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Symposium 11: Barrierefreie Sprache in der digitalen Kommunikation für Öffentlichkeit, Institutionen und Unternehmen

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Mittwoch, 17.09.2014 (2. Kongresstag)

11:00-12:30 Uhr
Kristina Pelikan
Spitzenwissenschaftler kommunizieren ohne Barrieren? – Zur Kommunikationsoptimierung in einem internationalen Forschungsprojekt aus dem Bereich Public Health (Präsentation downloaden)

Gerhard Edelmann
Gebrauchsanleitung für den Zugang zum Recht (Präsentation downloaden)

12:30-14:00 Uhr
(Mittagspause)
14:00-15:30 Uhr
-




 

Donnerstag, 18.09.2014 (3. Kongresstag)

09:15-10:45 Uhr
Melanie Siegel und Christian Lieske
Beitrag der Sprachtechnologie zur Barrierefreiheit: Unterstützung für Leichte Sprache (Präsentation downloaden)


Bettina Bock

Interaktivität und Multimodalität? Webseiten in „Leichter“ und „einfacher Sprache“ (Präsentation downloaden)
10:45-11:15 Uhr
(Kaffeepause; im Anschluß Plenarvortrag Mair)
12:15-13:30 Uhr
(Mittagspause)

13:30-15:00 Uhr
Marella Magris und Dolores Ross (Vortrag aus Krankheitsgründen entfallen)
Barrierefreiheit auf Webseiten von Gebietskörperschaften: ein Vergleich zwischen Deutsch, Italienisch und Niederländisch (Präsentation downloaden)

Nathalie Mälzer, Maria Wünsche und Philipp Hammer
Audioeinführungen als Zusatzangebot zur Audiodeskription (Präsentation downloaden)


Freitag, 19.09.2014 (4. Kongresstag)

09:00-10:30 Uhr
Julius Beineke, Alexander Kurch, Katja Raphaela Münch, Tanja Schwarze, Wiebke Waldner und Nathalie Mälzer
Qualitätsstudie zu Live-Untertitelungen am Beispiel des Kanzlerduells (Präsentation downloaden)

Diskussion

Inhalt

Die rasante Entwicklung im Bereich der digitalen Kommunikation birgt Chancen und Risiken. Einerseits eröffnen die technischen Möglichkeiten neue Zugänge: Teilhabe, Interaktion und Kollaboration werden in unterschiedlichen Bereichen für die breite Öffentlichkeit (z. B. Wikipedia) und spezifische Interessensgruppen (z. B. Do-it-yourself- oder Petitionsplattformen) möglich und führen zu einem Sprachgebrauch, der sich an den jeweiligen Kommunikationsbedürfnissen orientiert. Andererseits gilt es zu verhindern, dass noch mehr Nutzergruppen als bisher aufgrund mangelnder Verständlichkeit als auch durch nicht zureichende Berücksichtigung von spezifischen Einschränkungen (z. B. Seh- oder Hörbehinderungen) ausgeschlossen werden.

Barrierefreie Kommunikation ist vor allem im Kontext der Inklusion zu einem viel diskutierten Thema geworden. Dabei konzentriert sich die Auseinandersetzung häufig auf technische Möglichkeiten. Im Symposium möchten wir uns auf die sprachlichen Aspekte der digitalen Kommunikation konzentrieren, fassen das Konzept der Barrierefreiheit weit und stellen Verständlichkeit (Christmann/Groeben 1996; Göpferich 2002) entsprechend ihrer jeweiligen Adressierung und dem jeweiligen Kommunikationsbedarf in den Mittelpunkt. Geplant sind folgende Arbeitsschwerpunkte:

•    Barrierefreiheit und digitale Kommunikation: sprachliche und sprach /informationstechnologische Kommunikationsoptimierung für die Praxis
•    theoretische Reflexion sowie Anforderungsprofile zur barrierefreien Kommunikation aus der Angewandten Sprachwissenschaft
 Hier sollen neben den (mehr)sprachlichen Aspekten auch Möglichkeiten der multimedialen Umsetzung diskutiert werden.

Im ersten Teil des Symposiums widmen wir uns dem Ist-Zustand digitaler Kommunikation. Im World Wide Web lassen sich nahezu zu jedem Thema Plattformen finden, bei denen Nutzergruppen z. T. weltweit interagieren. Soziale Medien sorgen für die Vernetzung. Die oft auch fachsprachlich geprägte Kommunikation (z. B. Foren zu Software) passt sich hierbei den Kommunikationsbedingungen an, Prozesse der Gemeinschaftsbildung führen nicht selten ungesteuert zu spezifischem Sprachgebrauch. Sprachlenkung (Ischreyt 1965) und das Bemühen um Kommunikationsoptimierung (Schubert 2009, 2012) sind wiederum in Institutionen und Unternehmen zu beobachten, in denen stets bestimmte Kommunikationsanforderungen herrschen. So sind Institutionen verstärkt gefordert verständlich zu kommunizieren (Formulare, Informationsbereitstellung), wobei Barrierefreiheit auch bedeutet, Menschen mit Einschränkungen einzubeziehen. Letzteres kann z. B. durch die Anwendung von Regelwerken zur Leichten Sprache oder durch Einbeziehung der Richtlinie des World Wide Web Konsortiums (Caldwell/ Cooper 2008) erreicht werden. In Unternehmen wiederum arbeitet man daran, mithilfe regulierter Sprache die technische Kommunikation zu optimieren (firmenintern und -extern), Zielgruppen mit unterschiedlichem Vorwissen zu erreichen und die Übersetzungsarbeit zu erleichtern. Von besonderem Interesse sind hier Arbeiten, die sprachtechnologische Lösungen für Kommunikationsanforderungen bereitstellen (z. B. Autorensysteme für regulierte oder Leichte Sprache, Systeme zur computergestützten und maschinellen Übersetzung).

