Archäologische Wissenschaften
Abschluss
Bachelor of Arts (B.A.)
Regelstudienzeit
Regelstudienzeit einschl. der Prüfungszeiten: 6 Semester. Ein Teilzeitstudium ist möglich.
Voraussetzungen
Als studiengangspezifische Fähigkeiten und Kenntnisse, die insbesondere zur Lektüre der Fachliteratur erforderlich sind, werden Kenntnisse des Englischen auf dem Niveau B1 des „Gemeinsamen europäischen Referenzrahmens für Sprachen“ sowie Kenntnisse einer zweiten Fremdsprache auf dem Niveau A1 bzw. im Umfang von mindestens einem Schuljahr vorausgesetzt. Liegen die geforderten Sprachkenntnisse nicht vor, erfolgt die Einschreibung unter der Auflage, dass ihr Nachweis bis zur Rückmeldung ins 3. Fachsemester erfolgt.
Als Voraussetzung für die Teilnahme an den Modulen 10-13 in der Spezifizierung „Klassische Archäologie“ müssen Grundkenntnisse in Latein oder Altgriechisch und spätestens beim Antrag auf Zulassung zum Modul „Bachelorarbeit“ Grundkenntnisse in Latein und Altgriechisch nachgewiesen werden. Grundkenntnisse werden durch Bescheinigungen von Universitäten, Schulen oder freien Lehreinrichtungen über die Teilnahme an einschlägigen Lehrveranstaltungen im Umfange von mindestens einem Schuljahr oder einer Kurseinheit nachgewiesen. Über Ausnahmen entscheidet der Prüfungsausschuss.
Gegenstandsbereich
Die archäologischen Wissenschaften gehören zu den historischen Disziplinen. Sie unterscheiden sich jedoch in Inhalt, Quellen, Methoden und Fragestellungen von den Geschichtswissenschaften. Gegenstand des Studienganges „Archäologische Wissenschaften“ sind die materiellen Hinterlassenschaften vergangener menschlicher Kulturen. Die Vorgeschichte behandelt die ältesten Abschnitte der Menschheitsgeschichte bis zum Einsetzen schriftlicher Quellen, die Frühgeschichte den Zeitraum von der römischen Kaiserzeit bis zum Einsetzen des Mittelalters. Die Klassische Archäologie erforscht die griechisch-römische Kultur und ihre Randgebiete von der ägäischen Vorgeschichte bis zur Spätantike.
Ziele
Der Studiengang vermittelt zunächst einen breiten
Überblick über die archäologische Methodik, über Gattungen, Epochen und
Fragestellungen verschiedener archäologischer Fachdisziplinen,
insbesondere aus dem Bereich der Vor- und Frühgeschichtlichen
Archäologie sowie der Klassischen Archäologie. Er ist auf die
Berufsperspektiven des Arbeitsmarktes ausgerichtet. In der
Orientierungsphase wird in verschiedene archäologische Fächer
eingeführt und Grundlagenwissen in den Fachgebieten "Vor- und
Frühgeschichtliche Archäologie" und "Klassische Archäologie"
vermittelt.
In der Spezifizierungsphase (ab dem 3. Semester) können die
Studierenden ihren fachlichen Schwerpunkt zwischen der Vor- und
Frühgeschichte und der Klassischen Archäologie wählen, und damit die
Voraussetzung für einen konsekutiven M.A.-Studiengang (Prähistorische
Archäologie, Klassische Archäologie, Geoarchäologie) schaffen. Wenn
kein konsekutiver M.A.-Studiengang geplant ist, kann auf die
Spezifizierung verzichtet werden. In Anpassung an internationale
Standards kann nach drei Jahren ein erster berufsqualifizierender
Abschluss erworben werden.
Die Vermittlung von Methodenkompetenzen ist ein weiterer Schwerpunkt
des B.A.-Studiengangs, wodurch berufliche Möglichkeiten auch in
fachfernen Berufsfeldern, etwa im Journalismus, Verlagswesen,
Tourismus, Managementbereich, in der Erwachsenenbildung usw., eröffnet
werden.
Gliederung, Aufbau
Der Studiengang gliedert sich in drei Ausbildungsbereiche mit einem Gesamtleistungsumfang von 180 ECTS-Punkten.
