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26.09.2013

12. Colloquium Balticum

Baltic Network trifft sich erstmals in Marburg zum "Colloquium Balticum"

Zeit: 07.11.2013 00:00 h - 09.11.2013 00:00 h
Ort: Philipps-Universität Marburg

Weitere Informationen:

Bereits zum zwölften Mal findet in diesem Jahr das Colloquium Balticum statt, erstmals wird es jedoch in Marburg ausgerichtet. Das Seminar für Klassische Philologie freut sich, seine Partner im "Baltic Network" im November an der alma mater Marpugensis begrüßen zu dürfen und lädt alle Interessierten herzlich zur Teilnahme am wissenschaftlichen Programm ein!

Programm des Kolloquiums

 

Zum Colloquium Balticum

Im November 2001 wurde in Lund das "Baltic Network" als ein Netzwerk zur Antike und Antikerezeption im östlichen Ostseeraum gegründet. Ursprünglich aus einem Austausch zwischen den altertumswissenschaftlichen Instituten Lunds und Greifswalds in den Jahren 1999 und 2000 hervorgegangen, verbindet es heute Forscher aus den Universitäten Greifswald, Marburg, Lund, Riga, Tartu, Vilnius und St. Petersburg. Darüberhinaus besteht Offenheit für die Teilnahme weiterer Vertreter aus altertumswissenschaftlichen Disziplinen im gesamten Ostseeraum.

Ziel des Netzwerkes ist es, für die Erforschung der Antike und ihrer Rezeption im Ostseeraum eine Plattform des Austauschs zu schaffen sowie diesen sukzessive zu vertiefen. Denn für die Situation der Altertumswissenschaft ist es charakteristisch, daß zwar an vielen Orten zur Antike geforscht wird, jenseits jedoch der mittel- und südeuropäischen Länder und den USA jedoch die wechselseitige Kenntnis und die Kontakte untereinander eher gering sind. Insbesondere sind die deutsche und die skandinavische Altertumswissenschaft wenig vernetzt – trotz vielfach vorzüglicher Deutschkenntnisse in Schweden und Finnland. Auch die wieder aufblühende Klassische Philologie in den baltischen Ländern schließt teilweise explizit – so etwa in Tartu – an ihre älteren deutschen Traditionen in Forschung und Lehre an. So bot sich zunächst für die Universität Greifswald, die auf die Erforschung der Wissenschaftstraditionen im Ostseeraum spezialisiert ist, im Rahmen der Erweiterung der Europäischen Union die Chance, eine bedeutende integrative Rolle zu übernehmen. Mit Marburg, dem jüngsten Mitglied im „Baltic Network“, hat dieses wissenschaftspolitische Ziel der inneren Verbindung der Altertumswissenschaften des Ostseeraumes sowie deren Anbindung an die etablierten europäischen Wissenschaftskulturen zusätzlich an Gewicht gewonnen: Einerseits blickt man hier mit dem Herder-Institut auf eine lange gesellschaftliche und wissenschaftliche Verbundenheit mit dem baltischen Ostseeraum, andererseits hat die Marburger Klassische Philologie im Rahmen ihres Lehr- und Forschungsprofils traditionell enge und intensive Kontakte zu den Altertumswissenschaften in Italien (Rom, Mailand, Urbino) und Griechenland (Athen, Komotini). Ein weiteres Moment, das einen Austausch von speziellem thematischen Interesse sein läßt, kommt hinzu: Ein Merkmal der Beschäftigung mit der Antike in den skandinavischen, baltischen und insgesamt nordosteuropäischen Ländern besteht darin, daß der Rezeption ein erheblicher Platz innerhalb der Erforschung der Antike zukommt. Die einzelnen nationalen Traditionen sind jedoch außer in einigen wenigen herausragenden Fällen außerhalb des jeweiligen Landes praktisch nicht bekannt; selbst für den nord- und mitteldeutschen Raum ist der Humanismus viel weniger erforscht als für Süddeutschland oder gar für die romanischen Länder. 

Das "Baltic Network" trifft sich einmal in der Regel jährlich zu einem Kolloquium, das im Wechsel von den Teilnehmern ausgerichtet wird. Die Serie trägt den Namen Colloquium Balticum. Die Kolloquien widmen sich vielfältigen altertumswissenschaftlichen Themenbereichen, ganz besonders aber Fragestellungen von Rezeption und Transformation der Antike, wie sie sich im Ostseeraum ausprägen, ihre eigenen Formen entwickeln und spezifische Funktionen übernommen haben: So etwa die Frage, inwieweit die Antikerezeption auf dem Hintergrund einer vergleichsweise späten Christianisierung Nordeuropas sowie inwiefern die institutionell abgesicherte Beherrschung des Lateinischen als ‚Motoren’ eines umfassenden Zivilisationsprozesses angesehen werden können, oder auch die Frage, wie solche Innovationspotentiale im Umgang mit der Antike auch im Kontext der Moderne funktionalisiert werden. Denn insbesondere im Baltikum lassen sich ganz eigene Rezeptionsweisen und Konzeptionen der Antike 
beobachten, die offensichtlich in engem Zusammenhang mit der Ausbildung oder Wiedergewinnung nationaler Identitäten stehen. Das übergeordnete Interesse gilt der Frage, inwieweit der Ostseeraum mittels des Vehikels der Antike und ihrer Rezeption durch Kontakte, Kommunikation, Kooperation und Konkurrenz Teil des humanistisch geprägten Europas wird. Ausdrücklich erwünscht sind auch Beiträge vonseiten der Bild- und nicht nur der Textwissenschaften. 

Ein besonderes Merkmal des Colloquium Balticum ist die Zusammensetzung des Teilnehmerkreises aus Lehrenden, Doktoranden und Studierenden. Ein wichtiges Anliegen ist es dabei, aus allen drei Gruppen auch Vortragende zu gewinnen, sodass die Kolloquien nicht zuletzt auch ein Forum für den wissenschaftlichen Nachwuchs in einem internationalen Kontext bieten und die verschiedenen Wissenschaftskulturen generell in einen lebhaften Austausch miteinander bringen. Aus den bisherigen Kolloquien haben sich zudem rege Kontakte nicht nur unter den Lehrenden, sondern auch auf der Ebene der Postdoktoranden sowie Doktoranden und insbesondere auch der Studierenden ergeben. In Greifswald und Marburg wurden so auch Erasmus-Partnerschaften zu Lund, Tartu, Riga und Vilnius aufgebaut, deren Mobilitätsprogramme einen wichtigen Beitrag dazu leisten, den Austausch von Studierenden und Dozenten auch zwischen den Kolloquien weiter zu befördern und somit die gegenseitigen Beziehungen zu verstetigen. In den Jahren 2007 und 2009 konnten beispielsweise im Rahmen der Erasmus-Dozenmobilität bereits erfolgreich Gastdozenturen durchgeführt werden.

Die Kolloquien finden mit Blick auf ihre internationale Ausrichtung einerseits, ihrer Verpflichtung der Wissenschaftstradition des Ostseeraums andererseits, zweisprachig statt (deutsch und englisch). Nicht zuletzt durch eine zurzeit in Vorbereitung befindlichen Reihe ist es ein erklärtes Ziel, die Aktivitäten des "Baltic Network" auch nach außen hin kenntlich zu machen. 

 

Veranstalter:

Seminar für Klassische Philologie, Prof. Dr. Gregor Vogt-Spira (Leitung)

Kontakt:

Bernadette Banaszkiewicz (Organisation)

Zuletzt aktualisiert: 07.10.2013 · prokoph

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