Projekte der Arbeitsgruppe Sozialpsychologie
1.) Die Wirkung von Präventionsprogrammen gegen Vorurteile und Gewalt gegenüber ethnischen Minderheiten
Finanzierung:
DFG; WA 1150/9-1 (1. Jahr); WA 1150/9-2 (2-3. Jahr)
Projektmitarbeiter:
Dipl-Psych Gunnar Lemmer
Inhalt:
Das Projekt hat die Durchführung einer umfangreichen Meta-Analyse zur Effektivität von Programmen gegen Fremdenfeindlichkeit und fremdenfeindliche Gewalt zum Ziel. Nach einer Spezifikation der Einschlusskriterien, erfolgt zunächst eine umfangreiche Literaturrecherche und -akquise. In der Folge werden die als geeignet beurteilten Evaluationsstudien anhand eines detaillierten Schemas kodiert. Die statistische Analyse beinhaltet die Ermittlung der allgemeinen Wirksamkeit sowie die Überprüfung von Moderator- und Mediatorhypothesen. Das Projekt wurde am 1.9.2005 begonnnen und läuft bis zum 31.12.2008.
Kongressbeiträge:
Lemmer, G. & Wagner, U. (2006). A meta-analysis in the field of program evaluations – special characteristics and approaches. Interdisciplinary Workshop on Meta-Analysis, 26.-27.10, Köln.
Lemmer, G. & Wagner, U. (2006). The effectiveness of prejudice prevention programs: A meta-analysis. Posterpräsentation, Annual meeting of the International Society of Political Psychology (ISPP), 14-17th July 2006, Barcelona.
Lemmer, G. & Wagner, U. (2006). Programmevaluation - Ein Plädoyer für das Verfahren der Meta-Analyse. Jahrestagung des Forums Friedenspsychologie e.V., 9.-10.6.2006, Jena.
Lemmer, G & Wagner, U. (2006). Die Wirksamkeit von Programmen zur Prävention von Vorurteilen gegenüber ethnischen Minderheiten: Erste Ergebnisse einer Meta-Analyse. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Psychologie, 17.-21.9.2006, Nürnberg.
2.) Rückfalluntersuchung im hessischen Jugendvollzug
Finanzierung:
Hessisches Ministerium der Justiz
Projektmitarbeiter:
Dr. Jost Stellmacher
Inhalt:
Das Ziel der Rückfalluntersuchung ist es, die im Mai 2004 neu eingeführte „Einheitliche Vollzugskonzeption im hessischen Jugendvollzug“ unter besonderer Berücksichtigung der Bildungsangebote zu evaluieren, die Wirkungsforschung im Jugendvollzug zu fördern und damit neue Impulse für den Jugendvollzug zu geben. Dazu sollen Faktoren ermittelt werden, die verwertbare Aussagen zu Rückfallgründen und positive Verhaltensentwicklungen von Jugendlichen ermöglichen. Darüber hinaus sollen Informationen über die Wirksamkeit der im Einzelfall eingesetzten Maßnahmen des Justizvollzugs gesammelt werden. Die systematische Rückfalluntersuchung besteht zum einen aus einer Aktenuntersuchung der in 2003 und 2006 entlassenen jugendlichen Straftäter im hessischen Jugendvollzug. Die Akten werden mit einer mindestens dreijährigen Verzögerung seit Entlassung gezogen. Das Ziel der Aktenuntersuchung ist, eine zuverlässige Rückfallstatistik im hessischen Jugendvollzug zu erhalten und Veränderungen nach Einführung des Einheitlichen Vollzugskonzepts zu analysieren. Zum anderen werden im Rahmen der systematischen Rückfalluntersuchung Interviews mit 50 Jugendlichen aus der JVA Rockenberg und der JVA Wiesbaden geführt, die kurz vor der Entlassung stehen. Diese Interviews sollen dann 9-12 Monate nach der Entlassung wiederholt werden. Zusätzlich sollen die Daten dieser Interviews mit Daten von Personen der Nachsorge ergänzt werden. Ziel der Interviews ist, Informationen über individuelle Bewältigungsstrukturen und Handlungsmuster der Jugendlichen und somit Gründe für Rückfall oder Nicht-Rückfall zu erhalten. Das Projekt ist für den Zeitraum vom 01.02.2006 bis 31.01.2011 bewilligt und wird in Kooperation der AG Sozialpsychologie der Philipps-Universität Marburg unter Leitung von Prof. Dr. Ulrich Wagner und dem Institut für Kriminologie der Eberhard Karls Universität in Tübingen unter Leitung von Prof. Dr. Hans-Jürgen Kerner durchgeführt.
