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Doktorandinnen und Doktoranden

Hael Saad Hassan Al-Dobeibi

Hael Saad Hassan Al-Dobeibi

Ich studierte das Fach Germanistik an der Universität Sana’a – Jemen und absolvierte dort mein B.A.-Studium bis zum Sommersemester 2009. Im Wintersemester 2012/13 schloss ich mein M.A.-Studium an der Philipps-Universität Marburg im Fach der Neueren deutschen Literatur ab. Mein Abschlussarbeit trug den Titel „Intertextualität und Interkulturalität in der Ethnopoesie der Gegenwart: Michael Roes’ Jemen-Roman Nah Inverness“. Der Titel meines Dissertationsprojekts lautet „Michael Roes' Romane, Essays und Filme im Zeichen der Ethnopoesie“.

Projektskizze

Michael Roes' Romane, Essays und Filme im Zeichen der Ethnopoesie

Die Arbeit setzt sich mit Michael Roes' Werk auseinander und thematisiert Aspekte der Intertextualität, Interkulturalität, sexueller Alterität in der Ethnopoesie. Sie hat das Ziel einerseits das literarische Schaffen und die Filmprojekte des Schriftstellers über seine Reisen in die Fremde zu dokumentieren und andererseits die interkulturellen und intertextuellen Bezüge in seinem Werk im Zeichen der deutschsprachigen Ethnopoesie der Gegenwart zu analysieren. Es wird untersucht, inwieweit Roes’ Werk dazu beiträgt, Missverständnisse zwischen den verschiedenen Kulturen zu vermeiden und die Kommunikation zu verbessern. Die Untersuchung gibt Antworten auf folgende Fragen: Was interessiert Roes an den fremden Kulturen und warum ist er immer wieder zur Auseinandersetzung mit diesen Kulturen animiert? Wo finden sich in seinen Schriften Einflüsse der fremden Kulturen oder besser gesagt: interkulturelle Bezüge im Zeichen der Ethnopoesie? In der Arbeit sollen intermediale Beziehungen in Roes’ Œuvre im Allgemeinen sowie zwischen Film und fiktionalem Text im Speziellen untersucht werden, z.B. der Jemen-Roman Nah Inverness als von Medienindizes strukturierter Text und als konzeptionelle Hybridbildung, in Bezug auf Shakespeares Macbeth wie auch auf Roes’ Spielfilmprojekt Someone Is Sleeping In My Pain.

 

Sarina Hau

Sarina Hau

Ich studierte von 2010 bis 2015 die Fächer Germanistik, Praktische Philosophie und Erziehungswissenschaft an der Philipps-Universität Marburg. Im Frühjahr 2015 absolvierte ich mein Erstes Staatsexamen für das Lehramt an Gymnasien. Die dazugehörige wissenschaftliche Abschlussarbeit für das Fach Germanistik trug den Titel: „(Anti-)Heldinnen im modernen Drama – Künstlertum und Dekadenz“. Von Juli bis Oktober 2015 war ich als Wissenschaftliche Hilfskraft im August-Wilhelm-Schlegel-Projekt am Institut für Neuere Deutsche Literatur der Philipps-Universität tätig; momentan leiste ich den pädagogischen Vorbereitungsdienst ab, der voraussichtlich im Juli 2017 mit dem Zweiten Staatsexamen endet. Der Arbeitstitel meines Projektes lautet „Antiheldinnen der literarischen Moderne – Dekadenz, Geschlechterkonflikte, Künstlerinnentum“.

