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Meta-Analyse

Oftmals liegt zu einer psychologischen Fragestellung eine Vielzahl von Studien vor. Die Methode der Meta-Analyse eröffnet eine systematische Möglichkeit, die Befunde unterschiedlicher Primärstudien quantitativ zu einem Gesamtergebnis zu integrieren. Die Stärke des Verfahrens liegt in einem transparenten mehrschrittigen Vorgehen: Definition von Kriterien für einzuschließende Studien, umfassende Literaturrecherche, Kodierung der Effekte und Merkmale der Primärstudien, Integration der Studienergebnisse zu einem Gesamteffekt, Moderatoranalysen.

In unserer Forschung entwickeln wir das R Paket „metaBMA“ für die Bayes’sche Analyse von Meta-Analysen. Um zu testen ob es einen Effekt in der Population gibt, erlaubt die Bayes-Statistik, sowohl Evidenz für die Alternativhypothese als auch für die Nullhypothese zu quantifizieren. Weiterhin ist es mithilfe von „Bayesian Model Averaging“ möglich, meta-analytische Modelle mit unterschiedlichen statistischen Annahmen (fixed-effects versus random-effects) zu integrieren. Außerdem beschäftigen wir uns mit der methodischen Frage, wie Mediationsprozesse und -hypothesen meta-analytisch am geeignetsten untersucht werden können. Inhaltlich wenden wir die Meta-Analyse an, um die Befunde von Kontaktmaßnahmen zur Reduktion von ethnischen Vorurteilen meta-analytisch zusammenzufassen.  Wir sind insbesondere auch daran interessiert, wie die Effekte von Studien mit unterschiedlichen Forschungsdesigns am angemessensten abgebildet und integriert werden können.

Publikationen zu Bayes’scher Meta-Analyse:

  • Gronau, Q. F., Erp, S. V., Heck, D. W., Cesario, J., Jonas, K. J., & Wagenmakers, E. (2017). A Bayesian model-averaged meta-analysis of the power pose effect with informed and default priors: the case of felt power. Comprehensive Results in Social Psychology, 2, 123-138. https://doi.org/10.1080/23743603.2017.1326760
  • Heck, D. W., & Gronau, Q. F. (2017). metaBMA: Bayesian model averaging for random- and fixed-effects meta-analysis. Retrieved from https://cran.r-project.org/package=metaBMA

Publikationen zur Anwendung von Meta-Analysen:

  • Lemmer, G., & Wagner, U. (2015). Can we really reduce ethnic prejudice outside the lab?  A meta-analysis of direct and indirect contact interventions. European Journal of Social Psychology, 45, 152-168.
  • Lemmer, G., & Wagner, U. (2014, July). The effect of indirect contact on intergroup relations: A meta-analysis. 17th European Association of Social Psychology General Meeting. Amsterdam, the Netherlands.
  • Schwinger, M., Wirthwein, L., Lemmer, G., & Steinmayr. R. (2014). Academic self-handicapping and achievement: A meta-analysis. Journal of Educational Psychology, 106, 744-761.