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Doing Human Rights und das alltagsweltliche Ir-/Relevant-Machen der Kategorien „Mensch“ und „Migrant“

Das Projekt fragt nach der „Vermenschenrechtlichung“ migrationsgesellschaftlicher Diskurse im Alltag. Es folgt der Beobachtung, dass alltägliche Interaktionen sowohl von vielfältigen migrationsbezogenen Unterscheidungen durchzogen sind als auch vom Gültig-Machen eines universellen Gleichheitspostulats. Diese Grundkonstellation macht die Interaktion zu einer Arena, in der sich Praktiken des (un)doing migrant mit solchen des (un)doing human auf vielfältige Weisen konflikthaft verschränken können. Ob und wie dabei ein doing human rights while doing migrant zum Tragen kommt, behandelt die Untersuchung als zu prüfende Frage.

Im Projekt soll zum einen geklärt werden, welche Praktiken des Ir-/Relevant-Machens der Personenkategorie „Migrant“ und der Entdifferenzierungskategorie „Mensch“ in konflikthaften Interaktionen in teilöffentlichen Situationen zum Einsatz kommen und wovon deren Durchsetzung abhängt. Zum anderen sucht das Vorhaben zu ermitteln, welche Rolle die Bezugnahme auf Menschenrechte in diesen Kategorisierungspraktiken spielt, wie die Bezugnahme vollzogen wird und welche Folgen die Verwendung von Menschenrechtspraktiken für die Alltagskommunikation hat. Es werden kontrastierende ethnographische Feldforschungen in den vier Bereichen Schule, Religion, Sport und Jugendarbeit durchgeführt.

Das Projekt ist eines von 10 Teilprojekten der DFG-Forschungsgruppe Menschenrechtsdiskurse in der Migrationsgesellschaft (MeDiMi), dessen Leitung an der Professur für Öffentliches Recht und Europarecht an der Justus-Liebig-Universität in Gießen angesiedelt ist.

Laufzeit: 2022-2026
Förderung: Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)
Projektleitung: Prof. Dr. Darius Zifonun
Team: Tasnim Jabaly, Sebastian Weste