02.07.2012
Recht & Medien -
Vortragsreihe in der Zentralbibliothek
Wie ist wissenschaftliche Forschung und Lehre unter den Bedingungen des aktuellen Urheberrechts möglich, wie verändern die digitalen Medien das wissenschaftliche Arbeiten und ist der Zugang zu den elektronischen Ressourcen auch zukünftig noch sichergestellt?
Das sind einige der Fragen, die im Rahmen der Veranstaltungsreihe zum Thema "Medien & Recht" diskutiert werden sollen, zu der der Vizepräsident für Informations- und Qualitäts-Management, Professor Dr. Jochim Schachtner, das Institut für Medienwissenschaft und die Universitätsbibliothek einladen.
Foto: UB Marburg (H. Heuser)
Vom Recht der Geisteswissenschaften.
Die Folgen der Digitalisierung für die wissenschaftliche
Praxis
Prof. Dr. Thomas Anz (literaturkritik.de, Neuere deutsche Literatur)
Prof. Dr. Lothar Schmidt (Musikwissenschaft)
Prof. Dr. Hubert Locher (Kunstgeschichte, Bildarchiv Foto Marburg)
Dr. Dietmar Kammerer (Medienwissenschaft, Moderation)
Dr. Hubertus Neuhausen (Direktor der UB Marburg)
Dienstag, 3. Juli 2012, 18:00 – 20:00 Uhr
Vortragsraum der Zentralbibliothek, Wilhelm-Röpke-Straße 4
Um eine Debatte innerhalb des Fachbereiches 09 zu beginnen, aber auch als Anstoß für eine fachübergreifende Auseinandersetzung in der Fakultät wurden in dieser Runde einige Fragen aus dem großen Themenbereich der Digitalisierung diskutiert:
- Zugang, Nutzung und Bearbeitung von wissenschaftlich relevantem
Material (Digitalisate, Volltextdatenbanken, elektronische
Verzeichnisse, audiovisuelles Material und anderes mehr) unter den
Bedingungen der Digitalisierung: ab wann müssen wir für Google Books
bezahlen?
- Verfügbarmachung von Informationen in Netzwerken, technische und
rechtliche Regulierung des Umgangs mit geisteswissenschaftlich
relevantem Material (Filme, Literatur, Musik, Bilder usf.). Wäre die HathiTrust Digital
Library eine Lösung für den Zugang auf elektronische Materialien
oder wird das gedruckte Buch in den Geisteswissenschaften weiterhin
benötigt?
- Bedeutet diese Zeit des Medienwechsels überhaupt, dass ein Medium -
das Buch - gänzlich verschwindet? Und wie verändern die digitalen
Medien den Umgang mit Texten, Bildern.
- Ist Open Access die Lösung für qualitätsvolle geisteswissenschaftliche Veröffentlichungen? Gibt es schon Modelle und ist Open Access wirklich "kostenlos?" Welche Rolle spielen die Wissenschafts-Verlage noch für die Geisteswissenschaften?
In Ergänzung zu dieser lebhaften Diskussion hier noch weitere Links zum Thema:
Enquete-Kommission „Internet und digitale Gesellschaft“, Bericht 25.06.2012
Informationsplattform Open Access
Aktuell am 3. Juli 2012 von der DFG veröffentlicht:
Positionspapier " Die digitale Transformation weiter gestalten - Der Beitrag der Deutsche Forschungsgemeinschaft zu einer innovativen Informationsinfrastrukturfür die Forschung"
Dr. Ulrike Elteste (Rechtsanwältin, Frankfurt/M.)
Dienstag, 5. Juni 2012, 18:00 – 20:00 Uhr
Vortragsraum der Zentralbibliothek, Wilhelm-Röpke-Straße 4
Frau Dr. Elteste stellte in Ihrem Vortrag die Entwicklungen im Urheberrecht seit 1994 dar und führte in die unterschiedlichen Grundrechtspositionen ein.
Zu den einzelnen Themen Ihres Vortrags - u.a. Elektronische Leseplätze, Filesharing, Zitate, Elektronische Semesterapparate - hat Frau Dr. Elteste Informationen auf Ihrer Internetseite zusammengestellt: Wissenschaft >< Urheberrecht?
Frau Dr. Elteste gehört dem Verein iRights e.V. an, der auf seinen Internetseiten Beiträge und Informationen zum Urhebererecht - für Laien verständlich - zusammenstellt: http://www.irights.info/
****
Dr. Antje Kellersohn (Direktorin der Universitätsbibliothek Freiburg)
Dienstag, 12. Juni 2012, 18:00 – 20:00 Uhr
Vortragsraum der Zentralbibliothek, Wilhelm-Röpke-Straße 4
Moderation: Dr. Hubertus Neuhausen (Direktor der Universitätsbibliothek Marburg)
Frau Dr. Kellersohn ging in ihrem Referat u.a. auf die Frage ein, ob angesichts eines sich wandelnden Publikationsmarktes - E-Medien, Open Access - Bibliotheken noch eine Zukunft haben. Die zahlreichen Bibliotheksbauten, die derzeit deutschlandweit an Hochschulen und in Kommunen entstehen, scheinen dieser Prognose zu widersprechen. Sie stellte daher die These auf, dass Bibliotheken weiterhin für Forschung, Studium und Lehre wichtige Aufgaben erfüllen und sich die neuen Anforderungen auch in den Bibliotheksbauten widerspiegeln müssten. Entwicklung intelligenter Recherchetools (Portale), Unterstützung von Publikationsprozessen (Open Accesss), Verwaltung von Publikationsfonds und rechtliche Beratung waren einige der genannten Aufgabenfelder wissenschaftlicher Bibliotheken. Bibliotheken als Lernorte unterschiedlichster Lerntypen sollten versuchen, ihren Besuchern differenzierte Arbeitsumgebungen anzubieten. Nicht mehr die Universalbibliothek ist das Ziel, sondern eine Bibliothek, die ihre Angebote und Dienstleistungen zielgruppenspezifisch ausrichtet. Hier die Folien zum Vortrag von Frau Dr. Kellersohn.
****
Kontakt:

