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Sauerstoff- und wasserempfindliche Proben

Wichtige allgemeine Hinweise zur Messung luftempfindlicher Verbindungen:

Bei sehr luftempfindlichen Verbindungen empfiehlt es sich zu warten, bis in IARS der jeweiligen Probe ein Messtermin zugewiesen wurde. Die Probe sollte dann spätestens ca. 30 min. VOR dem angegebenen Termin in die MS-Abteilung gebracht werden. Speziell bei Spritzenpumpenmessungen empfiehlt sich die persönliche Kontaktaufnahme mit den zuständigen Mitarbeitern/Mitarbeiterinnen in der MS-Abteilung um einen reibungslosen Messbetrieb sicher zu stellen.

Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir nicht vor jedem Messtermin nochmal in den Arbeitsgruppen anrufen können. Entsprechende Kommentare in den Messaufträgen werden von uns ignoriert.

Für die Messungen von luftempfindlichen Proben stehen im Wesentlichen zwei Methoden (LIFDI und ESI-Spritzenpumpe) in der Abteilung zur Verfügung sowie eine für weniger empfindliche Verbindungen geeignete Variante der EI-Schubstangenmessung.

  • LIFDI (Liquid Injection Field Desorption Ionization)

    Bei LIFDI wird die Probe in einem Gefäß (am besten ein Glas-Vial mit gasdichtem Septum!) gelöst und mit einem gasdichten Septum verschlossen. Es dürfen keine Partikel enthalten sein. Die Konzentration sollte dabei im Bereich 0.1 - max. 1 mg/mL bzw. 1 mM liegen. Weniger ist hier oftmals mehr und höhere Konzentrationen können zudem die teuren Emitter (ca. 40,- € pro Stück!!!) zerstören! Der Boden des Probengefäßes sollte nur wenige Millimeter mit Flüssigkeit bedeckt sein. Im Gasraum darüber sollte ein leichter Überdruck an Schutzgas herrschen (idealerweise Argon). Weitere Informationen befinden sich unter dem Menüpunkt "Anforderungen an die Probe".

    Die so vorbereitete gelöste Probe kann nun direkt über eine dünne Fused-Silica Kapillare (75 µm ID) ohne Luftkontakt in das Hochvakuum des Massenspektrometers auf den FD-Emitter aufgetragen und nach Verdunsten des Lösungsmittels im Hochvakuum vermessen werden.

    Die LIFDI-Ionenquelle sowie auch die verwendeten FD-Emitter stammen von der Linden ChroMasSpec GmbH in Bremen. Dort finden sich auch weitere Informationen rund um das Thema LIFDI. Interne Nutzer finden weitere Informationen auch in diesem pdf-Dokument (bitte anklicken). Das PDF-Dokument unterliegt dem Urheberschutz. Seine Nutzung für interne Schulungs-/Lehrzwecke an der Philipps-Universität Marburg wurde uns durch Herrn Dr. Bernhard Linden gestattet, aber eine (Weiter-)Verbreitung, auch von Teilen, ohne vorherige ausdrückliche Genehmigung durch die Linden CMS GmbH ist untersagt!

  • APCI / ESI mit Spritzenpumpe (Syringe-Pump)

    Die Probe wird in einer Konzentration von </= 1mg/mL bzw. </=1 mM in der Glove-Box in einem geeigneten (für Probe und MS!) Lösungsmittel gelöst und in eine gasdichte Hamilton-Spritze abgefüllt. Diese kann in einem Schlenk-Kolben ohne Luftkontakt in die MS-Abteilung transportiert werden. Zu beachten ist, dass für Spritzenpumpenmessungen generell Termine vergeben werden (vgl. IARS)! Falls uns trockenes Lösungsmittel zur Verfügung gestellt wird ist es möglich die Transferkapillaren und die Ionenquelle mit diesem zu „trocknen“ und zu konditionieren. Anschließend wird die gelöste Probe gasdicht mittels Spritzenpumpe direkt in die Ionenquelle des Massenspektrometers injiziert und mit speziellen Gas-Settings für luftempfindliche Proben gemessen. Die Nadel der Spritze ist dabei nur sehr kurzzeitig der Atmosphäre ausgesetzt (wenige Sekunden vom Herausnehmen aus dem Schlenk bis zum Anschluss an die Kapillare des MS.

    Für weniger luft- und wasserempfindliche Proben eignet sich ggf. auch die wesentlich weniger (zeit-)aufwändige Injektion aus einem gasdicht verschlossenen Vial mittels LC- oder GC-Autosampler. Zu beachten ist bei ESI/APCI-Ionisierung aber, dass wir für die HPLC-Pumpe keine getrockneten Lösungsmittel verwenden und dass bei Messung mittels GC die Probe verdampfbar und GC-gängig sein muss.

  • EI-Schubstangenmessung mit unter Schutzgas gefülltem und verpackten Tiegel (nur für weniger luftempfindliche Proben geeignet)

    Auch EI-Ionisation ist bedingt geeignet für weniger luftempfindliche Verbindungen. Hierbei kann ein MS-Tiegel in der MS-Abteilung abgeholt und unter Schutzgas mit wenig (< 1mg) Substanz gefüllt und in einem geeigneten Übergefäß (z.B. "Massenschwein") unter Schutzgas (idealerweise Argon) abgegeben werden. Um den Lufkontakt beim Transfer in das Hochvakuum des Massenspektrometers, der nicht unter Schutzgas möglich ist, zu minimieren, empfiehlt es sich den Tiegel vor dem Verpacken in das Übergefäß unter Schutzgas mit einer Zange "abzudrücken", so dass die Öffnung kleiner wird. Hierbei ist jedoch vorsichtig vorzugehen, da die Tiegel nicht vollständig verschlossen werden dürfen. Es muss eine kleine Öffnung bleiben, aus dem der verdampfte Analyt im Hochvakuum des Massenspektrometers entweichen kann.

Bei Fragen oder Unklarheiten hinsichtlich der Methodenwahl oder der praktischen Durchführung sprechen Sie uns bitte an!