Projektskizze

Antiheldische Figurenkonzepte im Drama durch Weiblichkeit und Dekadenz

Das Projekt zielt auf die Entwicklung eines neuen Interpretationsmodells für weibliche (Haupt-)Figuren im Drama der literarischen europäischen Moderne anhand kanonisierter Texte (z.B. Wedekind, H. Mann, Ibsen, Strindberg etc.) ab. Während die bisherigen Frauentypen wie femme fatale oder femme fragile hauptsächlich die Charakter- und Verhaltenseigenschaften der literarischen Figuren in den Blick nehmen, orientiert sich das Konzept der Antiheldin auch an dramentheoretischen und narrationstechnischen Fragen. Den Ausgangspunkt bildet der Begriff des Helden, der heutzutage in allen nur möglichen Zusammenhängen rezipiert und so mit nahezu unendlichen Anknüpfungspunkten konfrontiert wird; er bedarf daher also, ebenso wie der des Antihelden, einer begrifflichen Klärung. Ein Blick auf die Genese des Konzepts in der aristotelischen „Poesie“ weist den Weg zu dramentheoretischen Fragen und Wandlungen, die sich bis zur literarischen Moderne vollziehen. Neue Eigenschaften und (kulturelle) Einflüsse, wie die um 1900 auftretenden Dekadenz- und (misogynen) Weiblichkeitsentwürfe, gestatten eine Umdeutung zum Konzept der Antiheldin. Eine Gegenüberstellung verschiedener europäischer „Frauendramen“ weitet das Feld über den deutschsprachigen Raum hinaus aus und will durch die Zuhilfenahme der ermittelten dramentheoretischen Wandlungen, narrationstechnischen Fragen und Konzepteigenschaften einen „Katalog“ zur modernen Antihelden entwerfen.

Zweitbetreuung: Melanie Seidel

Melanie Hein

Ich studierte an der Philipps-Universität Marburg Germanistik mit Nebenfach Politikwissenschaft und schloss mein Bachelorstudium 2012 mit einer Arbeit zu „Todesszenarien im Märchen. Literarische Techniken der Emotionalisierung in der Sammlung der Brüder Grimm“ ab. Den anschließenden Masterstudiengang der Neueren deutschen Literatur, erneut mit Nebenfach Politikwissenschaft, absolvierte ich in Marburg 2014. Meine Masterarbeit trug den Titel „Geschichtsphilosophie und Politik in Hölderlins ‚Hyperion‘“. Nach einem Ausflug in die Geschichtswissenschaft bin ich seit 2015 Doktorandin am Institut für Neuere deutsche Literatur der Universität Marburg. Der Titel meines Dissertationsvorhabens lautet „Mesokosmos Poesie: ‚Welt in der Welt‘. Poetologische Diskurse um 1800 im Lichte Luhmannscher Kunsttheorie“.

Projektskizze

Mesokosmos Poesie: ‚Welt in der Welt‘. Poetologische Diskurse um 1800 im Lichte Luhmannscher Kunsttheorie

Gegenstand der Untersuchung ist der Poesiebegriff um 1800, der mit Hilfe der systemtheoretischen Betrachtungsweise des Soziologen Niklas Luhmann neu beleuchtet werden soll. Das Dissertationsprojekt begreift Fragen nach der Möglichkeit der Vermittlung und Darstellbarkeit einer subjektiv konstruierten Welt im poetischen Rahmen, d.h. nach dem Weltbezug der Kunst, als Essenz romantischer Kunstphilosophie und versucht in Luhmanns struktureller Kopplung geschlossener Systeme – der Kommunizierbarkeit von Wahrnehmung – sowie seiner Funktionsbestimmung von Kunst eine Methodik, eine Erklärungslogik zu erkennen, die es erlaubt, Poesie als Mesokosmos, als Mittler zwischen Selbstbewusstsein, Identität, Wahrnehmung und Kommunikation zu denken.

Niklas Luhmanns kunstsoziologische Wieder- bzw. Fremdbeschreibung der Romantik, d.h. seine Emanzipation von der Semantik romantischer Selbstbeschreibung, verschiebt und visibilisiert, so die These, den ‚blinden Fleck‘ der Poetologie der Jahrhundertwende. Diese wird als Reflexionstheorie der Literatur verstanden, die systemintern ein Bewusstsein der ei-genen Schreibart generiert. Luhmanns externe Beobachtung des dichterischen Selbst- und Poesieverständnisses der Romantiker, seine fachfremde Perspektive soll der Literaturwissen- schaft durch Abstraktion und der Verfügbarmachung eines anderen Begriffsinstrumentariums ein breiteres Blickfeld eröffnen. Damit strebt das Projekt den Gewinn eines besseren Verständnisses romantischer Leitbegriffe (von Poesie, Ironie, Arabeske, Fragment und Kritik) an.

