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Täterinnenprojekt: "Kriegsverbrecherinnen" – Strafrechtliche Verfolgung und gesellschaftliche Wahrnehmung von weiblichen Angeklagten in NS-Kriegsverbrecherprozessen seit 1945

Verantwortlich: Prof. Dr. Eckart Conze

Wissenschaftliche Mitarbeiterin: Susanne Raidt


Bis heute sind Kriegsverbrecherinnen ein zweifaches Skandalon: zum einen wegen ihres Verstoßes gegen die rechtliche und moralische Ordnung, zum anderen wegen ihres Verstoßes gegen die Geschlechterordnung. Denn nicht nur Kriminalität und Gewalt, sondern besonders auch Kriegsverbrechen werden als vergeschlechtlicht und dabei männlich konnotiert begriffen und entsprechend medial inszeniert. An diesem Schnittpunkt zwischen juristischem, politischem und gesellschaftlichem Umgang mit NS-Kriegsverbrecherinnen setzt das Dissertationsprojekt an. Es beleuchtet den Komplex einer wechselseitigen Beeinflussung der Rechtsprechung über Kriegsverbrecherinnen und deren gesellschaftlichen Wahrnehmung am Beispiel weiblicher Angeklagter, die sich wegen während des Krieges begangener NS-Verbrechen vor westdeutschen Gerichten (1945-1980er) zu verantworten hatten. Es wird analysiert, wie NS-Kriegsverbrecherinnen im juridischen Feld in Wechselwirkung mit dem kulturellen, wissenschaftlichen und politischen Feld jeweils zeitspezifisch konstruiert, präsentiert, transformiert und gedeutet wurden. Das Projekt eröffnet damit eine kultur- und geschlechtergeschichtliche Perspektive auf die Geschichte der Kriegsverbrecherprozesse Westdeutschlands und leistet einen Beitrag zur Historisierung der Kategorie „Geschlecht“ in NS-Kriegsverbrecherprozessen.

 

Kontakt:

Susanne Raidt

Internationales Forschungs- und Dokumentationszentrum Kriegsverbrecherprozesse

Universitätsstrasse 7

35032 Marburg

06421/28-23139

raidt(at)staff.uni-marburg.de

Zuletzt aktualisiert: 17.03.2016 · Hoermann Sascha, Fb. 01

 
 
 
Philipps-Universität Marburg

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Tel. +49 6421 28-26895, Fax +49 6421 28-26894, E-Mail: form@staff.uni-marburg.de

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