Direkt zum Inhalt
 
 
Bannergrafik (Univ.)
 
  Startseite  
 
Sie sind hier:» Universität » Studium » Behinderte (SBS) » Körperbehinderte
  • Print this page
  • create PDF file

Beratung und Studienunterstützung körperbehinderter Studierender

 

  1. Ausgangslage
  2. Problemstellung
  3. Angebote und Dienstleistungen
  4. Kooperationspartner und Ziele

  1. Ausgangslage

Die Philipps-Universität Marburg nimmt hinsichtlich des Anteils von schwerstbehinderten Studierenden eine einzigartige Stellung im Vergleich mit anderen bundesdeutschen Hochschulen ein:

Mindestens 30 auf den Rollstuhl angewiesene und weitere ca. 40 stark geh- oder mobilitätsbehinderte Studierende repräsentieren die größte Anzahl Schwerstkörperbehinderter an einer bundesdeutschen Hochschule. Das heißt, diese Studierenden sind weitgehend oder rund um die Uhr auf pflegerische und personelle Assistenz angewiesen.

Ausschlaggebend für die Attraktivität der Philipps-Universität für schwerstkörperbehinderte Studierende sind die Betreuungsangebote des Studentenwohn- und Pflegeheims Konrad-Biesalski-Haus (KBH). Dieses Wohnheim des Studentenwerk Marburgs, in dem behinderte und nichtbehinderte Studierende leben, bietet mit seinem organisierten Pflege- und Fahrdienst die grundlegenden Voraussetzungen für einen uneingeschränkten Hochschulbesuch. Damit einher gehen seit mehr als 30 Jahren die Bemühungen der Philipps-Universität, die baulichen Gegebenheiten der Institute und das Studienangebot auf die Bedürfnisse von behinderten Studierenden auszurichten.

Die Bedürfnisse eines behinderten Studierenden bestimmen sich individuell durch die Auswirkungen seiner Behinderung und durch seine daraus mögliche Benachteiligung im Studium. Während z.B. für Rollstuhlfahrer die baulichen Gegebenheiten im Universitäts- und in seinem Wohnbereich rollstuhlbefahrbar ausgestaltet sein müssen, sind. sehgeschädigte Studierende vor allem auf besondere Dienstleistungen im Studienbetrieb wie z.B. die sehgeschädigtengerechte Aufbereitung der Studienliteratur und die Unterstützung bei Lehr- und Übungsveranstaltungen angewiesen.

Deshalb wurden an der Philipps-Universität spezielle Angebote zur Beratung und studienbezogenen Unterstützung nicht nur der körperbehinderten, sondern auch der sehgeschädigten und der hörbehinderten Studierenden entwickelt und gefördert. So wurde Anfang 1987 ein Arbeitsbereich zur Studienunterstützung Behinderter eingerichtet, aus dem die "Servicestelle für behinderte Studierende" (SBS) hervorgegangen ist.

Die Mitarbeiter dieses Arbeitsbereichs, die als "Beauftragte für behinderte Studierende" fungieren und in dieser Funktion direkt dem Universitätspräsidenten zugeordnet sind, haben schwerpunktmäßig diese besonderen Aufgabengebiete übernommen: N.N. besonders für körperbehinderte Studierende, Brita Kortus für hör- und sehgeschädigte Studierende sowie Studentinnen mit Behinderung und Franz-Josef Visse für sehgeschädigte Studierende zuständig. Hinzu kommen eine Assistentin von F.-J. Visse sowie mehrere studentische Hilfskräfte zur Unterstützung sehgeschädigter Studierender.

Inhalt

  2. Problemstellungen

Folgende Probleme bestehen für körperbehinderte und besonders für die auf einen Rollstuhl angewiesenen Studierenden und können gemeinsam gelöst werden:

  • die Wahl eines Studienfaches oder einer Fächerkombination, die mit den Neigungen, den Interessen und der körperlichen Leistungsfähigkeit des einzelnen im Einklang ist;
  • der Wechsel eines Studienfaches oder einer Fächerkombination;
  • die Durchführung der Antrags- und ggf. Widerspruchsverfahren für die Finanzierung des Studiums und des Lebensunterhaltes (BAföG), insbesondere für die Übernahme der Kosten des Aufenthalts im Studentenwohn- und Pflegeheim "Konrad-Biesalski-Haus";
  • die Planung, Organisation und Durchführung eines kräfteökonomischen, effizienten Studiumsverlaufs;
  • die Finanzierung und Bereitstellung von Studienhelfern;
  • die Antragstellung für Studienhilfsmittel, hier vorwiegend für eine adäquate Ausstattung mit elektronischen oder anderen technischen Hilfsmitteln;
  • die Antragstellung für die Finanzierung eines Autos mit entsprechenden Zusatzeinrichtungen, für die Übernahme der Betriebskosten und der Führerscheinkosten;
  • die Abstimmung individueller nachteilsausgleichender Modifikationen der bestehenden Studien- und Prüfungsordnungen mit den Professoren und Prüfungsämtern;
  • die Überwindung baulicher und ausstattungsbedingter Hindernisse in einzelnen Instituten;
  • Studienverzögerungen durch die Auswirkungen der Behinderung oder durch Krankheit; die Beschaffung einer rollstuhlgerechten privaten Wohnung
  • die Organisation und Sicherstellung der pflegerischen Betreuung außerhalb des KBH mit der Regelung der Kostenübernahme;
  • persönliche und / oder studienbedingte Belastungssituationen.

Inhalt

  3. Angebote und Dienstleistungen

Angesichts dieser Problemstellungen nimmt die "Beratung und Studienunterstützung Körperbehinderter" folgende Aufgaben und Dienstleistungen wahr:

  • Angebote einer intensiven und individuellen studienvorbereitenden, studienbegleitenden und berufsvorbereitenden persönlichen Beratung in Einzelgesprächen und/oder im Team
  • Unterstützung bei Problemen der Studien- und Hilfsmittelfinanzierung (Antrags- und Widerspruchsverfahren) sowie bei der Sicherstellung der pflegerischen Versorgung und personellen Betreuung
  • Unterstützung bei der Bereitstellung individueller Studienhelfer
  • Umsetzung eines Katalogs praktikabler nachteilsausgleichender Modifikationen der bestehenden Studien- und Prüfungsordnungen
  • Ansprechpartner sein für körperbehinderte Studierende bei allen Studien- und Alltagsproblemen
  • Unterstützung bei der Beschaffung einer (rollstuhlgerechten) Wohnung sowie bei der Organisation und Sicherstellung der Pflegehilfe
  • Sicherstellung von Sozialinformationen und -beratung in Zusammenarbeit mit dem Studentenwerk und anderen kommunalen, regionalen und überregionalen Institutionen
  • Kontinuierliche Fortführung des behindertenadäquaten Aus- und Umbaus der Institute mit behindertenspezifischer Ausstattung
  • Erarbeiten aktueller Informationen (Kurz-Infos, Broschüre)
  • Mitarbeit und Beratung bei Auswahl und Anwendung von (technischen) Studien- und anderen Hilfsmitteln
  • Information der Hochschulorgane über körperbehindertenspezifische Aktivitäten und Maßnahmen

Inhalt

  4. Kooperationspartner und Ziele

Zur Bewältigung dieser Aufgaben besteht eine intensive Zusammenarbeit mit folgenden Stellen der Universität und anderen Institutionen:

  • Studentenwerk Marburg
  • Örtliche und überörtliche Sozialhilfeträger
  • Fachbereichsbeauftragte für Studienberatung
  • AStA und Fachschaften
  • Behindertenberatungsstelle beim Deutschen Studentenwerk (DSW) in Berlin
  • Universitäten mit speziellen Einrichtungen für behinderte Studierende
  • Überregional tätige studentische Selbsthilfeorganisationen und Interessengemeinschaften
  • Hochschul-Bauamt
  • Auslandsamt
  • Berufsberatung des Arbeitsamts
  • Sozialamt
  • Wohnungsamt
  • Gesundheitsamt
  • Versorgungsamt

Dieses Beratungs- und Studienunterstützungsangebot können alle behinderten Studieninteressierten und Studierenden nutzen. Es hat sich gezeigt, dass die genannten Probleme umso leichter zu lösen sind, je früher der / die Einzelne dieses Angebot wahrnimmt. Ziel aller Bemühungen ist es, die Auswirkungen einer Behinderung und alle damit verbundenen Erschwernisse und persönlichen Belastungen individuell so weit wie möglich zu mindern. Das Engagement des einzelnen behinderten Studierenden und seine oft sehr großen körperlichen und psychischen Anstrengungen sollen zu einem möglichst reibungslosen und zufriedenstellenden Studiumsverlauf und einem erfolgreichen Studiumsabschluss führen.

Inhalt

Kontakt:

SBS, Biegenstraße 12, Untergeschoss, Zimmer -1 023,
Tel. (06421) 282 6039, Fax (06421) 282 6795

Zuletzt aktualisiert: 11.04.2014 · Brita Kortus

 
 
 
Philipps-Universität Marburg

Philipps-Universität Marburg – Dezernat III, Biegenstraße 10, D-35032 Marburg
Tel. +49 6421 28-22222, Fax +49 6421 28-22500, E-Mail: dezernat3@verwaltung.uni-marburg.de

URL dieser Seite: http://www.uni-marburg.de/studium/behinderte/koerperbehinderte

Impressum | Datenschutz