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Provenienzforschung: Ausruhende Wasserträgerin

Bronzeskulptur um 1900 aus Japan

Auf Felsschollen sitzt junge barfüßige Asiatin in Kimono, Halbhandschuhen und Kopftuch. Vor ihr stehen zwei zylindrische Eimer mit Tragseilen. In ihrem linken Arm hält sie die auf den Boden stoßende Tragstange für die Eimer. Die Eimer sind gesondert gegossen und mit Schrauben von unten befestigt. Auf der Rückseite des Sockels gegossene Marke in asiatischen Schriftzeichen.
KMM
Ausruhende Wasserträgerin, japanisch, um 1900, Bronze, gegossen

Die „Ausruhende Wasserträgerin“ aus Bronze ist höchstwahrscheinlich um 1900 in Japan während der Meiji Periode (1868–1912) entstanden. Leicht zurückgelehnt ruht eine junge Frau auf einem Felsen. In ihrer linken Hand liegt die lange Tragestange. Zwei Eimer stehen am Fuße des Felsens. Die separat gegossenen Eimer sind mit Hilfe von Schrauben befestigt. Eine Variation im Kunsthandel zeigt eine weibliche Figur mit ähnlicher Haltung jedoch auf einem anders gestalteten Sockel. Dort sitzt sie auf bewachsenen Felsen, und ein Teller zu ihren Füßen sowie ein Becher in ihrer linken Hand verweisen auf die Pause.
Die Plastik kommt aus dem Nachlass von Maria Knauer. Sie hat diese Figur von ihrem 1945 verstorbenen Vater Paul Ostmann geerbt. Er war ab 1895 außerordentlicher und ab 1910 ordentlicher Professor für Ohrenheilkunde und Direktor des Instituts für Ohren-, Nasen- und Halskrankheiten an der Philipps-Universität in Marburg. Im Inventar steht die Vermutung, dass ein japanischer Student seinem Professor diese Plastik schenkte.
Wer war dieser Student? Welchen Anlass gab es für diese Schenkung? Wer hat diese Bronze gegossen und montiert?
Museum für Kunst und Kulturgeschichte Marburg, Inv. Nr. 10.977 
(https://www.bildindex.de/document/obj20970028)