Es existieren 15 Module:
Einführungsbereich (Pflichtmodul) Modul 1, Einführung in die archäologischen Wissenschaften
Methodenbereich (Pflichtmodul)
Modul 2, Quellen und Methoden
Modul 3, Praxis
Epochenbereich (Wahlpflichtmodule) Modul 4, Epochen
I, Stein- und Bronzezeit
Modul 5, Epochen II, Ägäische Bronzezeit bis archaische Epoche
Modul 6, Epochen III, Eisenzeit
Modul 7, Epochen IV, Klassische Epoche bis Hellenismus
Modul 8, Epochen V, Frühgeschichte / Mittelalter-Archäologie
Modul 9, Epochen VI, Römische Kaiserzeit bis Spätantike
Vertiefungsbereich
(Pflichtmodule) Modul 10a/b, Sachkultur I
Modul 11a/b, Sachkultur II
Modul 12a/b, Architektur und Siedlungswesen
Modul 13a/b, Kulturanthropologie
Optionalbereich Modul 14, Optionalmodul
Abschlussmodul Modul 15, B.A. Arbeit
1. Orientierungsphase
In einer Orientierungsphase im 1. und 2. Semester (="Einführungsbereich") werden durch das Pflichtmodul im Einführungsbereich die Grundlagen für ein Archäologieverständnis gelegt. Das Modul umfasst einführende Lehrveranstaltungen zur Vor- und Frühgeschichte, Klassischen Archäologie, Alten Geschichte und Fächern, die zum MCAW (Marburger Centrum für Antike Welt) gehören oder auch zur Kunstgeschichte.
In den sich daran anschließenden Epochenmodulen (="Epochenbereich", Wahlpflichtmodule) werden grundlegende Kenntnisse zur Stein-, Bronze- und Eisenzeit, zur minoischen, mykenischen, geometrischen, archaischen, klassischen und hellenistischen Epoche Griechenlands, zur römischen Kaiserzeit und zur Frühgeschichte vermittelt.
2. Spezifizierungsphase
In der Spezifizierungsphase (ab dem 3. Semester) wird das Grundlagenwissen durch Lehrveranstaltungen im Rahmen von vier Wahlpflichtmodulen zu speziellen Sachthemen vertieft.
Die Spezifizierung zur Vor- und Frühgeschichte sieht zwei Module „Sachkultur“ vor, wodurch Kenntnisse in vor- und frühgeschichtlichen Wirtschafts- und Sozialstrukturen sowie in den verschiedenen archäologischen Fundgattungen vermittelt werden. Ein weiteres Modul befasst sich mit dem Siedlungswesen. Ein viertes kulturanthropologisches Modul widmet sich dem Bereich Kult und Religion.
Bei einer Spezifizierung „Klassische Archäologie“ werden im Rahmen der beiden Module „Sachkultur“ die griechische und römische Skulptur, Malerei und Keramik behandelt. Ein weiteres Modul vermittelt Wissen in der antiken Architekturgeschichte und in der historischen Topographie / archäologischen Landeskunde. In dem Modul Kulturanthropologie werden Themen aus der Kulturgeschichte behandelt.
Beim Optionalmodul werden Lehrveranstaltungen nach freier Wahl zur Kompetenzerweiterung gewählt.
3.
Praxisbereich
Ein dritter Ausbildungsbereich ("Methodenbereich"),
der von allen Studierenden dieses Studienganges zwischen dem ersten und
letzten Semester zu absolvieren ist, besteht aus zwei
Modulen: Modul 2, Quellen und Methoden sowie Modul 3,
Praxis.
Hier werden Lehrveranstaltungen zu den Quellen und Methoden der
Archäologie sowie zur Dokumentations- und Präsentationstechnik
absolviert.
Auf fachspezifischen Exkursionen werden die im Studium erworbenen
Fachkenntnisse in der Auseinandersetzung mit originalen Funden und
Befunden angewendet, vertieft und ausgebaut. Bei Praktika im Gelände
(z. B. bei Ausgrabungen, Prospektionen) und in Museen soll den
Studierenden ein Einblick in das Berufsleben geboten werden.
Verfahrensweise/Anerkennung von
Exkursionstagen
Ein Leistungsnachweis für Exkursionen wird erst dann erteilt,
wenn der geforderte Gesamtumfang von 10 Exkursionstagen absolviert
wurde. Zur Überprüfung der Leistung wird entweder zu jeder Exkursion
ein Referat (schriftliche Kurzfassung) verlangt oder jeweils ein
Tagesbericht über die durchgeführte Exkursion. Die Referate bzw.
Tagesprotokolle werden vom Studierenden in einer Mappe gesammelt, bis
der Umfang von mindestens 10 Exkursionstagen erreicht ist. Die Mappe
wird einem der Exkursionsleiter zusammen mit dem vorbereiteten
Leistungsnachweis-Schein (2-fach) vorgelegt.
Im Rahmen von Modul 3 werden ein Grabungspraktikum sowie ein Praktikum in einem fachfernen Bereich von jeweils 4 Wochen absolviert. Hierzu werden Praktikumsberichte geschrieben. Der Bericht sollte je ca. 2 Seiten umfassen.
Bachelorarbeit
Die Bachelorarbeit im Umfang von 30 - 40 Textseiten bildet den Abschluss des B.A.-Studienganges.
Begleitfach
Jeder Studierende wählt neben seinem Studienschwerpunkt (Archäologische
Wissenschaften) ein Begleitfach, aus dem Module im Umfang von 48
ECTS-Punkten zu absolvieren sind. Alternativ können auch zwei
Begleitfächer von jeweils 24 LP. gewählt werden.