Der zweite Teil des Symposiums ist der Frage gewidmet, wie diese Entwicklungen durch eine theoretische Reflexion und/oder Sprachsteuerung aus den verschiedenen Bereichen der Angewandten Linguistik begleitet oder gar beeinflusst werden können. Neben der Verständlichkeitskonzeption mit Blick auf verschiedene Zielgruppen (z. B. Fachkommunikation, Experten-Laien-Kommunikation, institutionelle Kommunikation) möchten wir insbesondere diskutieren, ob und wie hier professionelle breit angelegte Sprachlenkung erfolgen kann und soll und damit das Spannungsfeld von Sprachvariation und Präskriptivismus bearbeiten. Besonderes Augenmerk soll auch Arbeiten gelten, die multimediale Aspekte (z. B. Film, Text Bild Interaktion, Transfer von Audiomaterial in schriftliche Texte, Transfer von Bildmaterial in Sprache) diskutieren oder Werkzeuge für die empirische Erforschung sprachlicher Variation bereitstellen.

Ziel des Symposiums soll es nicht zuletzt sein, eine Vernetzung von Theorie und Praxis, aber auch von einzelnen Forschungsansätzen zu erreichen. Dies kann sowohl innerhalb der einzelnen Arbeitsschwerpunkte erfolgen (z. B. Welche Aspekte regulierter Sprache sind relevant für Leichte Sprache und/oder barrierefreie Kommunikation?) als auch schwerpunktübergreifend (z. B. Welche sprachtechnologischen Forschungsergebnisse können Anwendungen in der Praxis aber auch die empirische Grundlegung theoretischer Ansätze befördern?).  

Literatur

Caldwell, Ben/Cooper, Michael/Vanderheiden, Gregg (Hrsg.). 2008. Web Content Accessibility Guidelines (WCAG) 2.0. W3C Recommendation  11 December 2008. <http://www.w3.org/TR/WCAG/> [erstellt: 11.12.2008; letzter Zugriff: 05.10.2013]

Christmann, Ursula; Norbert Groeben (1996): “Textverstehen, Textverständlichkeit – ein Forschungsüberblick unter Anwendungsperspektive.” Hans P. Krings (Hrsg.): Wissenschaftliche Grundlagen der Technischen Kommunikation. Tübingen: Narr, 129-189
Göpferich, Susanne (2002): Textproduktion im Zeitalter der GlobalisierungTübingen: Stauffenburg
Ischreyt, Heinz (1965): Studien zum Verhältnis von Sprache und Technik. Institutionelle Sprachlenkung in der Terminologie der Technik. Düsseldorf: Pädagogischer Verlag Schwann
Schubert, Klaus (2009): “Kommunikationsoptimierung. Vorüberlegungen zu einem fachkommunikativen Forschungsfeld.” trans‐kom 2 [1]: 109–150. Abrufbar unter <http://www.trans kom.eu/bd02nr01/transkom_02_01_06_Schubert_Kommunikationsoptimierung.20090721.pdf> [letzter Zugriff: 05.10.2013]
Schubert, Klaus (2012):“Optimierung als Kommunikationsziel: Bessere Sprachen.” Klaus-Dieter Baumann (Hrsg.): Fach – Translat – Kultur. Interdisziplinäre Aspekte der vernetzten Vielfalt. Berlin: Frank & Timme, 363–392


Organisation des Symposiums

Das Symposium soll in fünf Zeiteinheiten durchgeführt werden. Jeweils zwei Zeiteinheiten werden für die beiden Arbeitsschwerpunkte benötigt (jede Zeiteinheit mit 4 Vorträgen im Format 30 Minuten plus 15 Minuten, Möglichkeit der Integration von Einzelvorträgen), die fünfte Zeiteinheit soll für eine vorstrukturierte Diskussionsrunde unter Beteiligung des Publikums genutzt werden.


Kontakt

Prof. Dr. Susanne Jekat
Angewandte Linguistik
Zürcher Hochschule für Angewandte
Wissenschaften
Theaterstrasse 15c
CH-8400 Winterthur
Tel.: 058-934-6071
susanne.jekat@zhaw.ch

Prof. Dr. Heike Jüngst
Hochschule Würzburg-Schweinfurt
Münzstraße 1
D-97070 Würzburg
heike.juengst@fhws.de

Prof. Dr. Klaus Schubert
Institut für Übersetzungswissenschaft und Fachkommunikation
Universität Hildesheim
Marienburger Platz 22
D-31141 Hildesheim
Tel: 05121-883-30902
klaus.schubert@uni-hildesheim.de


Prof. Dr. Claudia Villiger
FB Elektro- und Informationstechnik
Hannover – University of Applied Sciences and Arts
Ricklinger Stadtweg 120
D-30459 Hannover
Claudia.Villiger@hs-hannover.de

Zuletzt aktualisiert: 22.09.2014 · gueldenr

 
 
 
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