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DISKURS # BILDUNG UND DIGITALITÄT

Am 10.03.2021 fand die Veranstaltung "DISKURS # BILDUNG UND DIGITALITÄT" statt.

Dieses Onlineformat zielte darauf ab, ein Forum zu schaffen, in dem die Teilnehmenden das Verhältnis von Fachlichkeit und Digitalität diskutieren konnten. Hierbei ging es nicht um die technischen Voraussetzungen und Herausforderungen, sondern um die Frage, in welchem (Spannungs)Verhältnis Digitalität und Fachlichkeit stehen. Diese digitale Tagung schuf einen Raum, die eingeschlagenen Wege zu reflektieren, Visionen anzudenken und multiprofessionelle Vernetzungen anzubahnen. Zentrale Aspekte waren hierbei beispielsweise: Was bedeuten die Zukunftskompetenzen – Kreativität, kritisches Denken, Kommunikation und Kooperation – für die jeweiligen Fachdisziplinen? Und können wir uns ihnen anschließen? Welche Ermöglichungsräume eröffnet die Digitalität und welche (neuen) Kulturtechniken erfordert sie?

Nach einer Begrüßung von Dr. Nicola König begann die Veranstaltung mit einer Keynote von Prof. Dr. Felix Stalder von der Zürcher Hochschule der Künste zum Thema Jenseits der Geräte. Digitalität und Bildung

An den Eröffnungsvortrag knüpfte anschließend eine Podiumsdiskussion mit Vertreterinnen und Vertretern aus unterschiedlichen Institutionen. 

Podiumsdiskussionsteilnehmende

  • Inhalt ausklappen Inhalt einklappen Volker Arntz (Schulleiter Hardtschule Durmersheim)Volker Arntz (Schulleiter Hardtschule Durmersheim)

    Kurzvita: Volker Arntz ist Schulleiter der GMS Hardtschule Durmersheim. Sein Arbeitsschwerpunkt liegt auf der Organisationsentwicklung. Darüber hinaus ist er Autor des Lernmanagementsystems LearnScape. 

    Bildung und Digitalität sind...
    ... aufs engste verbunden, wenn Schulen die sog. 21st-Cantury-Skills in den Blick nehmen und sich fragen, was Menschen jenseits von Fachwissen brauchen, um in der Zukunft erfolgreich zu sein.

    Lehrkraft – Fach – Lernende verhalten sich unter dem Vorzeichen der Digitalität zueinander wie...
    ... Menschen, die miteinander in kokonstruktiven Prozessen digital vernetzt neues Wissen und Können hervorbringen.

    Erfolgreicher Unterricht hängt ab von...
    ... Menschen, die miteinander analog und digital in tragfähige Beziehungen eintreten.

    Die Folgen von Corona für die Bildungslandschaft sind...
    ... ein Preis, der zu hoch ist, wenn wir nicht mit den gemachten Erfahrungen neu über gute Bildung nachdenken und damit letztlich bessere Schulen schaffen.

  • Inhalt ausklappen Inhalt einklappen Prof. Dr. Uta Hauck-Thum (LMU München)Prof. Dr. Uta Hauck-Thum (LMU München)

    Kurzvita: Prof. Dr. Uta Hauck-Thum ist seit 2018 Professorin für Grundschulpädagogik und -didaktik an der Ludwig-Maximilians-Universität in München. Sie entwickelt seit vielen Jahren Konzepte des Lehrens und Lernens unter den Bedingungen von Digitalisierung und Digitalität. Aktuell betreut sie ihr neuestes Projekt - das sogenannte Unilernhaus. In analogen und digitalen Lernräumen werden dort Lehr- und Forschungsprojekte mit Studierenden, Lehrkräften und Kindern umgesetzt und evaluiert.

    Bildung und Digitalität sind...
    ... in enger Verbindung stehende Begrifflichkeiten. Digitalität ist keine angestrebte Eigenschaft eines mediengestützten Unterrichts, sondern verändert als Kultur auch Bildungserfahrungen grundlegend.

    Lehrkraft – Fach – Lernende verhalten sich unter dem Vorzeichen der Digitalität zueinander wie...
    ... Substanzen, die von einer gemeinsamen Nährlösung durchtränkt werden.

