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Politische Ikonologie

Foto: Uwe Geese

Über Bilder als politische Macht, die Bild- und Ideengeschichte der Politischen Ikonographie und Bildtheorien als Faktor von Politik. - Siehe auch "Bild und Flucht/ Das Humanitäre Bild" und "Praktikum" - Instagram

Dr. Jörg Probst

oranger Schriftstreifen mit Eulen-Motiv nach Francisco de Goya, Der Schlaf der Vernunft gebiert Ungeheuer (1797)

Essay
Jörg Probst
Marburgs schwieriger Weg zur "Weltstadt". Das Relief am Zollamt in Marburg als Dokument
"Bildwerke wie das 1949/50 von dem Kasseler Keramiker Rolf Weber (1907-1985) geschaffene Relief über dem Eingang zum Marburger Zollamt belegen den schwierigen Weg Marburgs zur 'Weltstadt'."
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26.Juni-27. September 2020

Ausstellung
Das Zollamt in Marburg. Kolonialismuskritik und Politische Ikonographie in der frühen Bundesrepublik

1949-50 errichtet, ist das Zollamt in Marburg der erste Repräsentationsbau in der Universitätsstadt an der Lahn nach Ende des 2. Weltkrieges. Das Gebäude beherbergt die Behörde zur Beaufsichtigung des internationalen Warenverkehrs. Damit spiegelt das Zollamt, im Gründungsjahr der Bundesrepublik erbaut, in Architektur und Bauschmuck die Ambivalenz der Wiederaufbaujahre zwischen national-völkischem Trotz und weltoffenem demokratischem Neuanfang. Die Ausstellung zeigt erstmals Dokumente zur Baugeschichte sowie zur Entstehung des umstrittenen Reliefs des Zollamts und zieht Parallelen zur politischen Ikonographie im Film und in der Produktwerbung der deutschen Nachkriegsjahre 1945-55.
Ausstellungsguide
Presse-Informationen
Einladungskarte

26.-28.November 2020
Internationale Tagung
Politische Ikonologie. Geschichte und Zukunft der Bildkritik
Forschungskooperation "Kritikgeschichte"; Portal Ideengeschichte/Philipps-Universität Marburg, Institut für Sozialforschung, Frankfurt am Main
"1970, vor 50 Jahren, löste die von Martin Warnke (gest. 2019) organisierte und geleitete Sektion Das Kunstwerk zwischen Wissenschaft und Weltanschauung auf dem 12. Deutschen Kunsthistorikertag in Köln heftige Diskussionen über die Geschichte und die Zukunft der Kunstgeschichte aus. Der Jahrestag gibt Anlass zum Rückblick auf dieses spektakuläre Ereignis, aber auch zu Diskussionen über die Ideengeschichte der Bildwissenschaft, politische Ikonologie der Gegenwart und die politische Kunst- und Bildforschung in den Digital Humanities."
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    zolllamt emo
    Foto: Christian Stein

    TEXTE

    003
    Jörg Probst
    Global lokal. Kolonialismuskritik und politische Ikonographie in der Bundesrepublik am Beispiel des Marburger Zollamts (1949-50)
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    002
    Uwe Geese
    Something to declare
    Bemerkungen zum Relief am Marburger Zollamt
    "Bei dem Versuch einer stilkritischen Einordnung des Reliefs zeigt sich, dass es auf den ersten Blick viel älter scheint als es ist. Man meint eher Stilformen der 20er Jahre wahrzunehmen denn solche von 1950, dem Entstehungsjahr des Bildwerks. Die gegenständliche Kunst, besonders die Darstellung des Menschen, war vom Nationalsozialismus ihrer künstlerischen Glaubwürdigkeit vollständig beraubt worden. Malverbote, Beschlagnahme von Kunstwerken, aber auch die jährliche Schand-Ausstellung "entarteter Kunst" in München hatten wirksam die Ächtung der Avantgarde-Kunst betrieben."
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    001
    Jörg Probst
    Proletarier aller Länder, versteuert euch
    Welthandel als Arbeiterbild in der westdeutschen baugebundenen Kunst 1950
    "Globalpolitisch ist ein Bild nicht erst durch dessen globale Verbreitung. Globalpolitische nonverbale Kommunikation beginnt bereits mit der Universalisierung des Politischen durch das Bild, d.h. eine weltpolitische Ikonographie. Die technische Reproduzierbarkeit vermag durch weltweite Verbreitung jedes Bild zu einem icon und damit zu einem Faktor der politischen Kommunikation werden zu lassen. Im Gegensatz zu dieser Dynamik massenmedialer Präsenz steht die Universalisierung des Politischen durch die bildnerische Form und Ikonographie. Ein markantes spannungsvolles Beispiel dafür ist eine Arbeiter-Darstellung als Bauschmuck über dem Haupteingang des Zollamtes in Marburg."
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    eule quadrat cut 10
    Foto: Christian Stein

