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GrabSPEKTREN
Sex und Gender in 6000 Jahren Bestattungspraxis im westlichen Deutschland
Das vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Forschung, Kunst und Kultur geförderte Pilotprojekt GrabSPEKTREN erforscht Sex und Gender in vor- und frühgeschichtlichen Bestattungen im westlichen Deutschland. Über rund 6000 Jahre (ca. 5500 v. Chr. bis 900 n. Chr.) wird das Zusammenspiel biologischer und kultureller Geschlechterdimensionen am Beispiel der Bundesländer Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Saarland untersucht.
In der Archäologie wird biologischer Sex üblicherweise über Skelettmerkmale oder aDNA bestimmt, während Gender aus Beigaben und Bestattungskontexten erschlossen wird. GrabSPEKTREN fragt, wie diese etablierten Zuordnungen im diachronen Vergleich zu bewerten sind. Dafür werden erstmals größere, aus der Literatur gewonnene Datenmengen der eingegrenzten Untersuchungsregion einheitlich erfasst und zeitübergreifend quantitativ ausgewertet, um Muster, Trends und Ausnahmen sichtbar zu machen. Im Fokus stehen insbesondere die Sichtbarkeit von Gender – bei Erwachsenen wie bei Kindern – in Bestattungspraktiken über Jahrtausende hinweg sowie Abweichungen von binären Geschlechternormen. Ausgewählte Phänomene werden anschließend stichprobenartig mit bioarchäologischen und archäometrischen Methoden vertiefend untersucht.
So verbindet das Projekt gendersensible und naturwissenschaftliche Ansätze und legt eine methodische Grundlage für eine zukünftige Ausweitung dieser Forschung auf größere räumliche Zusammenhänge.
Ansprechpartnerin: Dr. Eleonore Pape