    Erfolgreicher Unterricht hängt ab von...
    ... der Anpassung von Sicht- und Tiefenstrukturen gemäß der Bedingungen der Kultur der Digitalität.

    Die Folgen von Corona für die Bildungslandschaft sind...
    ... differenziert zu betrachten. Zurecht wird der Blick verstärkt auf Bildungsungerechtigkeiten und eine mangelnde Digitalisierung gelegt. Ein grundlegender Wandel des Bildungssystems geht dabei aber über Fragen der Ausstattung weit hinaus.

  • Inhalt ausklappen Inhalt einklappen Prof. Dr. Ralf Lankau (Hochschule Offenburg)Prof. Dr. Ralf Lankau (Hochschule Offenburg)

    Kurzvita: Ralf Lankau, Prof. Dr. phil., ist Grafiker und promovierter Kunstpädagoge. Er unterrichtet seit 1985 Gestaltungstechniken mit analogen und digitalen Techniken, seit 2002 als Professor für Mediengestaltung, Digitaldesign und Medientheorie an der Hochschule Offenburg. Er ist Mitglied der Vereinigung Deutscher Wissenschaftler e.V. (vdw e.V.); Mitglied des Vorstands der Gesellschaft für Bildung und Wissen e.V. (bildung-wissen.eu) und Gründungsmitglied des „Bündnis für Humane Bildung“ (aufwach-s-en.de). Sein Forschungsprojekt ist futur iii: Digitaltechnik zwischen Freiheitsversprechen und Totalüberwachung (futur-iii.de).

    Bildung und Digitalität sind...
    ... Begriffe, die außer ihrer Substantivierung und Funktion als Kofferbegriff (jeder packt hinein, was gerade nützlich scheint) nichts gemein haben (gekürzt, Sie können unten weiterlesen). 

    Lehrkraft – Fach – Lernende verhalten sich unter dem Vorzeichen der Digitalität zueinander wie...
    ... unter jedem anderen fachfremden Vorzeichen (gekürzt, Sie können unten weiterlesen). 

    Erfolgreicher Unterricht hängt ab von...
    ... den beteiligten Personen, der kulturellen und sozialen Situation und dem wechselseitigen Vertrauen (gekürzt, Sie können unten weiterlesen). 

    Die Folgen von Corona für die Bildungslandschaft sind...
    ... auf den ersten Blick verheerend, weil ohne Diskussion in Technik und Infrastruktur investiert wurde und jetzt nicht funktionierende Konzepte von Fernunterricht als Standard verstetigt werden sollen (gekürzt, Sie können unten weiterlesen).

    Das komplette Statement von Ralf Lankau können Sie hier weiterlesen.

  • Inhalt ausklappen Inhalt einklappen Prof. Dr. Marcell Saß (Philipps-Universität Marburg)Prof. Dr. Marcell Saß (Philipps-Universität Marburg)

    Kurzvita: Marcell Saß, Jahrgang 1971, aus Wilhelmshaven, studierte evangelische Theologie in Bielefeld, Hamburg und Münster. 2005 wurde er an der Universität Münster zum Dr. theol. promoviert. Danach war er einige Jahre Pastor und Religionslehrer in Wilhelmshaven. Von 2006 bis 2010 lehrte und forschte er als Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Münster und habilitierte sich dort. Nach einer Vertretungsprofessur in Münster und einem Forschungsaufenthalt am Center for the Study of World Religions der Harvard University ist Saß seit 2013 Professor für Praktische Theologie mit dem Schwerpunkt Religionspädagogik in Marburg. Er war Dekan des Fachbereichs Theologie der Philipps-Universität und ist gegenwärtig Mitglied im Direktorium des Zentrums für Lehrerbildung.

    Bildung und Digitalität sind...
    ... vielleicht neue Bündnispartnerinnen.

    Lehrkraft – Fach – Lernende verhalten sich unter dem Vorzeichen der Digitalität zueinander wie...
    ... Captain Picard, die Crew und die unendlichen Weiten.

    Erfolgreicher Unterricht hängt ab von...
    ... einem elaborierten Bildungsverständnis.

    Die Folgen von Corona für die Bildungslandschaft sind...
    ... unabsehbar, aber Chance und Gefährdung zugleich.

