Hauptinhalt

Die karpatenländischen Beziehungen italischer Kulturgruppen am Übergang von der Bronze- zur Eisenzeit. – Soziale und historische Hintergründe

Leitung: Dr. Sabine Pabst (DFG-Sachbeihilfe PA 2096/1-2, AOBJ 611713, Laufzeit: 12/2011 bis 5/2015)

Im Rahmen des von der DFG geförderten Forschungsvorhabens werden die Kulturbeziehungen zwischen der Apenninhalbinsel und dem Karpatenbecken während der Spätbronze- bis Früheisenzeit (14./13. – 10./9. Jh. v. Chr.) untersucht. Die in der Vergangenheit herausgestellten Gemeinsamkeiten im spätbronze- und früheisenzeitlichen Formengut beider Gebiete betreffen verschiedene Artefaktgruppen und Lebensbereiche. Während bisher vor allem Fragen der Herkunft und Ausbreitung einzelner Formen diskutiert wurden, ermöglicht die komplexe Behandlung des Gesamtphänomens in einer komparativen Studie auch weitergehende Aussagen zur Charakterisierung dieser Kulturbeziehungen. Innerhalb verschiedener Fundlandschaften mit konvergenten Formausprägungen gilt es, auf der Basis feintypologischer, chronologischer und typengeschichtlicher Untersuchungen den jeweils innovativen Kulturraum herauszuarbeiten. Die Typen- und Formenausbreitungen wie auch die Ausstattungskombinationen der Grab- und Depotfunde werden in einen überregionalen Vergleich einbezogen, um zu klären, welche Innovationen von den einzelnen Regionen ausgingen und in welchen Räumen sie wiederum rezipiert wurden. Letztlich ist zu untersuchen, ob die herausgestellten Beziehungen verschiedene Facetten eines komplexen Phänomens bilden oder ob es sich um mehrere Einzelphänomene unterschiedlichen Charakters handelt. Unter Einbeziehung antiker Schriftquellen zu den italischen Völkerschaften können dann auf neuer Forschungsgrundlage Aussagen zu den sozialen und historischen Hintergründen der Kulturbeziehungen getroffen werden.