 

Christian Senf

  Ich studierte an der Philipps-Universität Marburg und der Universität Zürich die Fächer Germanistik, Geschichte und Pädagogik. 2015 legte ich das Erste Staatsexamen für das Lehramt an Gymnasien ab.  Der Titel meiner Abschlussarbeit lautete „Das Volk aber … empfindet aristokratisch“  – Aristokratismus in Thomas Manns Essays und Briefen bis zum Ende des Ersten Weltkrieges. Seit dem Abschluss meines Studiums arbeite ich als wissenschaftliche Hilfskraft im DFG-Projekt „Digitalisierung und elektronische Edition der Korrespondenz August Wilhelm Schlegels“ an der   Philipps-Universität Marburg. Der Arbeitstitel meiner Doktorarbeit lautet  „‘Ich kleidete mich in eine gewisse Hoheit und ging umher, stolz und glücklich mit dem Geheimnis meiner Würde‘ – Aristokratismus in den Werken Thomas Manns.“

Projektskizze

Adelssemantik im Werk Thomas Manns

Meine Dissertation widmet sich der Adelssemantik im Werk Thomas Manns. Geplant ist eine Arbeit, die in den Texten des Lübecker Dichters semantische Merkmale untersucht, die dem kulturellen Konzept „Adel“ zugeschrieben werden. Mit dem politischen Bedeutungsverlust des Adels im 20. Jahrhundert traten neue Konzepte des Adels und des „Aristokratischen“ in verschiedenen Diskursbereichen auf.  Auch das essayistische und erzählerische Werk Thomas Manns ist auf diese Beobachtung hin zu untersuchen. Das schließt die ästhetische Verwendung und Füllung des Adelsbegriffs ausdrücklich mit ein. Vom kindlichen Prinzenspiel, den „aristokratischen Monstren“ (Heinrich Detering) des Frühwerks, über die aristokratische Frage im Zauberberg bis zum körperlichen Aristokratismus Felix Krulls lässt sich eine vielfältige Auseinandersetzung im Œuvre des Nobelpreisträgers nachweisen. Als geeignete Untersuchungsaspekte lassen sich die Pflege der Genealogie, der Glauben an die Auserwähltheit, adelige Anökonomie, Aristokraten als „Meister der Sichtbarkeit“ (Heinz Reif) und exklusive Sozialsemiotik eruieren.

 

Gesa Steinbrink

Gesa Steinbrink

  Ich habe von 2000-2006 Deutsche Sprache und Literatur, Medienwissenschaft und Europäische Ethnologie/Kulturwissenschaft an der Philipps-Universität Marburg studiert und mit einer Magisterarbeit zum Thema „Polemik und Satire in der Literaturkritik. Untersuchungen zur Publizistik von Karl Kraus und Eckhard Henscheid“ abgeschlossen. Während des Studiums war ich drei Jahre lang studentische Hilfskraft bei Prof. Dr. Thomas Anz, vornehmlich als Redakteurin und Koordinationsleiterin in der Redaktion der Online-Zeitschrift literaturkritik.de. Von 2006-2016 war ich Mitarbeiterin des Suhrkamp Verlags, zunächst zuständig für Lesungen und Veranstaltungen, ab 2009 verantwortlich für die Pressearbeit der Programmbereiche Sachbuch und Wissenschaft sowie für Literatur aus Österreich und der Schweiz. Der Arbeitstitel meines Dissertationsvorhabens lautet »Magician or Trick?« Magie und Metapher im Werk von Clemens J. Setz – eine kognitionsästhetische Untersuchung.

Projektskizze

»Magician or Trick?« Magie und Metapher im Werk von Clemens J. Setz – eine kognitionsästhetische Untersuchung.