  • Inhalt ausklappen Inhalt einklappen Dario Schramm (Generalsekretär Bundesschülerkonferenz)Dario Schramm (Generalsekretär Bundesschülerkonferenz)

    Kurzvita: Dario Schramm ist 20 Jahre alt und seit Oktober 2020 der Generalsekretär der Bundesschülerkonferenz. Die Bundesschülerkonferenz ist das Sprachrohr der Schülerinnen und Schüler auf Bundesebene und bildet sich aus den angehörigen Landesschülervertretungen. In der Bundesschülerkonferenz setzt er sich insbesondere für bessere und vor allem fairere Bildung ein. Herr Schramm kommt aus Bergisch Gladbach und ist Schüler der integrierten Gesamtschule in Paffrath, an dieser wird er dieses Jahr sein Abitur machen. Er war ebenfalls Teilnehmer des AFS Programms und hat ein Schuljahr in den USA verbracht. In seiner Freizeit findet man Ihn überall wo es Wasser gibt.

    Bildung und Digitalität sind...
    ... leider noch immer stark vom Elternhaus abhängig.

    Lehrkraft – Fach – Lernende verhalten sich unter dem Vorzeichen der Digitalität zueinander wie...
    ...  Schüler-Cloud-Inhalte

    Erfolgreicher Unterricht hängt ab von...
    ... vielen Faktoren die jeder Schüler und jede Schülerin nicht beeinflussen kann.

    Die Folgen von Corona für die Bildungslandschaft sind...
    ... fatal und wir müssen die Folgen jetzt nachhaltig bekämpfen.

  • Inhalt ausklappen Inhalt einklappen Prof. Dr. Felix Stalder (Zürcher Hochschule der Künste)Prof. Dr. Felix Stalder (Zürcher Hochschule der Künste)

    Kurzvita: Felix Stalder ist Professor für Digitale Kultur und Theorien der Vernetzung an der Zürcher Hochschule der Künste, Vorstandsmitglied des World Information Institute in Wien, Mitglied des freien Forschungsprojekt "Technopolitics" und langjähriger Moderator der internationalen Mailingliste <nettime>. Er beschäftigt sich mit dem Wechselverhältnis von Gesellschaft, Kultur und Technologien, und forscht u.a. zu Digitalität, Netzkultur, Urheberrecht, Commons, Privatsphäre, Kontrollgesellschaft und Subjektivität.

    Zuletzt erschienene Bücher: "Der Autor am Ende der Gutenberg Galaxis" (2014) und "Kultur der Digitalität" (2016) und "Aesthetics of the Commons" (2021) und "Digital Unconscious" (2021) Website: felix@openflows.com

    Bildung und Digitalität sind...
    ... für einander prägend.

    Lehrkraft – Fach – Lernende verhalten sich unter dem Vorzeichen der Digitalität zueinander wie...
    ... Trainer, Spielfeld und Spieler

    Erfolgreicher Unterricht hängt ab von...
    ... der Motivation und den Ressourcen der Lehrenden und Lernenden

    Die Folgen von Corona für die Bildungslandschaft sind...
    ... kurzfristig stressig, langfristig (hoffentlich) innovationsfördernd.

Die lebhafte Diskussion bot zahlreiche Impulse und Anregungen rund um die Thematik der Digitalität. 

Abgeschlossen wurde die Veranstaltung mit fachbezogenen Workshops, in denen die Frage im Zentrum stand, welche Inhalte, Fragestellungen und Methoden in den jeweiligen Fächern sich durch die Digitalisierung verändert haben und welche Konsequenzen dies für das Lehramtsstudium hat. 

Um sich den komplexen Zusammenhängen anzunähern, war eine multiperspektivische Sichtweise gefordert, die nicht zuletzt die verschiedenen Phasen der Lehrer*innenbildung in den Blick nahm. Die Workshops gaben Raum, über Projekte zu berichten, Bedarfe zu bestimmen, Ideen zu sammeln, Visionen zu entwickeln und Vernetzung zu ermöglichen.

Die Veranstaltung richtete sich an Kolleg*innen der jeweiligen Didaktiken, Lehrpersonen, Lehrer*innen, Studierende, Entwickler*innen von Bildungsmedien und -plattformen, Interessierte.