Geoarchäologie
Abschluss
Master of Science (M.Sc.)
Regelstudienzeit
4 Semester. Ein Teilzeitstudium ist
möglich
Voraussetzungen
Zur Aufnahme des Masterstudiengangs
"Geoarchäologie" wird ein mindestens mit "befriedigend" (Note 3)
bewerteter Abschluss des Bachelorstudiengangs "Archäologische
Wissenschaften", des Bachelorstudiengangs "Geographie" bzw.
eines vergleichbaren Abschlusses an einer anderen in- oder
ausländischen Hochschule benötigt.
Für Studierende des B.A.-Studienganges ‑Archäologische Wissenschaften
oder eines vergleichbaren Studiums mit archäologischem Schwerpunkt ist
in der Regel Voraussetzung, dass zuvor Module eines
geographisch-geowissenschaftlichen Studienganges im geforderten Umfang
eines Begleitfaches studiert wurden. Für Studierende
geographisch-geowissenschaftlicher Studiengänge ist in der Regel
Voraussetzung, dass zuvor Module eines archäologischen Studienganges im
geforderten Umfange eines Begleitfaches studiert wurden. Ggf. kann ein
Teil fehlender Module der Begleitfächer während des MSc.-Studiums
nachgeholt werden.
Kompetenzen in Englisch und mindestens einer weiteren
Fremdsprache werden vorausgesetzt.
Gegenstandsbereiche
Gegenstand der Geoarchäologie ist die historische
Dimension der Wechselbeziehung zwischen Mensch und Umwelt. Mit
verschiedenen kultur- und naturwissenschaftlichen Methoden werden
einerseits die anthropogenen Faktoren des Landschaftswandels,
andererseits die Entstehung und Entwicklung kultureller Phänomene vor
dem Hintergrund des jeweiligen Naturraumes bzw. naturbedingter
Umweltveränderungen untersucht.
Es stehen somit Fragen nach dem Einfluss des Menschen
auf den Naturraum wie auch umgekehrt die Beeinflussung des menschlichen
Verhaltens durch die natürliche Umwelt im Mittelpunkt
geoarchäologischer Forschung. Neben verschiedenen archäologischen (und
soweit vorhanden schrifthistorischen) Quellen ist hierbei die
Auswertung von Geoarchiven ein wesentlicher Bestandteil.
Die Geoarchäologie ist somit eine interdisziplinäre Forschungsrichtung
par excellence. Sie vereint Inhalte und Methoden der modernen
physischen Geographie, Humangeographie und der Geowissenschaften mit
denen der archäologischen Wissenschaften (Vor- u. Frühgeschichte,
Klassische Archäologie) sowie Geschichtswissenschaften und
Altorientalistik. Zu den physisch-geographischen gehören unter anderem
Geomorphologie, Bodenkunde und Geoökologie. Zu den kulturgeographischen
unter anderem Siedlungs-, Stadt- und Agrargeographie, historische
Geographie und Landeskunde. Moderne Methoden der Fernerkundung (u.a.
Luft- und Satellitenbildinterpretation) fließen ebenso ein wie solche
der Geochronologie.
Inhalte und Perspektiven geoarchäologischen Forschens sind z.B.:
- Untersuchung der Genese von Kulturlandschaften als Voraussetzung
für ein Verständnis heutiger Lebensräume
- Veränderung der Umwelt durch den Menschen im Lauf der
Geschichte
- Entwicklung ökonomischer Strukturen vor dem Hintergrund des
Naturraumpotenzials
- Ressourcenmanagement zwischen nachhaltiger Nutzung und übermäßigem
Verbrauch
- Auswirkungen sukzessiver oder katastrophischer Umweltveränderungen
auf das Siedlungswesen
- Fragen nach der Flexibilität von Gesellschaften bzw.
Gesellschaftssystemen bei einer sich wandelnden Umwelt
- Nutzung der retrospektiv erarbeiteten Ergebnisse für prognostische
Szenarien
- Bedeutung paläographischer Forschungen für die historischen Wissenschaften
Der Masterabschluss bildet die Voraussetzung zur
Aufnahme der Promotionsphase bzw. eines fachbezogenen
Promotionsstudienganges.
Gliederung, Aufbau
Die Regelstudienzeit des Masterstudiengangs
„Geoarchäologie“ beträgt einschließlich der Prüfungszeiten vier
Semester. Die Gesamtzahl der zu erwerbenden Leistungspunkte
(ECTS) beträgt 120.
Der Masterstudiengang "Geoarchäologie" ist modularisiert. Es sind
insgesamt fünf Module zu absolvieren. Bei den Module 3-5 handelt es
sich um thematisch bzw. schwerpunktartig ausgerichtete
Ausbildungseinheiten.
1. Aufbaumodul
Das 'Aufbaumodul' bildet die Grundlage für die
fachspezifische Ausbildung und ist innerhalb der ersten beiden Semester
zu absolvieren. Je nach vorherigem B.A.-Abschluss (Archäologie oder
Geographie) sind im Rahmen dieses Moduls entweder die besonderen, für
diesen Studiengang relevanten archäologischen Quellen und Arbeitsweisen
zu vermitteln oder physisch-geographische Fachkenntnisse, verbunden mit
einer Geländeaufnahme, Kartierung und Karteninterpretationsübung.
2. Exkursionen und Praktika
Das Modul 'Exkursion und berufsbezogenes Praktikum' ist eine Ausbildungseinheit mit ausgesprochener Praxisrelevanz. Geographische und archäologische Geländepraktika sowie Fachexkursionen mit begleitendem Seminar vertiefen das theoretisch erworbene Fachwissen.
3. Geomorphologie – Bodengeographie – Biogeographie
4. Mensch und Umwelt
5. Siedlungs- und Wirtschaftsarchäologie
Alle Module setzen sich aus mindestens zwei Lehrveranstaltungen
zusammen, die thematisch oder methodisch aufeinander abgestimmt sind
und in der Regel innerhalb eines Semesters absolviert werden sollen.
Ausnahme ist das Modul 'Exkursion und berufsbezogenes Praktikum'.
Ein Modul wird mit 12 ECTS-Punkten bewertet. Wird in einem
Hauptseminar/Oberseminar eine Hausarbeit geschrieben, so werden
für das Modul 15 ECTS-Punkte vergeben.
Der Abschluss des M.A.-Studienganges bildet das Verfassen einer
Masterarbeit (24 ECTS-Punkte), die einen Umfang von ca.
80 Textseiten und gegenüber einer Bachelorarbeit ein deutlich höheres
wissenschaftliches Niveau haben sollte.
In den Masterstudiengang "Geoarchäologie" werden außer den genannten
Modulen weitere aus einem Begleitfach einbezogen. Es wird
dringend empfohlen, die ggf. im vorausgegangenen B.A.-Studiengang als
Begleitfach nicht studierte Fachrichtung (Geographie bzw. Archäologie)
als Begleitfach zu wählen. Auf dieses Begleitfach entfallen 30 von 120
ECTS-Punkten. Die Auswahl der relevanten Module und Lehrveranstaltungen
ist in Absprache mit den möglichen Fachgebieten geregelt.
Weitere Informationen
Es wird empfohlen, vor Beginn des Studiums die Möglichkeit zur persönlichen Studienberatung im Vorgeschichtlichen Seminar (Tel. 06421/282 2348) oder im Fachbereich Geographie (Tel. 06421/282 4257 oder 4259) wahrzunehmen.