Antragstellungsverfahren und Abschluss des B.A.-Studiums
WICHTIGER TERMIN!!!!!
Die Studierenden, die in diesem Semester ihren B.A.-Abschluss machen
möchten und
eine Unterstützung nach dem BAföG erhalten, müssen die
Anmeldung zur B.A.-Arbeit
bis spätestens Freitag, den 14. Dezember 2012
abgeschlossen haben damit es beim
Folgeantrag nicht zu Verzögerungen kommt.
Bachelor-Arbeit
Antragstellungsverfahren und Abschluss des B.A.-Studiums
- Der/die Studierende legt gegen Ende des Studiums das vom Vorsitzenden des Prüfungsausschusses geprüfte und unterschriebene "Transcript of Records" im Prüfungsamt vor (als Ausdruck, nicht digital!). Zwei Leistungsnachweise aus noch laufenden Lehrveranstaltungen können nachgereicht werden. Die geforderten beiden Hausarbeiten in den Hauptseminaren müssen geschrieben und benotet sein.
- Der/die Studierende wählt einen Erstgutachter/in bzw. Betreuer/in für die Bachelor-Arbeit.
- Das Antragsformular zur Anmeldung der Bachelor-Arbeit kann aus dem Formularcenter der Homepage des Vorgeschichtlichen Seminars heruntergeladen werden.
- Der/die Studierende trägt den Erst- und Zweitgutachter/in in das Formular ein und lässt deren Gutachtertätigkeit durch Unterschrift bestätigen.
- Der/die Studierende übergibt dem/der Erstgutachter/in das Antragsformular. Diese/r trägt die Aufgabenstellung bzw. das Thema der Bachelor-Arbeit ein und übergibt das Formular dem Prüfungsamt für modularisierte Studiengänge im Fachbereich 06 Geschichte und Kulturwissenschaften.
- Die Beantragung kann während des letzten Studiensemesters erfolgen, spätestens aber 9 Wochen vor Ende der Vorlesungszeit. Dieser Termin wird zu Beginn jeden Semesters vom Prüfungsausschuss bekannt gegeben.
- Bei der Prüfungsanmeldung muss auch ein Lebenslauf eingereicht
werden.
- Außerdem müssen bei der Prüfungsanmeldung in einem Adressformular
folgende aktuelle Anschriften angegeben werden, unter denen der
Kandidatin/den Kandidaten jederzeit erreichbar ist: die aktuelle
Heimatadresse, die hiesige Adresse sowie die E-Mailadresse. Zudem muss
im selben Formular eine Erklärung darüber abgegeben werden, ob die
Bachelor-Arbeit im OPAC recherchierbar sein darf, da die Arbeit nach
Abschluss des Verfahrens im Examensarchiv des Institutes
(nicht-öffentlich) aufbewahrt wird.
- Das Prüfungsamt trägt das Datum der Themenvergabe und den Abgabetermin der Bachelor-Arbeit in das Antragsformular ein und teilt dieses der/dem Studierenden mit.
- Die Bachelor-Arbeit ist in zweifacher Ausfertigung im Prüfungsamt abzugeben, wo die Einhaltung des Abgabetermins überprüft und die Arbeit an die Gutachter weiter geleitet wird.
- Mit der Bachelor-Arbeit ist eine Plagiatserklärung
abzugeben. Diese Erklärung kann aus dem Formularcenter der Homepage des
Vorgeschichtlichen Seminars heruntergeladen werden. Sie muss
ausgefüllt, eigenhändig unterschrieben und als letzte Seite in die
Bachelorarbeit eingebunden sein.
- Mit der Bachelor-Arbeit ist ein vorbereiteter Leistungsnachweis in zweifacher Ausfertigung einzureichen.
- Gleichzeitig hat der Studierende im Prüfungsamt eine Erklärung zu unterschreiben (siehe § 11,3 und Anhang 9 der Studien- und Prüfungsordnung für den Studiengang „Archäologische Wissenschaften“). Die unterschriebene Erklärung verbleibt bei den Studienakten.
- Der/die Studierende erhält ein Merkblatt mit Auszügen der DFG-Regeln zur guten wissenschaftlichen Praxis, dem ICOM-Code of Ethics, der UNESCO-Konvention zum Kulturgüterschutz.
- Die Bachelor-Arbeit wird begutachtet, die Note festgelegt und die entsprechenden Leistungsnachweise durch den/die Betreuer/in ausgefüllt und dem Prüfungsamt zugestellt.
- Im Prüfungsamt wird das Zeugnis und das ECTS-Transcript of Records vorbereitet und vom Dekan unterschrieben.
- Nach Übergabe des Zeugnisses ist für den/die Studierende das B.A.-Studium abgeschlossen.
Weitere Informationen
Es wird empfohlen, vor Beginn des Studiums die Möglichkeit zur persönlichen Studienberatung im Vorgeschichtlichen Seminar (Tel. 06421/282 2348) und im Seminar für Klassische Archäologie (Tel. 06421/282 23 41) wahrzunehmen.

