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Rhododendren

Rhododendron-Hybride Hachmanns Feuerschein
Foto: Patrick Vogel

Im südlichen Teil des Botanischen Gartens lockt im Frühsommer der in voller Blüte stehende Rhododendrenwald die Besucher an. Von Mai bis Juni zeigen sich besonders die Rhododendren-Hybriden (Kreuzungen) in den herrlichsten Farben. Neben einigen Wildarten ist das Sortiment von Hybriden besonders umfangreich – dazu gehören türkische (Rh. ponticum), chinesische (Rh. oreodoxa) und nordamerikanische (Rh. catawbiense) Arten. Den immergrünen Rhododendren und ihren Kreuzungen dient der lockere Kiefernbestand als Kälte- und Lichtschutz, um sie sowohl vor übermäßiger Austrocknung im Sommer als auch vor trockenem und starkem Frost im Winter zu bewahren. Zusätzlich werden empfindliche Arten und Sorten in den Wintermonaten mit Fichtenreisig abgedeckt.
Seit 2009 beteiligt sich der Botanische Garten Marburg auch an der Deutschen Genbank Rhododendron. Deutschland überspannt ein blühendes Rhododendron-Netz, Parks, Botanische Gärten, Baumschulen und Privatgärten gehören zum deutschlandweiten Netzwerk der Rhododendron-Sammlungen. Näheres erfahren Sie hier: Genbank Rhododendron

Im Rhododendrenwald befinden sich auch zahlreiche Kreuzungen der Sommerheide (Calluna vulgaris) sowie Erica-Arten wie die Winterheide (Erica carnea), Glockenheide (Erica tetralix) und die Grauheide (Erica cinerea). Alle Erica- und Rhododendron-Arten werden physiologisch-ökologisch als Rohhumuspflanzen bezeichnet und benötigen als Substrat saure, schwer und langsam verottende Waldstreu. Da die im Botanischen Garten auf natürlichem Weg anfallende Waldstreu nicht ausreicht, verteilen wir jedes Jahr eine dicke Schicht von zerkleinertem Fichtenreisig und Borke, der ein wenig Kompost und verrotteter Stallmist untergemischt wird.