Direkt zum Inhalt
 
 
banner-icwc.jpg
 
  Startseite  
 

Europäische Erfahrungen mit strafrechtlicher Aufarbeitung von Menschenrechtsverletzungen

Von besonderem Interesse für die Etablierung von Völkerstrafrecht als Medium zur Unterstützung von Übergangsprozessen sind die Erfahrungen, die im europäischen Rechtsraum im 20. Jahrhundert gemacht wurden. Dabei handelt es sich um die frühen Versuche im 19. Jahrhundert, Kriegsregeln rechtlich verbindlich auszugestalten, insbesondere durch die ersten Genfer Konventionen und die Haager Friedenskonferenzen. Nach dem 1. Weltkrieg wurde der Versuch unternommen, Verletzungen dieser Regeln strafrechtlich zu ahnden, was in den Leipziger Prozessen eher misslungen ist. Erst nach dem völligen Zusammenbruch der Zivilisation in Europa nach dem Ende des 2. Weltkriegs gelang es, eine internationale Durchsetzung von Völkerstrafrecht im sogenannten Nürnberger Hauptkriegsverbrecherprozess vorzunehmen. Es folgten weitere nationale Kriegsverbrecherprozesse. Während eine weltweite Umsetzung der Idee eines internationalen Strafgerichtshofs scheiterte, etablierte sich in (West-)Europa eine Friedensordnung und demokratische Grundordnung, wie sie in der Geschichte bis dato unbekannte war. Erst der Zusammenbruch des sogenannten Ostblocks führte zu weiteren brutalen kriegerischen Auseinandersetzingen innerhalb zerfallender Staatengebilde. Vor allem auf dem Balkan eskalierite ein Konflikt einer Mischung ethnischer, religiöser und nationaler Interessen, der schließlich nicht nur zu einer humanitären Intervention (Kosovo), sondern auch zur Etablierung eines internationalen Straftribunals führte. Das sogenannte Jugoslawientribunal (ICTY) stellt sich als weiterer europäischer Versuch dar, Makro-Unrecht mit rechtlichen und rechtsstaatlichen Parametern zu fassen.

Im Rahmen dieses Projektes sollen die europäischen Idiosynkrasien von Völkerstrafrecht untersucht werden. Dadurch sollen Wirkweise und Umstände internationaler Straftribunale transparenter gemacht werden.

 

Im Rahmen dieses Projektes entstandene Texte und Vorträge:

Christoph Safferling, Der Befriedungseffekt von Völkerstrafrecht; Vortrag in der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaft, März 2008.

Christoph Safferling, A World of Peace unter the Rule of Law: The View from Europe, Washington University Global Studies Law Review 2007, 675.

Christoph Safferling, Gastredner: Nation-States’ Participation in the Nuremberg Trials and its Implications Today, bei der Konferenz:  The Nuremberg War Crimes Trial and its Policy Consequences today, Bowling Green, Oktober 2006.

Christoph Safferling, The German Perspective on the Nuremberg Trial, am Robert H. Jackson Center, September 2005.

Christoph Safferling, Can international criminal prosecution be the answer to massive human rights violations?, Duke University September 2004.

Wolfgang Form, Crimes against Humanity and Control Council Law No. 10, Vortrag im Rahmen der Konferenz: The Nuremberg War Crimes Trial and its Policy Consequences today, Bowling Green, Oktober 2005.

Wolfgang Form, Vom Völkermord an den Armeniern bis zum Tokioter Kriegsverbrecherprozess - Entwicklungslinien bei der Ahndung von Menschlichkeitsverbrechen in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. In: Kriegsverbrechen, NS-Gewaltverbrechen und die europäische Strafjustiz von Nürnberg bis Den Haag. Graz 2007. 17. Veröffentlichung der internationalen Tagung Genocid on Trial, Graz März 2006.

Wolfgang Form, Neuartige Verbrechen - neue Ahndungsmöglichkeiten. Naziverbrechen vor alliierten Gerichten in Deutschland 1945-1949. In: Geschichte Lernen Heft 119, September 2007. Vergangenheitsbewältigung und Wiedergutmachung, 12.

Wolfgang Form, Justizpolitische Apsekte west-alliierter Kriegsverbrecherprozesse 1942-1950. In: Ludwig Eiber / Robert Sigel, Dachauer Prozesse. NS-Verbrechen vor amerikanischen Militärgerichten in Dachau 1945-1948. Verfahren, Ergebnisse, Nachwirkungen. Dachauer Symposien zur Zeitgeschichte, Bd. 7, hrsg. im Auftrag der Stadt Dachau und des Jugendgästehauses Dachau von Bernhard Schoßig, Göttingen 2007, S. 41.

Wolfgang Form, Der Oberste Gerichtshof für die Britische Zone: Gründung, Besetzung, Rechtsprechungslinien. Symposium "Der Oberste Gerichtshof für die Britische Zone" am 09. Oktober 2007 in Köln. Ein Tagungsband folgt im Herbst 2008.


Zuletzt aktualisiert: 26.11.2010 · Kappeler Angela, Fb. 9

 
 
 
Philipps-Universität Marburg

ICWC, Universitätsstraße 7, 35032 Marburg
Tel. +49 6421 28-26895, Fax +49 6421 28-26894, E-Mail: form@staff.uni-marburg.de

URL dieser Seite: https://www.uni-marburg.de/icwc/forschung/transitionaljustice/europa

Impressum | Datenschutz