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Galerie der besonderen Bilder

© Deutsche Fotothek

Im Jahr 1911 beauftragte der freigeistige Unternehmer Carl Benscheidt den damals noch unbekannten Architekten Walter Gropius mit dem Bau einer Schuhleistenfabrik in Alfeld an der Leine. Mit seiner neuen schlichten Sachlichkeit und der lichten Ästhetik entwickelte das in zwei Bauphasen errichtete Fagus-Werk eine bahnbrechende Wirkung für die moderne Industriearchitektur.

Der spätere Bauhaus-Gründer Gropius entwarf eine funktional gegliederte Gebäudegruppe aus klaren Baukuben. Die Außenwände des Hauptbaus werden nahezu vollständig in Fensterflächen aufgelöst, die vorhangartig Geschosse und Gebäudeecken überdecken und dem Fabrikgebäude eine bis dahin unbekannte Leichtigkeit verleihen. Mit der Trennung von verdecktem, baulichem Gerüst und vorgehängter, transparenter Fläche nimmt Gropius die Formensprache der curtain-wall voraus, die erst über ein Jahrzehnt später zum entscheidenden Merkmal des ‚Neuen Bauen‘ werden sollte. Rund 100 Jahre nach Baubeginn erklärt die UNESCO am 25.7.2011 die Fabrik, die nach wie vor im Betrieb ist, zum Weltkulturerbe.

Bereits 1981, wenige Jahre vor der ersten umfangreichen Restaurierung von 1984, dokumentierte das Bildarchiv Foto Marburg die seit 1946 unter Denkmalschutz stehende Anlage.

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