben sich auch die Studienmöglichkeiten im Bereich Gender Studies/Feministische Wissenschaft vervielfältigt. Die Verankerung von Gender Studies und feministischer Wissenschaft in der Lehre begann zunächst zögerlich mit der Durchführung einzelner Lehrveranstaltungen. Später folgte – wiederum vereinzelt – die Integration genderorientierter Lehrinhalte in Studien- und Prüfungsordnungen bestimmter Fachdisziplinen sowie die Einführung einzelner eigenständiger (Nebenfach- oder Ergänzungs-)Studiengänge. Im Zuge des durch die EU initiierten sogenannten Bologna Prozesses, der eine Vereinheitlichung des europäischen Studienraums herbei führen soll, wurde und wird auch im deutschsprachigen Raum die universitäre Ausbildung neu strukturiert. Im Rahmen der neu konstituierten BA- und MA-Studiengänge finden sich auch genderspezifische Angebote. Welche Konsequenzen die Einführung der neuen Studiengänge (BA und MA) auf die Studien- und Forschungslandschaft im Bereich Gender Studies/Feministische Wissenschaft hat bzw. dauerhaft entfalten wird, lässt sich allerdings z.Zt. noch nicht absehen und wird auch durchaus kontrovers diskutiert (vgl. u.a. Becker/Kortendiek 2007; Degethoff de Campos 2005; Beiträge in Löffler/Michel 2006). Lehrende ebenso wie Studierende und Studieninteressierte beklagen allerdings die mit dem Bolognaprozess noch einmal – möglicherweise nur vorrübergehend – erheblich gesteigerte Unübersichtlichkeit der aktuellen Entwicklungen und der sich daraus ergebenden Studienangebote.

Im Sinne einer besseren Orientierung stellt das Zentrum für Gender Studies und feministische Zukunftsforschung zwei Studienführer online zur Verfügung.

Der Studienführer Gender Studies (Stand:2009 ) versammelt erste Ergebnisse einer Bestandsaufnahme der Verankerung von Gender Studies/Feministischer Wissenschaft im Lehrprogramm deutschsprachiger Universitäten mit dem Ziel, die Vielfältigkeit der Angebote darzustellen und sie möglichst vielen Interessierten auf einen Blick zugänglich zu machen.

Der Studienführer Gender in der Politikwissenschaft (Stand: 2009) bietet einen Überblick über den Aufbau der jeweiligen Bachelor- und Master-Studiengänge und versucht vor allem auf die Teilbereiche aufmerksam zu machen, die Gender-Aspekte integrieren.

Literatur:

Becker, Ruth; Kortendiek, Beate (2007) Werden Frauen durch den Bologna-Prozess benachteiligt? In: Personalführung, Jg. 40, H. 4. S. 34-45.

Degethoff de Campos, Heidi (2005); Gender in der Modularisierung im Zuge des Bologno-Prozesses: Gleichstellungspolitische Positionen. In: Kahlert, Heike; Thiessen, Barbara; Weller, Ines: Quer denken - strukturen verändern Gender Studies zwischen Disziplinen. Wiesbaden, S.301-307.

Michel, Sigrid; Löffler, Sylvia (Hg.) (2006): Mehr als ein Gendermodul. Qualitative Aspekte des Qualitätsmerkmals Gender im Bolonga-Prozess. Bielefeld.

Schenk, Herrad (1992): Die feministische Herausforderung. 150 Jahre Frauenbewegung in Deutschland. München.

 



[1] Seit 1992 werden von der Zentraleinrichtung zur Förderung von Frauen- und Geschlechterforschung an der Freien Universität Berlin die Professuren mit einer Voll- oder Teil-Denomination für Frauen- und Geschlechterforschung (Genderprofessuren) an bundesdeutschen Universitäten ermittelt (www.fu-berlin.de/zefrauen/datensammlung/genderprofessuren/index.html).

 



Zuletzt aktualisiert: 09.04.2010 · Buergerl

 
 
Gender Studies

Zentrum für Gender Studies und feministische Zukunftsforschung,
Wilhelm-Röpke-Str. 6F, 35032 Marburg Tel. +49 6421/28-24823, Fax +49 6421/28-24841, E-Mail: genderzukunft@staff.uni-marburg.de

URL dieser Seite: https://www.uni-marburg.de/genderzukunft/studium/studienfuehrer-gender/institutionalisierungfemwis

Impressum | Datenschutz