Zur Geschichte der Religionskundlichen Sammlung
| Gegründet wurde die Sammlung im Jahr 1927
durch den Theologen und Religionsphilosophen Rudolf
Otto, der vor allem durch sein Werk "Das Heilige" (1917) auch
weltweit als eine der prägenden Gestalten der modernen
Religionswissenschaft bekannt ist. Ihm war einerseits das Gemeinsame
jedoch andererseits auch die Vielfalt der Religionen wichtig. Durch
Reisen und durch ein Netzwerk an Förderern legte er die Grundlage einer
Sammlung, die über seine Wirkungszeit hinaus weiterhin durch Ankäufe
und Geschenke bereichert worden ist. Insbesondere sind wichtige
Gegenstände und bibliothekarische Bestände in den buddhistischen und
chinesischen Bereichen über die Stiftung Hackmann hinzugekommen. Konzeption, Aufbau und Raumgestaltung der derzeit ständigen Ausstellung sind das Verdienst von Dr. Martin Kraatz, Leiter der Religionskundlichen Sammlung von 1968 bis 1998. Die Sammlung wechselte im Lauf ihrer über 70jährigen Geschichte mehrmals ihren Standort in Marburg. Der Umzug in die Räume der "Neuen Kanzlei" erfolgte 1981. Zuvor war die Sammlung im Marburger Landgrafenschloß untergebracht. Dieses Gebäude der sog. "Neuen Kanzlei" wurde im Auftrag des hessischen Landgrafen Ludwig IV. durch Ebert Baldewein 1573-75 gebaut und befindet sich auf halbem Wege zwischen dem Rathaus am alten Marktplatz und dem Schloß selbst. |
Rudolf Otto
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