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„Menschenrechte und Krieg“ – Seminarprojekt an der Uni Marburg

 

Krieg steht in einem grundsätzlichen Spannungsverhältnis zu den Menschenrechten. Am offensichtlichsten betrifft dies das zentralste dieser Rechte, das Recht auf Leben (und daraus abgeleitet: körperliche Unversehrtheit), das sowohl unter den kämpfenden Soldat_innen als auch unter den in Kriegsgeschehnisse verwickelten Zivilist_innen millionenfach gebrochen wurde und immer wieder verletzt wird. Aber auch die meisten anderen Menschenrechte werden durch Kriegsvorbereitungen und –handlungen beeinträchtigt.

Das Seminar bestand aus drei Blockveranstaltungen und wurde von Simone Emmert, LL.M.Eur., und Prof. Dr. Berthold Meyer geleitet. Es nahmen 14 Studierende aus verschiedenen Studienfächern daran teil, teils Bachelor-, teils Masterstudierende. Im Seminar wurden nicht nur den verschiedenen Facetten der Verletzungen von Menschenrechten durch Kriegshandlungen sowie die internationalen Bemühungen, diese einzuschränken, behandelt, sondern auch die Teilnehmer_innen dafür sensibilisiert, wie gegen Verletzungen und Einschränkungen von Menschenrechten präventiv vorgegangen werden kann.

Diese Sensibilisierung war ein wichtiger Bestandteil des Seminarkonzeptes. Hierfür wurden im ersten Block Anti-Bias-Übungen eingesetzt. Sie ermöglichen den Teilnehmer_innen interaktiv Diskriminierungen durch andere am eigenen Leib zu erfahren und durch die Hinführung zu einer gewaltfreien Kommunikation zu erkennen, wie leicht sie selbst schon durch Sprachnachlässigkeit andere diskriminieren sowie dass Aufmerksamkeit für das eigene (Sprach-)Verhalten und Respekt für andere gut eingeübt werden können.

Daneben ging es um die mit dem Gesamtthema zusammenhängenden rechtlichen Fragen, insbesondere um die völkerrechtliche Zulässigkeit „humanitärer Interventionen“ in Bürgerkriegssituationen sowie um eine Reihe von Fallstudien, welche von den Studierenden erarbeitet wurden.

Die Gesamtheit der gewählten Themen lässt sich in vier Gruppen grob aufteilen:

1.      Krieg / Bürgerkrieg / Humanitäre Intervention

2.      Rüstungsentwicklung und Menschenrechte

3.      Flucht und Migration aus Kriegsgebieten

4.      Nachkriegssituationen und Prävention.

Die erste Themengruppe behandelte u.a. „Die Folter von Kriegsgefangenen und das Problem der Konstruktion des ,Unlawful Enemy Combattant‘“; „Befehl und Gehorsam bei Kriegshandlungen – sind Täter zugleich Opfer?“ sowie „Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz und das humanitäre Völkerrecht“. Ein Thema der zweiten Gruppe war „Drohnen als Mittel der Kriegführung – Verstoß gegen das Recht, sich gegen Angriffe zu wehren.“ In der dritten wurde eine Fallstudie über „Menschenrechte und Abschiebepraxis in Kirgisistan“ vorgestellt. In der letzten Gruppe gab es u.a. ein Doppelreferat über Kindersoldaten in Uganda, wobei es einerseits darum ging, dass Menschenrechte schon dadurch massiv durch die Rekrutierung von Kindern verletzt werden, und zum anderen um die großen Schwierigkeiten, ehemaligen Kindersoldaten wieder in die zivile Gesellschaft zu integrieren.

 

 

Zuletzt aktualisiert: 04.04.2017 · Harrispo

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Art des Termins:

15.01.2018
12:00 Forschungskolloquium des Zentrum für Konfliktforschung
 
 
 
Zentrum für Konfliktforschung

Zentrum für Konfliktforschung, Ketzerbach 11, D-35032 Marburg
Tel. +49 6421/28-24444, Fax +49 6421/28-24528, E-Mail: konflikt@staff.uni-marburg.de

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