Die Dahlie
Dahlien stammen aus dem mexikanischen Hochland und waren schon den
Azteken bekannt. 1789 kamen die ersten Dahlien nach Madrid. Aus einem
eher unscheinbaren Pflänzchen, das Vincente Cervantes, Direktor des
Botanischen Gartens in Mexiko, seinem Kollegen, Abbé Antonia José
Cavanilles, in Madrid zur Ansicht schickte, entwickelte sich die
Vielfalt der heute vorhandenen Dahlien. Die fremde Blume wurde zu Ehren
des schwedischen Botanikers und Linné-Schülers, Andreas Dahl, Dahlie
getauft. Da es zu einer Doppelbenamung kam, eine andere Pflanze wurde
ebenfalls nach Andreas Dahl benannt, wurde im deutschsprachigen Raum
der Name Georgine eingeführt. Dieser ist noch heute gebräuchlich,
obwohl den Regeln der wissenschaftlichen Nomenklatur folgend, schon
bald der korrekte botanische Name wieder Dahlie war. Auch Alexander von
Humboldt schickte von seiner Südamerikareise eine Dahlie nach
Europa.
Durch Auslese und Züchtung entstanden viele Formen und eine große
Sortenzahl. Es gibt dichtgefüllte, handtellergroße Kaktus-Dahlien mit
zugespitzten schmalen Blütenblättern, kleinere gerüschte
Pompon-Dahlien, Seerosen-Dahlien mit ihren gefüllten, flachen
Blütenkörbchen und einfach blühende Dahlien mit schlichtem
Blütenblätterring. Insgesamt unterscheiden die Botaniker zehn
verschiedene Dahlien-Klassen, die allesamt in allen Farbtönen,
ausgenommen schwarz und blau, zu bewundern sind.
Der Winter ist für die Dahlien eine harte Zeit. Um sie zu überwintern,
schneidet man die Pflanze einfach nach dem ersten leichten Frost
zurück, gräbt die Knollen aus, lässt diese mit den Stengelresten nach
unten abtrocknen und lagert sie, von Erde gesäubert, frostfrei bei etwa
vier Grad Celsius zum Beispiel im Keller. Eine regelmässige Kontrolle
der Knollen ist wichtig. Im Mai werden die Knollen dann an einem
warmen, sehr hellen Standort gepflanzt. In Trockenperioden empfiehlt es
sich, diese etwas zu wässern. Um die Blütezeit zu verlängern, wird
Verwelktes entfernt.
Die Bilder zeigen eine kleine Auswahl der im Botanischen Garten wachsenden Dahliensorten.
Eine umfangreiche Darstellung der Dahlienkultur und beinahe 2000 Sortenbeschreibungen gibt es auf der Internetseite der Deutschen Dahlien, Fuchsien und Gladiolen-Gesellschaft.

