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Die Graphiksammlung Joseph Hellers (1798–1849) in der Staatsbibliothek Bamberg – Visualisierung und Vernetzung einer Sammlungsstruktur

Duerers Handwaschung des Pilatus
© Staatsbibliothek Bamberg

Nach dem Tod des Bamberger Kaufmanns und Kunstgelehrten Joseph Heller (1798-1849) erbte die damals Königliche Bibliothek, heute Staatsbibliothek Bamberg, seinen vollständigen schriftlichen Nachlass, seine Bücher- und Kunstsammlung. Ziel des Projekts ist es, die international bedeutsame, aber kaum mehr als spezialisierten Fachkreisen bekannte Graphiksammlung digital zu erfassen und zugänglich zu machen.

Projektbezogen wird der Fokus auf ein Konglomerat aus etwa 2.800 Graphiken gelegt. Dieses, u.a. Werke von Dürer, Cranach d. Ä./d. J. und Holbein d. Ä. enthaltend, ist geprägt von zahlreichen Kopien des 16. bis 19. Jahrhunderts, die den Kunstmarkt seit ihrer jeweiligen Entstehung als künstlerische Referenzen und zuweilen als Fälschungen durchzogen und in der Sortierung der Hellerschen Sammlung den Originalen zugeordnet sind. Die oftmals zu vielen auf einen Bogen montierten Nachstiche/-schnitte sind Ausdruck der Dürer-Rezeption, der fortdauernden Vermarktbarkeit im internationalen Kontext sowie der einzigartigen Sammelleidenschaft Hellers.

Die 2.800 Blätter werden hochauflösend digitalisiert und nach kooperativ entwickelten Erschließungs- und Digitalisierungsstandards sowie Empfehlungen des internationalen Arbeitskreises „Graphik vernetzt“ erfasst. Zur Darstellung der Sammlungsgeschichte führt die Staatsbibliothek Bamberg den Teilbestand virtuell mit dem übrigen Nachlass Hellers zusammen.

In einer zweiten Erfassungsebene werden die Graphiken, ebenso an die Bezüge herstellende Ursprungsidee Hellers angelehnt, in die derzeit aufgebaute internationale Verbunddatenbank Graphikportal des Deutschen Dokumentationszentrums für Kunstgeschichte – Bildarchiv Foto Marburg eingespeist. Hierzu sollen anhand des Relationenmodells FRBRoo die Informationseinheiten zur Beschreibung graphischer Blätter exemplarisch am Bamberger Bestand erstmalig exakt benannt, vernetzt und abgebildet werden. Dadurch wird es u.a. möglich sein, alle Abzüge einer Druckplatte, aber auch Vorzeichnungen oder Nachstiche aus verschiedenen Graphischen Sammlungen in einem Suchergebnis zu verknüpfen und recherchierbar zu machen. Zudem werden die auf Basis des internationalen Metadatenschemas LIDO erstellten Datensätze mit Personen- und Werktitelnormdaten der Gemeinsamen Normdatei (GND) verknüpft und durch eine Motivverschlagwortung mit dem internationalen Klassifizierungsstandard Iconclass angereichert.

Finanzierung:Deutsche Forschungsgemeinschaft
DFG Logo
Laufzeit: 01.06.2017 – 31.05.2020
Projektleitung: Dr. Bettina Wagner, Staatsbibliothek Bamberg
Projektleitung DDK: Dr. Christian Bracht
Koordination/Durchführung: Dr. Franziska Ehrl, Staatsbibliothek Bamberg
Koordination/Durchführung DDK: Dr. Gudrun Knaus, N.N.
Kontakt: Dr. Christian Bracht