Hauptinhalt
Keramikobjekte erzählen Kulturgeschichte
Ansprechpartner in Marburg: Prof. Dr. Felix Teichner, Florian J. Hermann M.A.
Am Vorgeschichtlichen Seminar der Philipps-Universität Marburg entsteht das Digitalprojekt „Tonspur Hessen“. Es widmet sich der digitalen Erschließung ausgewählter Keramikobjekte aus rund 7.000 Jahren hessischer Geschichte und verbindet Forschung, Sammlungsarbeit und Wissenschaftskommunikation. Dazu werden in Kooperation mit dem Museum für Kulturgeschichte der Universität Keramikgefäße aus unterschiedlichen Epochen in einem Onlineportal des Landes Hessen digital zugänglich gemacht. Im Zentrum stehen dreidimensionale Modelle von Alltagsgefäßen – darunter Becher, Töpfe, Schalen und Flaschen –, die online bereitgestellt werden. Die Modelle können virtuell betrachtet, gedreht und vergrößert werden und ermöglichen so eine detaillierte Auseinandersetzung mit Form, Oberfläche und Herstellungsspuren. Keramik ist als langlebiges Fundmaterial ein zentraler Träger archäologischer Informationen. Anhand der ausgewählten Objekte lassen sich langfristige Entwicklungen in Alltag, Handwerk und Konsum nachvollziehen – von der Jungsteinzeit über römische und mittelalterliche Kontexte bis in die Neuzeit und Industrialisierung. Berücksichtigt werden dabei auch regionale Provenienzen innerhalb Hessens, etwa aus der Schwalm, der Wetterau oder dem Westerwald.
Ein Teil der Objekte ist bislang nur eingeschränkt zugänglich, da er sich in universitären Lehrsammlungen oder Museumsdepots befindet. Durch die Digitalisierung werden diese Bestände in einer wissenschaftlich dokumentierten Form sichtbar gemacht und zugleich für unterschiedliche Nutzungsszenarien erschlossen, etwa für Lehre, Schule und interessierte Öffentlichkeit.
„Tonspur Hessen“ wird im Rahmen eines Förderprogramms des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst (HMWK) unterstützt. Die digitalen Inhalte sollen kostenfrei verfügbar sein und langfristig gesichert werden.