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Der Hausbesuch des altorientalischen Heilers

Prof. Dr. Nils P. Heeßel (Philipps-Universität Marburg, Altorientalistik)

1. November 18 Uhr c.t.

Heutzutage können wir mit gutem Gewissen behaupten, dass wir eine beträchtliche Menge über die altorientalische Medizin wissen. Die ausgegrabenen Bibliotheken des Alten Orients enthalten medizinische Texte in großer Zahl, seien es therapeutische Anweisungen, diagnostische Beobachtungen oder Beschreibungen der Wirkungsweise von pharmazeutischen Pflanzen und Mineralien, und eine 125jährige Edtionstätigkeit hat viele dieser Quellen zugänglich gemacht. Doch trotz dieser großen Forschungsfortschritte fällt es uns oft schwer, grundlegende Abläufe der Behandlung von Kranken im Alten Orient zu rekonstruieren. Wir stehen vor großen Herausforderungen, wenn wir uns mit scheinbar einfachen Fragen wie: Wie und wo wirkten die beiden Heilberufe im Alten Orient, asû und āšipu, zusammen? Wie und wo wurde der kranke Mensch untersucht und behandelt? Wie wurden die Heiler bezahlt? Wie interagierten die Heiler mit ihren Patienten?  Welche Instrumente benutzten die Heiler? beschäftigen. Im Vortrag wird unser Wissen über den Hausbesuch des altorientalischen Heilers dargestellt und versucht zu rekonstruieren, wie man sich einen Hausbesuch in einer mesopotamischen Stadt vor ca. 3.700-2.700 Jahren vorstellen kann.

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