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Dissertationsprojekt:
Die Rolle der Sowjetunion in Nürnberg

Verantwortlich: Prof. Dr. Christoph Safferling
Mitarbeiterin: Irina Schulmeister

 

Der Nürnberger Hauptkriegsverbrecherprozess gehört zu den wohl bekanntesten Prozessen des Völkerstrafrechts. Am 20. November 1945 wurde mit der Eröffnung der Hauptverhandlung ein Strafverfahren gegen 21 anwesende Angeklagte vor einem internationalen Tribunal (IMT) eröffnet, in dem sie wegen des Verbrechens der Verschwörung, Verbrechen gegen den Frieden, Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit angeklagt wurden. Um den Prozess, der eine internationale Kooperation der vier Siegermächte war,  besser verstehen zu können, muss man sich vor allem auch mit den Beiträgen der einzelnen Alliierten auseinandersetzen, denn nur so ist eine umfassende Analyse der Entstehung der sog. Nürnberger Prinzipien möglich.

Die Rolle der Sowjetunion ist hierbei allerdings eine bislang ziemlich wenig behandelte Materie geblieben. Um diese beleuchten zu können wird zum einen eine Auseinandersetzung mit dem sowjetischen internationalen Recht notwendig sein. Auf diese Weise kann man herausfinden, welche Vorstellung die sowjetischen Völkerrechtler vom internationalen Strafrecht hatten und welchen Einfluss sie daher auf die Formulierung der in das IMT-Statut eingegangenen Prinzipien ausüben konnten. Wichtig ist es jedenfalls die Zeit vor dem Prozess, nämlich die Zeit, in der das IMT-Statut ausgearbeitet worden ist, einzubeziehen, da in dieser Zeit die meisten politisch und rechtlich wichtigen Entscheidungen gefallen sind. Eine Parallele soll vor allem auch zu den in der Sowjetunion stattgefundenen Prozessen gezogen werden, um die Unterschiede und Gemeinsamkeiten bei dem  in Nürnberg verfolgen Täterprofil herauszustellen.

In dem Prozess selbst, ist die Rolle des sowjetischen Anklageteams von zentraler Bedeutung. Archivrecherchen sollen Hintergrundinformationen über die am Prozess direkt beteiligten Personen, die Arbeit der Außerordentlichen Staatskommission – die für die Beweissammlung eingesetzte sowjetische Organisation – und andere im Hintergrund Agierende liefern.

Durch diese Fragestellungen soll die Dissertation zu einem umfassenderen Verständnis der Nürnberger Ereignisse vom 20. November 1945 bis 1. Oktober 1946 beitragen.

Das Projekt wird gefördert von der Max-Planck-Research School in Franfurt am Main.


Zuletzt aktualisiert: 17.03.2015 · Kappeler Angela, Fb. 9

 
 
 
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