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Konflikte in Gegenwart und Zukunft
Rückblick - Wintersemester 2025/26
Wenn Geld Politik machte: Unter diesem Titel stand die Marburger Vortragsreihe im Wintersemester 2025/26. Die Ringvorlesung widmete sich dem Spannungsverhältnis von „Geld und Politik“ und nahm dabei insbesondere soziale Ungleichheit, Lobbyismus und die Zukunft der Demokratie in den Blick.
Im Zentrum der Reihe, die vom Zentrum für Konfliktforschung (ZfK) der Philipps-Universität Marburg veranstaltet wurde, standen die zunehmende politische Polarisierung und die wachsende wirtschaftliche Ungleichheit, die demokratische Strukturen zunehmend herausforderten. Die Referentinnen und Referenten beleuchteten, wie Geld und Macht in politischen Prozessen wirkten – von der ungleichen Repräsentation verschiedener Bevölkerungsgruppen im Parlament über den Einfluss organisierter Interessen bis hin zu soziale Sicherungssysteme.
Organisiert und moderiert wurde das Programm von Prof. Dr. Miquel Pellicer und Prof. Dr. Eva Wegner Die Vortragsreihe richtete sich an die Marburger Öffentlichkeit und stellte aktuelle Themen in den Vordergrund, die auch für die Stadt Marburg von besonderer Relevanz waren. Grundlage dafür war eine vereinbarte Zusammenarbeit zwischen dem Zentrum für Konfliktforschung und der Universitätsstadt Marburg.
1 | Dr. Lea Elsässer - Wer sitzt (nicht) im Parlament? Wahlen und ungleiche Repräsentation im Bundestag
Auf der Grundlage von Daten aus Deutschland befasste sich der Vortrag mit drei miteinander verbundenen Fragen: Wie hatte sich die soziale Zusammensetzung des Parlaments im Laufe der Zeit verändert? Wie beeinflussten die Rekrutierungs- und Nominierungsprozesse der Parteien diese Entwicklungen? Und welche Auswirkungen hatte die zunehmende „Akademisierung“ auf politische Entscheidungen sowie auf die öffentliche Wahrnehmung von Politik? Mit anschaulichen Grafiken wurde der Vortrag gestaltet und eine neue Perspektive auf die Zusammensetzung politischer Eliten und deren Bedeutung für demokratische Prozesse eröffnet. Mehr Informationen zur Veranstaltung.
2 | Dr. Ulrich Maly - Demokratie unter Druck: Gedanken zur Problemlösungsfähigkeit und Vertrauensverlust
Unter dem Titel „Demokratie unter Druck“ setzte sich der Vortrag mit der Problemlösungsfähigkeit politischer Entscheidungen in Zeiten einer erodierenden demokratischen Mitte und knapper Finanzressourcen in der Polykrise auseinander. Er stellte politikwissenschaftliche und soziologische Erklärungsansätze für den Vertrauensverlust in die Demokratie vor und analysierte dabei Phänomene wie Angst, Wut und Veränderungsmüdigkeit.
Anhand aktueller kommunaler Finanzdaten wurden sowohl die Gesamtsituation als auch interkommunale Disparitäten beleuchtet. Zudem wurde die weltweit ähnliche Propagandastrategie rechtspopulistischer Akteure und der schwierige Umgang demokratischer Parteien damit diskutiert. Abschließend rückte die kommunale Selbstverwaltung als „Keimzelle der Demokratie“ in den Fokus sowie mögliche Ansätze, dem Vertrauensverlust entgegenzuwirken. Mehr Informationen zur Veranstaltung.
3 | Prof. Dr. Heike Klüver - Wer wird Lobbyist? Evidenz aus Deutschland
Der Vortrag ging der Frage nach, wer eine Laufbahn im Lobbyismus einschlägt. Während die Forschung die sozialen und beruflichen Hintergründe von Politikerinnen und Politikern zunehmend untersucht hatte, war über jene, die politische Entscheidungsprozesse von außen zu beeinflussen versuchen, bislang deutlich weniger bekannt. Der Beitrag präsentierte die erste systematische Analyse zur Rekrutierung von Lobbyistinnen und Lobbyisten in Deutschland und schloss damit eine wichtige Forschungslücke. Mehr Informationen zur Veranstaltung.
Plakat der Vortragsreihe (PDF)