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05.11.2012

Grimm'sche Märchen in lateinischer Übersetzung erschienen

Veröffentlichung von zweisprachiger Ausgabe und CD zu ausgewählten Märchen im Grimm'schen Jubiläumsjahr

Seit der ersten Ausgabe von Band 1 der Grimms'schen Kinder- und Hausmärchen im Jahr 1812 sind nunmehr genau 200 Jahre vergangen. Dieses Jubiläum bildet den Auftakt zu einem hessenweiten Grimm-Jahr, das im Jahr 2013 unter dem Titel GRIMM 2013 gefeiert und in dem Leben und Werk der berühmten Söhne des Landes in vielfältigen Veranstaltungen gewürdigt werden wird. Es handelt sich dabei insofern um ein doppeltes Jubiläum 2012-2013, als sich mit dem Jahr 2012 das Datum der Erstausgabe der Grimm'schen Märchen nicht nur zum 200. Mal jährt, sondern im Jahr 2013 auch dem Todesjahr Jacob Grimms zum 150. Mal gedacht wird.

Mit Marburg sind die beiden Brüder nun in besonderer Weise verbunden, da sie an der hiesigen alma mater Marpurgensis ihre Studienjahre (1802/03-1806) verbrachten und dabei eine besondere Begeisterung und ein wissenschaftliches Interesse für die Geschichte deutscher Erzähltexte entwickelten. Sechs Jahre nach Abschluss ihres Studiums erschien dann im Jahr 1812 der erste Band der Kinder- und Hausmärchen, 1815 folgte der zweite Band dieser Erstausgabe. Nachdem nun genau 200 Jahre seit diesem epochemachenden Datum vergangen sind, liegt passend zum Jubiläumsjahr nun eine erste Auswahlausgabe der Kinder- und Hausmärchen in lateinischer Übersetzung vor. Dabei zeichnet Rainer Nickel, langjähriger Direktor des Max-Planck-Gymnasiums in Göttingen und seit dem Jahr 2008 ständiger Lehrbeauftragter am Marburger Seminar für Klassische Philologie, für die Übersetzungen der sieben Märchen verantwortlich. Neben der zweisprachigen Ausgabe ist auch eine CD erschienen, auf der die lateinischen Übersetzungen, gesprochen von Petra Bodien-Chang, nachzuhören sind.


Im Vorwort zu der zweisprachigen Ausgabe schreiben Rainer Nickel und Petra Bodien-Chang:

"Kinder – und Hausmärchen – so der Titel der 1812 und 1815 erschienenen Märchensammlung der Brüder Jacob und Wilhelm Grimm – in lateinischer Übersetzung? Warum nicht? Denn wir wissen von Übersetzungen in etwa 160 Sprachen aus aller Welt. Warum sollte die Weltsprache Latein nicht dazu gehören? Hinzu kommt, dass die Märchen, deren „hessische Herkunft“ von den Brüdern Grimm ursprünglich besonders hervorgehoben wurde, ihre Quellen in einer weit über Deutschland und Europa hinausreichenden Erzähltradition haben. Viele Märchenmotive sind älter als die eigentlichen Erzählungen, die in Europa bereits im Altertum und im Mittelalter entstanden. Bedeutende Zeugnisse sind unter anderem die lateinischen Märchen der sogenannten Gesta Romanorum, in denen sich schon die gleichen Motive, Bilder, Figuren und Formen finden wie in den Kinder- und Hausmärchen. Auch das ist ein wesentlicher Grund für die Neuerzählung einiger Märchen der Brüder Grimm in lateinischer Sprache. Die gedankliche Nähe zwischen den Gesta Romanorum, dem wohl ältesten Märchen- und Legendenbuch des späten Mittelalters, und den Märchen der Brüder Grimm ist Grund genug dafür, überhaupt eine Übersetzung ins Lateinische zu wagen und sich dabei an den sprachlichen Stil der Gesta Romanorum anzulehnen. Hinzu kommt, dass das Latein dieser Märchen- und Legendensammlung ein ebenso spannendes wie kurzweiliges Erzählen ermöglicht.

Die Idee zu der vorliegenden lateinischen Übersetzung der Grimmschen Märchen hatte Petra Bodien-Chang. Für sie war der äußere Anlass das zweihundertjährige Jubiläum 2012 der ersten Edition der Kinder- und Hausmärchen durch die Brüder Grimm. Es versteht sich von selbst, dass die ins Lateinische übersetzten Märchen auch vorgelesen wurden. Petra Bodien-Chang nahm diese Herausforderung an, und der Ambaum-Verlag in Vöhl-Basdorf mit Dorothea Ambaum und Tobias Schatte wurde schnell dafür gewonnen, das Projekt zu realisieren, so dass jetzt die sieben Märchen in deutscher und lateinischer Sprache zum Anhören auf CD und zum Mitlesen in einem zweisprachigen Textheft vorliegen.

Wer die Märchen in lateinischer Sprache hört oder liest, wird sich aber nicht nur einer langen Tradition bewusst, sondern bekommt auch wieder Lust an Latein, wenn er diese Sprache einmal in der Schule gelernt hat oder gerade damit beschäftigt ist. Die betont einfache sprachliche Form und die zahlreichen Worterklärungen werden den Zugang zu der lateinischen Übersetzung erleichtern. Die Märchen wollen zwar vor allem gehört werden. Aber um sie leichter zu verstehen, empfiehlt es sich, sie gleichzeitig auch vor Augen zu haben und mitzulesen. Die synoptisch zum lateinischen Text vorliegende deutsche Originalfassung will dem aufmerksam zuhörenden Leser und dem mitlesenden Hörer eine zusätzliche Hilfe und Freude sein."

 

  • Rainer Nickel: Fabula de quodam ... Sieben Märchen der Brüder Grimm. Deutsch und lateinisch, Vöhl-Basdorf (Ambaum-Verlag) 2012.
  • Petra Bodien-Chang: Sieben Märchen der Brüder Grimm in lateinischer Sprache vorgelesen, (Zwei CD). Vöhl-Basdorf (Ambaum-Verlag) 2012.

Zuletzt aktualisiert: 06.11.2012 · prokoph

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