Besondere Exponate: Heilige Kümmernis
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Bei dem Bild aus dem Inselkloster Frauenwörth/Chiemsee handelt es sich um eine Kopie eines Originals aus dem 17. Jahrhundert, das von Schwester Gabriela 1936 angefertigt wurde. 1939 wurde das Bild von Prof. Bornhausen erworben und gelangte nach dessen Tod in die Religionskundliche Sammlung. In der Religionskundlichen Sammlung befinden sich mehrere
Abbildungen der Hl. Kümmernis. Es handelt sich um eine Heilige, die
einen Bart trägt und an ein Kreuz genagelt ist. Der Legende zufolge
hätte sich dereinst eine heidnische Prinzessin zum Christentum bekehrt.
Der Vater wollte seine Tochter gegen ihren Willen mit einem heidnischen
Prinzen vermählen lassen. Die Tochter flehte zu Gott, er möge dies
verhindern. Die Gebete wurden erhört und Gott ließ ihr einen Bart
wachsen, worauf die Vermählung scheitert. Der erzürnte Vater ließ
daraufhin seine Tochter ans Kreuz nageln. Zur Kümmernis-Darstellung
gehört das Motiv des Fiedlers, der von der Heiligen einen silbernen
(manchmal goldenen) Schuh erhält. Dieses Erzähl-Motiv wiederum steht in
enger Verbindung mit dem Volto Santo, einem wundertätigen Kruzifix der
Kathedrale von Lucca (Italien), der dort seit dem 12. Jh. verehrt wird.
Bild und Legende der Kümmernis sind angeregt durch Volto Santo-Kopien,
die in ganz Europa zu finden sind. |
Heilige Kümmernis, Bild aus dem Inselkloster Frauenwörth, Chiemsee |