3.) Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit
Finanzierung:
Volkswagen-Stiftung an die Universität Bielefeld, Wilhelm Heitmeyer
http://www.uni-bielefeld.de/ikg/gmf/einfuehrung.html
Projektmitarbeiter:
Verschiedene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Marburg und Bielefeld
Inhalt:
Über einen Zeitraum von 10 Jahren werden jährlich 2.000 repräsentativ ausgewählte Personen in Deutschland interviewt. Eine Substichprobe wird außerdem längsschnittlich befragt. Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit erfasst die Ablehnung von schwachen Gruppen, darunter fallen Zuwanderer, ethnische Minderheiten, religiöse Minderheiten usw. Die Arbeitsgruppe Sozialpsychologie in Marburg hat sich vornehmlich mit Auswirkungen von Kontakt mit Mitgliedern von Minderheitengruppen und von Bedrohungsgefühlen durch Minderheiten auf die Urteile über Minderheiten befasst. Ein zweiter Schwerpunkt im Rahmen des Projekts ist der Zusammenhang zwischen Gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit und diskriminierendem und gewalttätigem Verhalten.
Publikationen:
Asbrock, F., Lemmer, G., Wagner, U., Becker, J. & Koller, J. (2009). Das Gefühl macht den Unterschied. Emotionen gegenüber „Ausländern“ in Ost- und Westdeutschland. In W. Heitmeyer (Hg.), Deutsche Zustände. Folge 7. Frankfurt: Suhrkamp.
Asbrock, F., Christ, O., & Wagner, U. (2007). The road to negative behaviour: Discriminatory intentions in the German population. International Journal of Conflict and Violence, 1, 4 – 18.
Asbrock, F., Wagner, U. & Christ, O. (2006). Diskriminierung. Folgen der Feindseligkeit. In W. Heitmeyer (Hg.), Deutsche Zustände. Folge 4 (S. 156-175). Frankfurt am Main: Suhrkamp.Becker, J., Christ, O., Wagner, U., & Schmidt, P. (2009). Deutschland einig Vaterland? Riskante regionale und nationale Identifikationen in Ost- und Westdeutschland. In W. Heitmeyer (Hg.), Deutsche Zustände. Folge 7. Frankfurt: Suhrkamp.
Becker, J., Christ, O., & Wagner, U. (2007). Nationalismus und Patriotismus als Ursache von Gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit In W. Heitmeyer (Hg.). Deutsche Zustände. Folge 5. Frankfurt: Suhrkamp
Christ, O., Schmidt, P., Schlüter, E. & Wagner, U. (im Druck). Analyse von Prozessen und Veränderungen: Zur Anwendung autoregressiver latenter Wachstumskurvenmodelle. Zeitschrift für Sozialpsychologie (Themenheft zu Methoden in der Sozialpsychologie).
Wagner, U., Christ, O., Pettigrew, T.F., Stellmacher, J., & Wolf, C. (in press). Prejudice and minority proportion: Contact instead of threat effects. Social Psychology Quarterly.
4.) Entwicklung eines Modells zur Vorhersage sexistischer Verhaltensweisen unter Berücksichtigung von Personen- und Situationsmerkmalen
Finanzierung:
DFG; BE 4648/1-1
Projektmitarbeiterin:
Dipl-Psych Stephanie Hellen de Oliveira Laux
Inhalt:
Zentrales Ziel des Projektes ist die Entwicklung eines empirisch
fundierten Modells zur Vorhersage sexistischer Verhaltensweisen.
Basierend auf vier Kernformen
sexistischer Einstellungen sollen in einem ersten Schritt vier
korrespondierende Formen sexistischer Verhaltensweisen identifiziert
werden. Zur Testung der „double dissociation“- Hypothese werden für die
Vorhersage von impulsiven und kontrollierten Verhaltensweisen sowohl
explizite als auch implizite Einstellungsmaße verwendet. Da Verhalten
allerdings nicht allein abhängig von Einstellungen ist, sondern auch
durch den situativen Kontext
beeinflusst wird, besteht das zweite Ziel des Forschungsprojekts in der
Entwicklung einer Taxonomie von Situationen, die den Ausdruck
sexistischen Verhaltens
modulieren. Das Projekt läuft vom 1.3.2012 - 28.2.2014.