    07. Februar 2016
    Vortrag
    Stil(l)stand
    Postmoderne als Zeitdiagnostik
    Dr. Jörg Probst (Marburg)

    22. Mai 2015
    Studientag
    Architekturjournalismus und Moderne
    Architektur gilt als ein Leitmedium der Moderne und ihrer die Wahrnehmung und den Alltag revolutionierenden Kreativität. Manifeste in Form von Broschüren oder eigens dafür gegründeten Zeitungen und Zeitschriften bilden das hauptsächliche Organ dieses herausfordernden, sich der allgemeinen künftigen Entwicklung an die Spitze zu stellen suchenden Avantgardismus. Etablierte Tageszeitungen stellen eine Schnittstelle zwischen diesen elitären, mitunter äußerst pathetischen Selbstreflexionen der modernen Architektur und den Wahrnehmungs- und Denkgewohnheiten des so genannten "Massenpublikums" dar. Auch Ergebnisse und Diskurse der Fach- und Spezialliteratur vermittelt die Tagespresse einer allgemeineren Öffentlichkeit, die sich dem Thema Architektur nicht ausschließlich widmen kann oder will. Gleichwohl ist diese Massenöffentlichkeit durch die tief in das Lebensweltliche eingreifenden Interventionen der Architektur immer schon durch das Bauen betroffen. Journalismus über Architektur verkörpert Kunst und Lebenswelt als Gegensätze - zugleich aber auch die Ideengeschichte ihrer Überwindung. Diesen kultur- und wissenshistorischen Aspekten des Architekturjournalismus ging der Studientag im Rahmen der Ausstellung "Wohnen im Westen. Baukultur im Spiegel des 'Tagesspiegel' 1945-89" in fokussierenden Vorträgen und in einer umfassenderen Podiumsdiskussion exemplarisch nach.
    Mit Carola Ebert (Universität Kassel), Benedikt Hotze (BDA), Tim Schoeps (Humboldt-Universität zu Berlin) und Katrin Voermanek (Karlsruher Institut für Technologie).

    30. April 2015
    Podiumsdiskussion
    PresseWissen
    Zeitungsarchive als Kultur- und Wissensgeschichte
    Mit dem Abschied von der analogen Form des Zeitungsdrucks und der Hinwendung zur digitalen Redaktion am Bildschirm hat sich auch jenes Medium überlebt, das vor der Speicherung auf Servern und in Clouds das Gedächtnis einer Zeitung ausmachte - ihr Archiv. Was seinerzeit im traditionellen Redaktionsbetrieb an papiernen Manuskripten, Zeitungsausschnitten, Dossiers und Fotopositiven anfiel und gesammelt wurde, steht bereits durch die Umstellung auf die digitale Zeitungsproduktion schon seit einiger Zeit bei vielen Verlagshäusern zur Disposition. Die Podiumsdiskussion im Rahmen der Ausstellung "Wohnen im Westen. Baukultur im Spiegel des 'Tagesspiegel' 1945-89" fragte nach Perspektiven der Erforschung dieser kultur- und wissensgeschichtlich bedeutsamen Zeitungsarchive.
    Mit Prof. Dr. Anke te Heesen, Lehrstuhl für Wissenschaftsgeschichte an der Humboldt-Universität zu Berlin und Prof. Dr. Hermann Haarmann, Arbeitsstelle Kommunikationsgeschichte/ Medienkulturen an der Freien Universität Berlin.

    12. März-30. Mai 2015
    Ausstellung
    Wohnen im Westen
    Westberliner Baukultur im Spiegel des "Tagesspiegel" 1945-89
    Das im Rahmen eines Seminars am Institut für Kulturwissenschaft der Humboldt-Universität zu Berlin in Zusammenarbeit mit dem Zeitgeschichtlichen Archiv - ZGA und Portal Ideengeschichte entstandene Projekt ging der Bildgeschichte der Westberliner Architektur und Wohnkultur anhand von in der Tageszeitung Tagesspiegel veröffentlichten Fotografien nach.
    Kunststiftung Poll Berlin in Zusammenarbeit mit dem Institut für Kulturwissenschaft der Humboldt-Universität zu Berlin, dem Zeitgeschichtlichen Archiv - ZGA und Portal Ideengeschichte.

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    Foto: Christian Stein

    Nick Nestler
    Memetische Bilderkämpfe
    Rechtsextreme Memes - eine politische Ikonographie
    "Bei der zielgerichteten Suche nach Memes innerhalb rechter Netzwerke auf Social-Media-Plattformen fallen zwei Aspekte besonders auf: 1. das allgemein hohe Maß an pathetischer Bildlichkeit und 2. eine immense Menge an Visualisierungen mit historischen Bezügen."
    Volltext als PDF-Download.

    Jörg Probst
    Konspirative Wohnungen um 1968
    Zur Bild-und Ideengeschichte der Architekturpsychologie
    "'Blinker' lautet der Titel eines Autorenfilms, den der Regisseur, Filmproduzent, Schriftsteller und Schauspieler Uwe Brandner im Auftrag des Berliner Literarischen Kolloquiums 1968/69 gedreht hat und dessen Bildsprache sich im Rückblick als eine verblüffende wissens- und ideengeschichtliche 'black box' erweist. Vor allem in Bezug auf die bisher noch nicht vergleichend betrachtete Geschichte der Architekturpsychologie in der Bundesrepublik hält dieses avantgardistische Revolutions-Poem erstaunliche, die Dimensionen einer politischen Wissensgeschichte der bundesdeutschen Baukultur andeutende Denkbilder bereit."
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    eule quadrat cut 8
    Foto: Christian Stein

    007: Brutalismus
    Mies?
    Funktionalismus als Architekturzitat im brutalistischen Universitätsbau in Oldenburg 1975
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    006: Ready-Mades
    Plötzlich Monument.
    Funktionslosigkeit und ästhetische Autonomie einer Betonkonstruktion am Grevelingen-Damm (Schouwen-Duiveland / Overflakkee, Niederlande) in der Zeitschrift "Bauen + Wohnen" 1968
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    005: Entwerfen
    Descartes oder Beton.
    Zur Bild- und Ideengeschichte des Rasters bei Helmut Spieker und dem "Marburger Bausystem" 1962-1977
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    004: Kirchenbau
    Göttliche Kurven.
    Mobilität und ihre Ikonographie in der Beton-Kirche St. Richard/ Berlin-Neukölln von 1975
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    003: Baukultur
    Proletarischer Surrealismus.
    Phantasie-Architekturen aus Beton als Arbeiterkultur in Eisenheim 1976
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    002: Galerien
    Galerie "Kunst und Beton".
    Eine Westberliner Selbsthilfegalerie der 1980er Jahre?
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    001: Diagrammatik
    Verfügbar sein und Zeit.
    Dialektik der Betonbaustelle
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    Foto: Christian Stein

    Im Erscheinen
    Architekturjournalismus
    Baukultur und Partizipation im Feuilleton am Beispiel des "Berliner Tagesspiegel" 1945-1989
    (d.i. Reihe "Neue ideengeschichtliche Politikforschung - NiP", Band 11)
    Günther Kühne, Julius Posener und Wolf Jobst Siedler sind nur die bedeutendsten Autoren eines ungewöhnlich engagierten, seit der unmittelbaren Nachkriegszeit die Belange von Baukunst und Städtebau einer breiten Massenöffentlichkeit in der Bundesrepublik vermittelnden Architekturjournalismus im "Berliner Tagesspiegel".
    Der Band fokussiert die Wirkung von Autoren und die publizistische Gestalt dieser Diskussion über Architektur im Feuilleton und thematisiert diese Popularisierung von Moderne und Modernekritik als eine bisher wenig beachtete Form demokratischer Partizipation.
    Mit Beiträgen von Carola Ebert, Luise Hausweiler, Jörg Probst, Tim Schoeps und Katrin Voermanek.

    Beton
    Material und Idee im Kirchenbau
    Thomas Erne, Jörg Probst (Hg.)
    Reader zum Studientag "Flüssig/fest. Beton als Material und Idee im Kirchenbau" am EKD-Institut für Kirchenbau an der Philipps-Universtität Marburg. Der Band verbindet die Architekturgeschichte der Nachkriegsmoderne mit der Ideengeschichte der Bundesrepublik und sucht nach Schnittstellen von Materialgeschichte und Ideenforschung. Der von Thomas Erne und Jörg Probst herausgegebene Band ist im Jonas-Verlag erschienen.
    Mit Beiträgen von Prof. Dirk Bayer, Claudia Breinl, Prof. Dr. Thomas Erne, PD. Dr. Christian Fuhrmeister, Pfarrer Wilhelm Hamann, Prof. Dr. Klaus Jan Philipp, Jörg Probst M.A. und Dr. Frank Seehausen.