These des Arbeitsvorhabens ist, dass Magie im Werk des österreichischen Schriftstellers Clemens J. Setz (Jg. 1982) eine auffällige und bedeutende ästhetisch-literarische Funktion einnimmt und ihrerseits in engem Zusammenhang mit dem ausgeprägten Gebrauch von Metaphern steht. Überlegungen zu strukturellen und formalen Gemeinsamkeiten beider Phänomene haben durchaus eine lange Tradition und wurden spätestens Ende des 19. Jahrhunderts konkreter formuliert. Im Rahmen der Arbeit sollen diese Beobachtungen anhand der vier Romane „Söhne und Planeten“ (2007), „Die Frequenzen“(2009), „Indigo“ (2013) und „Die Stunde zwischen Frau und Gitarre“ (2015) sowie des Erzählbandes „Die Liebe zur Zeit des Mahlstädter Kindes“ (2011) analysiert und aktualisiert werden. In Auseinandersetzung mit den einschlägigen Theorien und neueren Rekonzeptualisierungsbemühungen zu Magie und magischem Denken durch die Kultur- und Religionswissenschaft, Soziologie, Philosophie, Entwicklungspsychologie, Psychoanalyse und (kognitive) Literaturwissenschaft soll zunächst ein brauchbarer Begriff des (Sprach)Magischen erarbeitet werden. Mit Bezug auf die konzeptuelle Metapherntheorie nach George Lakoff und Mark Johnson, die Metaphern als ein grundlegendes und ubiquitäres Strukturprinzip menschlicher Kognition beschreiben, wird die wechselseitige Beziehung von Magie und Metapher in einer umfangreichen Analyse der genannten Texte zu diskutieren und zu begründen sein, die zur Erschließung des Werks von Clemens J. Setz beitragen möchte.

Jan de Vries

Jan de Vries

  Ich studierte an der Philipps-Universität Marburg die Fächer Germanistik, Geschichte und Pädagogik. 2011 legte ich das erste Staatsexamen für das Lehramt an Gymnasien ab.  Der Titel meiner Abschlussarbeit lautete „Robert Musils 'Der Mann ohne Eigenschaften' als erkenntnistheoretisches Experiment“. Seit 2011 bin ich Doktorand am Institut für Neuere deutsche Literatur der Universität Marburg. Der Arbeitstitel meiner Doktorarbeit lautet „Adelssemantik als Medium von Kulturkritik“.

Projektskizze    Die Promotion wurde 2018 abgeschlossen.

Adelssemantik als Medium von Kulturkritik

Gegenstand der Untersuchung ist die Innovation der tradierten Adelssemantik (einschließlich des Wandels ihrer Metaphorik und Konnotativität) in der Literatur um 1900. Der Bedeutungswandel bzw. die Ambiguisierung der Semantik fand insbesondere im Kontext eines breiten kulturkritischen Diskurses statt. Feststellen lässt sich eine werthaft-ideologische Aufladung einzelner Merkmale des semantischen Feldes „Adel und Aristokratie“ unter kulturkritischen Vorzeichen. Analysiert werden die ästhetischen und historischen Voraussetzungen und Folgen der kulturkritischen Vereinnahmung der Adelssemantik. Ein Ausgangspunkt bildet das Werk Nietzsches. Vermittelt durch Multiplikatoren der nietzscheanischen Philosophie konventionalisierte sich eine kulturkritische Adelssemantik. Aufgezeigt werden die Virulenz einer solchen Semantik sowie Aspekte der Verwendung und Innovation innerhalb der literarischen Moderne. Das für die Arbeit herangezogene Textkorpus umfasst sowohl faktuale als auch fiktionale Texte, die repräsentativ für eine Kulturkritik sind, die sich einer Semantik des Adligen bediente und diese beständig modellierte. Methodisch stützt sich die Studie auf die Framesemantik, die linguistische, kognitionswissenschaftliche und diskursanalytische Ansätze verknüpft. Ihr Instrumentarium ist in besonderer Weise geeignet, semantische Innovationen analytisch nachzuvollziehen und den Wandel kulturellen Wissens im Kontext intermedialer diskursiver Aushandlungsprozesse transparent zu machen.

Friederike Wißmach    Die Promotion wurde 2019 abgeschlossen.

