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Schwerpunktprogramm „Das digitale Bild“

Das DFG-Schwerpunktprogramm (SPP) „Das digitale Bild“ (ab Ende 2019 bis Anfang 2026) unter der gemeinsamen Leitung von Hubertus Kohle/ München und Hubert Locher/ Marburg), das exemplarische Projekte aus multiperspektivischer Sicht zusammenführte, thematisierte die zentrale Rolle, die das Bild im komplexen Prozess der Digitalisierung von Wissen in Theorie und Praxis spielt.

Projekte

Es ging um eine kritische Thematisierung und Reflexion dieser Dimension als tiefgreifende epistemologische Umwälzung. Nach unserem Verständnis konnte dies nur in einem ausgesprochen transdisziplinären Austausch und unter besonderer Einbeziehung der Informationswissenschaften geschehen: In das SPP wurden Projekte aufgenommen, die zum einen den Anteil des Bildes am Digitalisierungsprozess reflektierten, um zu einer Theorie des digitalen Bildes in seiner Verwendung in Kunst, Wissenschaft, Kultur beizutragen; zum anderen das Phänomen, die Erscheinungsformen und Praktiken des digitalen Turns in seiner visuellen Dimension beschrieben und interpretierten, denen dieser beispielsweise unterworfen ist. Drittens zielten sie auf die Praxis der Technologien des digitalen Bildes ab, z.B. die Entwicklung innovativer Formen der Nutzung des digitalen Bildes als Wissensmedium im wissenschaftlichen Umfeld. Die Gewichtung dieser drei Aspekte kann innerhalb eines Projekts grundsätzlich unterschiedlich sein. Unter dem Dach des SPP wurden sie fruchtbar miteinander verbunden. Ein Schwerpunkt des SPP lag im Bereich der Praxis, hier die Untersuchung und Reflexion von technologischen Instrumenten und sozialen Infrastrukturen.

München, Marburg und der virtuelle Raum

Einen besonderen Platz nahm die transdisziplinäre Debatte in den Veranstaltungen ein, die in kooperativen Workshops an den beiden Standorten München und Marburg sowie im virtuellen Forschungsraum gemeinsamer Diskussions- und Publikationsplattformen organisiert wurden. Dies wurde als konzeptionell-entwicklungsorientierte und/oder medienreflexive Position umgesetzt. Damit wurde die für das SPP zentrale transdisziplinäre Debatte etabliert und der Wissenstransfer erleichtert. Projekte, die lediglich auf die „Digitalisierung“ eines Inventars abzielen oder die ausschließlich neue Werkzeuge für die Verarbeitung dieses Inventars bieten, waren hier nicht gemeint. Grundsätzlich trugen die Projekte des SPP zu einem besseren Verständnis der Rolle des digitalen Bildes in der Wissensgesellschaft bei und spiegelten so den bildlichen Charakter des Wissens im digitalen Raum wider. Das spezifische Format des Schwerpunktprogramms wurde aufgrund der Neuartigkeit des Ansatzes mit seinem Schwerpunkt auf dem Bildlichen gewählt, der eine Behandlung an einem einzelnen oder wenigen Orten im Rahmen von Forschergruppen oder Sonderforschungsbereichen ausschließt. Nur in einem Schwerpunktprogramm konnten die in Deutschland verteilten Kompetenzen in diesem Bereich zusammengeführt werden. Das hier vorgestellte Konzept der Zusammenarbeit an zwei starken, relevanten und bewährten Standorten gewährleistete die kompetente Kombination der verschiedenen Aspekte und bot die notwendige Offenheit in einem sich äußerst dynamisch entwickelnden Umfeld.

Das digitale Bild auf Twitter: #DasdigitaleBild und #Thedigitalimage

LINKS

Zum Download: Initiative zur Einrichtung eines Schwerpunktprogramms