Rio Grande do Sul: Entstehung des brasilianischen Bundesstaats und seiner Mineralien
Vor etwa 200 Millionen Jahren brach Gondwana, die größte zusammenhängende Landmasse auf der Südhalbkugel der Erde, auseinander. Südamerika entstand und der Südatlantik öffnete sich. Aus unvorstellbar großen Flächenvulkanen ergossen sich riesige Lavaströme und bedeckten das Parana-Becken in Südamerika und das Kalahari-Becken im südlichen Afrika. Die größere Magmamenge aber floss nach Westen in den heutigen brasilianischen Bundesstaat Rio Grande do Sul.Dieser Vorgang dauerte ungefähr zehn Millionen Jahre. Mehrere Lavadecken flossen übereinander, die Lavaserie wurde maximal 1800 Meter mächtig, im Durchschnitt ungefähr 650 Meter. Im Magma waren flüchtige Bestandteile gelöst, die Löslichkeit nahm aber beim Aufsteigen ab. Verschieden große Gasblasen entstanden, in denen gelöstes Siliziumoxid zunächst als Gel und dann als Quarz ausfiel. Die Gasblasen kristallisierten die begehrten Mineralien. Zwischen den einzelnen Lavadecken findet man lateritische Verwitterungen und alluviale Sedimente. Es muss also bei annähernd gleichen klimatischen Bedingungen längere Ruhepausen gegeben haben. So konnten sich an der jeweiligen Oberfläche neue Mineralien wie zum Beispiel Opale bilden.
Bereits zu Beginn des 19. Jahrhunderts waren die ersten Lieferungen edler Steine von Rio Grande do Sul unterwegs Richtung Europa. Landwirte und Edelsteinschleifer, Auswanderer aus dem Hunsrück, waren zufällig auf Achate und Amethyste gestoßen, an denen es in ihrer Heimat mangelte. Auch heute noch sind viele Landwirte nach Feierabend in ihrer eigenen kleinen Mine auf der Suche nach den Mineralien.
>> Rio
Grande do Sul: Ingrid und Reinhard Balzer Stiftung
>> Zur Besprechung des Buchs „Rio
Grande do Sul – Landschaften, Menschen, edle Steine“ von Reinhard
Balzer. Das Buch ist im Museums-Shop erhältlich.