Ich studierte die Fächer Germanistik, Anglistik und Amerikanistik sowie Pädagogik und absolvierte 2011 das 1. Staatsexamen (Lehramt an Gymnasien). Meine Abschlussarbeit trug den Titel „Hybridität im Roman. Thomas Manns Doktor Faustus“. Mein besonderes Interesse gilt der Literaturtheorie, der Romantik und der Literatur um 1900. Seit dem Abschluss meines Studiums arbeite ich als wissenschaftliche Hilfskraft am Institut für Neuere deutsche Literatur an der Philipps-Universität Marburg, bin als Tutorin für internationale Studierende und als Vertretungslehrerin tätig und schreibe für die Zeitschrift literaturkritik.de. Der Titel meiner Dissertation lautet „Kulturelle Identität als Prozess ihrer Vermittlung in den Exilromanen Thomas Manns“.

Projektskizze

Kulturelle Identität als Prozess ihrer Vermittlung in den Exilromanen Thomas Manns

Das Vorhaben widmet sich diskursiven Erzähl- bzw. Vermittlungsstrategien ‚kultureller Identität‘, deren subversives Potenzial ein Charakteristikum der Exilwerke Thomas Mann darstellt. Der Begriff ‚kulturelle Identität‘ wird als von unterschiedlichen Wissenssystemen umkämpftes und stets auf Wandel hin angelegtes Konzept verstanden. Die Exilromane Doktor Faustus und die Joseph-Tetralogie inszenieren historisch-biographisches Erzählen als Raum dieser Aushandlung von ‚kultureller Identität‘. Dieser Prozess lässt sich anhand  konfligierender Erzählmuster aufzeigen. Folglich geraten Widersprüche und Brüche in den Blick, die sich innerhalb der Erzählarchitektur ergeben. Die komplexe Erzählweise problematisiert literarisch-narrative Darstellungsstrategien der Fremd- und Selbstauslegung, die sowohl in der Geschichtsschreibung als auch in der Ethnographie Anwendung finden. Sie führt dies am Beispiel fiktionaler Biographien vor. Demnach sind die Kategorien Identität und Alterität, der Akt der Narration als prozesshafte Vermittlung sowie das dialogische Verhältnis von Handlungsmacht und Widerstand Schlüsselbegriffe für eine Relektüre der Romane. Methodologisch basiert die Arbeit daher auf der Engführung von narratologischen, geschichtsphilosophischen und exiltheoretischen Konzepten mit einer postkolonialen Perspektive.

Chen Dong  

Ich absolvierte 2011 mein B.A. Studium im Fach Germanistik an der Universität Nanjing. Im September 2017 schloss ich meinen M.A. im Fach Neuere Deutsche Literatur an der Philipps-Universität Marburg ab. Meine Abschlussarbeit trug den Titel „Die Identität der ‚Arier‘ in der völkischen Literatur“.

Projektskizze: „Neue“ Welten in Planetenromanen in der NS-Zeit. Ideologeme und Unterhaltungseffekte

Die Arbeit widmet sich den extraterrestrischen Welten in Planetenromanen der NS-Zeit. Der Planetenroman gilt als ein Subgenre der Science Fiction und schildert meistens eine Planetenreise,
Kolonisation eines fernes Planeten oder Invasion aus dem All, wobei eine extraterrestrische Welt dargestellt wird. Diese neue Welt spiegelt oft das Selbstverständnis, die Zukunftshoffnungen und -befürchtungen der jeweils gegenwärtigen Gesellschaft wider. Dies lässt sich besonders an den Planetenromanen der NS-Zeit feststellen. Diese Romane beschreiben z. B. vernichtende Rassenkriege auf anderen Planeten, das „Lebensraum“-Problem der Außerirdischen und deren Lösung, die Herrschaft eines genialen Führers auf dem Saturn, den Untergang des unterirdischen Reichs der minderwertigen Venusianer unter einer Herrscherin, Sozialdarwinismus im All, Artentod und Degeneration der Außerirdischen etc. Meine Arbeit zielt darauf ab, einerseits die NS-Ideologeme, die sich in den extraterrestrischen Welten der Planetenromanen von 1933-1945 niederschlagen, zu präsentieren und zu analysieren, andererseits zu erläutern, wie diese Ideologeme, von den Unterhaltungseffekten der Texte befördert, an die Leser vermittelt werden.

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