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„Entwicklung neuer Peptide zur Diagnostik von Diabetes mellitus und neuroendokrinen Tumoren“

 

Prof. Dr. Martin Gotthardt,
vormals Philipps-Universität Marburg, jetzt Universität Nimwegen, Niederlande

 

Dr. Martin Béhé,

vormals Philipps-Universität Marburg, jetzt Paul Scherrer Institut Villingen, Schweiz

 

Im Laufe des vergangenen Jahrzehnts haben Radionuklid-markierte, rezeptorbindende Peptide an enormer Bedeutung als Radiopharmazeutika für Diagnose und Therapie, insbesondere von Tumoren, gewonnen. Die spezifischen, rezeptorbindenden Eigenschaften des Liganden (des Peptids) können genutzt werden, um als Vehikel Radionuklide zum gewünschten Gewebe zu transportieren, welches den Rezeptor exprimiert. Das Konzept der Nutzung Radionuklid-markierter, rezeptorbindender Peptide in vivo hat nicht nur therapeutische Verbesserungen in der Behandlung neuroendokriner Tumore induziert, sondern auch Innovationen in der Diagnostik von verschiedenen anderen Tumoren und Diabetes. Der Rezeptor GLP-1R des Glucagon-like Peptide-1 (GLP-1) in den Insulin-produzierenden Beta-Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) wird inzwischen für diagnostische und therapeutische Zwecke genutzt. Es ist bislang jedoch keine geeignete Methode verfügbar, um die Dichte der Beta-Zellen im Pankreas zu bestimmen. Dies würde es ermöglichen, die Entstehung des Diabetes mellitus Typ 1 und 2 besser zu verstehen und möglicherweise in der Zukunft früher als bislang zu diagnostizieren. Damit ergäben sich völlig neue Möglichkeiten für eine verbesserte Diagnostik und Therapie. Die Prognose der Erkrankung verbessert sich wesentlich, wenn möglichst früh eine Therapie initiiert werden kann.

 

In dem geförderten Projekt der Philipps-Universität Marburg werden nun neue Radionuklid-markierbare Peptide für die bildgebende Darstellung Insulin-produzierender Beta-Zellen in der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) des Menschen in einem klinischen Versuch getestet. Die Peptide beruhen auf Exendin-4, einem Analogon zu GLP-1 aus dem Gilamonster.

Ziel des Projektes ist es, zu zeigen, dass die neuen Peptide ein innovatives Werkzeug darstellen, um zukünftig über die Bestimmung der Beta-Zellmasse frühzeitig Aufschluss darüber zu erhalten, ob ein Patient ggf. Diabetes entwickelt und ob möglicherweise noch genügend restliche Beta-Zellen vorhanden sind, die für die Insulin-Produktion durch medikamentöse Behandlung reaktiviert werden können. Ferner kann mit Hilfe der neuen Methode auch die Detektion von Insulinomen und der Hyperinsulinämie durch eine Betazellhyperplasie (also eine krankhafte Vergrößerung der Betazellen) vermutlich deutlich verbessert werden.

 

Die Mittel des Machbarkeitsfonds werden für die Veredelung der bestehenden Patentfamilie der Universität Marburg verwendet:

1)      Deutsche Patentanmeldung DE 10 2004 043 153.1 (03.09.2004) und daraus abgeleitete Anmeldungen

 

Peptide

 

 

 

 

 

 

 

 

Abbildung: Rezeptor-szintigraphische Aufnahme.

 

Zuletzt aktualisiert: 11.10.2011 · Rockelm

 
 
 
Philipps-Universität Marburg

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